Mein seltsames Verhältnis zu Urlaub

Mittwoch, 06.03.19. Bielefeld.

Ich bin wieder kurz nach 5 Uhr wach. Früh aufzuwachen ist keine Kunst. Ja, mein Schlafrhythmus ist ein wenig seltsam, fern von »Gewöhnungsbedürftig«: Ein paar Tage schlecht schlafen, um dann an einem Tag auszuschlafen. Daher beneide ich Menschen, die lange schlafen können.

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, woher dieser kurze Schlaf bzw. das frühe Aufwachen kommt und habe dazu verschiedene Theorien. Eine davon geht so: Ich vermute einen Zusammenhang zwischen meinem Schlaf und meiner Arbeit.

Nicht, dass mir die Arbeit den Schlaf raubt, nein, aktuell ist die Situation entspannt, zu entspannt, also fast schon unentspannt entspannt – ich brauche (ein wenig) Anspannung, intensive Arbeit! Drama, Baby, Drama!

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Retrospektive

Montag, 04.03.19, Gütersloh.

Stürmische Nässe prasselt an mein Bürofenster. Dieses dramatische Schauspiel steht im krassen Widerspruch zu der gähnenden Langweile vor dem Bildschirm.

***

Rückblende Wochenende. Mein fast dreijähriger Neffe hängt an einer unsichtbaren und schier unerschöpflichen Energiequelle. Meinem Argument, dass er durch seine Aktivitäten den CO2-Ausstoß unnötig erhöht und damit zur Erderwärmung beiträgt, überzeugt ihn nicht. Also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, denn meine Akkus sind leer bzw. befinden sich noch im Aufbau.

Ich greife zu dem gelben Plastikkoffer mit dem Sichtfenster, in dem sich das Biene Maja Würfelpuzzle befindet. Leere sie und klappe sie dann wie ein Notebook auf.

»Lass uns fernsehen!«

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Wie ein Hörbuch mein Leben rettet

Donnerstag, 28.02.19. Auf der Fahrt nach Willingen irgendwo vor Brilon.

Wieder viel zu früh wach und doch kein Grund zum Jammern. Draußen angenehmes Wetter. Drinnen im Auto läuft das Hörbuch »10 Milliarden« (Amazon Werbelink) von Stephen Emmott. Informativ und stellenweise überraschend, auch wenn man es schon glaubte zu kennen. Die Mengen an Wasser beispielsweise, die zur Herstellung von »einfachen Dingen« wie Burger verschwenden werden, ist atemberaubend – es sind 3.000 Liter.

Während ich einem Argument nach dem anderen folge, frage ich mich, ob dem Autor klar ist, dass er selbst genügend Gründe nennt, warum die Menschheit niemals auf 10 Milliarden anwachsen wird. Folgt man dem Buch, dann wird weit vor dem Ende dieses Jahrhunderts – also dem Punkt, an dem die Menschheit die 10 Milliarden Marke erreichen soll – das Ökosystem Erde an irgendeinem Punkt kippen und nicht mehr genügend Nahrung (u.a. Wasser) zur Verfügung stellen.

Als der Gedanke verblasst und neue Worte zu mir durchdringen, sehe ich vor mir diese weiße Rückwand eines LKWs, dem ich schon zu lange folge. Ich schaue nach links, sehe eine leere, linke Überholspur. Ich könnte doch rüberziehen und kurzerhand den LKW überholen?

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Mein Start in den Tag oder Verunstaltungsorte: mein Gesicht und das Bad

Freitag, 22.02.19. Bielefeld

Eigentlich wollte ich meine Zeit beim Duschen stoppen und dann rutsche ich in diesen Artikel ab. Und der beginnt mit einem gefrorenen Hühnchen – nein, eigentlich mit der Vermeidung des Bilds vom besagten Hühnchen, denn morgens bin ich so geschmeidig wie ein tiefgefrorenes

Daher eine Warnung vorweg: Der Text enthält verstörende Bilder und handelt von einem nackten Männerkörper!

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Alte Hunde in Frührente oder Nichts mit Blockchain

Mittwoch, 20.02.19. Bielefeld.

Dogs of Berlin. Eine atemlose deutsche Netflix Serie. Man erkennt sofort den Netflix-Style, als gäbe es eine Schablone dafür oder Filter oder eine bestimmte Software. Kräftige, satte Farben. Cyan. Blau. Rot. Bunte, künstliche Lichter, die künstlerisch auf den Gesichtern aufleuchten. Beeindruckende, fast schwerelose, Kameraführung. Zwei Cops, die unfreiwillig als Team arbeiten müssen. Flotte Sprüche. Dicke Hose. Und Gangsta, aber kein Digga und knapp unter der Übertreibung. Also gar nicht so schlecht gemacht.

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