Abrechnungstag oder Was am Ende des Monats übrigblieb

Montag, 04.05.20. Bielefeld.

Wie jede:r Kollege:in fragte ich mich, wie viel ich am Ende mit Kurzarbeit verdienen werde. Die Antwort habe ich jetzt einen Monat später bekommen und es ist… überraschend.

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Irgendwann, sagte ich mir, werde ich kürzertreten. Was keine Anspielung auf meine Beinlänge ist, die für meinen Geschmack zu kurz und zu dünn sind, sondern es betrifft die Arbeit. Also weniger arbeiten. Das Pendel schlug allzu oft zugunsten der Arbeit aus. Schwang aber kaum zurück. Also die Work-Life-Balance in Richtung Life kippen, weg von der Arbeit, hin zu mehr Leben – wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich zu wenig Leben hatte (habe?) wegen der Arbeit oder mehr Arbeit, weil es in meinem Leben zu wenig Leben gab und ich es mit Arbeit ausfüllte (oder noch ausfülle…?).

Natürlich habe ich keine Antworten auf meine weltbewegenden Fragen, aber ich konnte im letzten Monat herausfinden, wie es sich anfühlt, weniger zu arbeiten: 6 Tage frei für den Abbau von Überstunden, 5 Tage Kurzarbeit und 2 Feiertage. Für einem Monat mit 20 Arbeitstagen bedeutet dies, arbeiten an nur 9 Tagen im Home Office.

Die Rechnung dafür traf heute in meinem Briefkasten in Form meiner Gehaltsabrechnung für April ein. Kurzarbeit bedeutet ja in meinem Fall, 80% vom Gehalt für die Tage mit Kurzarbeit. Daher bin ich gespannt, wie stark sich die Gehaltsreduktion auf mein monatliches Einkommen auswirkt.

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Auf meinen Charakter reduziert

Donnerstag, 30.04.20. Bielefeld.

Elf Tage ist es her, da nahm ich mir vor, diesen Monat meine 200km zu laufen. Und heute, am letzten Tag dieses Monats, habe ich es tatsächlich geschafft (ich drück mich)!

Um genau zu sein, es sind 202.5 km an insgesamt 24 Tagen mit durchschnittlichem Tempo von 06:29 min/km. Das ist fast 30 Sekunden langsamer als meine Durchschnittszeit im letzten Monat. Das ist halt der Preis.

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Erste Male in meinem Leben…

Sonntag, 19.04.20. Bielefeld.

Kurzes Vorspiel: Es geht hier nicht um Sex! Und das Wort Sex erwähne ich auch nur, damit die Suchmaschinen diesen Artikel besser finden. Fertig.

Je älter ich werde, desto mehr nehmen die ersten Male ab, an denen ich etwas noch nie im Leben zuvor Getanes erlebe oder schaffe, vor allem, was die positiven Dinge betrifft. Bis zum 20sten Lebensjahr ändert man sich selbst ständig und die Welt um einen herum mit (oder man blickt anders auf die gleichbleibende Welt). Ab 30 sind es weniger Änderungen. Spätestens ab 40 merkt man, wie Änderungen in eine andere Richtung absinken. Und jenseits der 60, was erwartet man da? Den ersten Herzinfarkt?

Bevor meine Stimmung ins Negative umzukippen droht…, heute gab es zwei erste Male, die mich freuen! Das Eine hinterlässt einen faden Beigeschmack aufgrund einer Erkenntnis, daher bin ich mir nicht so sicher, wie es bewerten soll.

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Eine nasse Wand – Ich habe einen Wasserschaden im Bad

Donnerstag, 19.03.20. Bielefeld.

Mir stehen zwei freie Tage bevor. Eigentlich ein guter Anlass, um in meiner Wohnung etwas aufzuräumen. Für mein Arbeitszimmer plane ich seit Längerem ein weiteres Bücherregal. Dann hätte ich zwei Wände voller Bücher. Dazu möchte ich einen kleinen Teppichausläufer mit einem kuscheligen Lesesessel, genauer einem Ohrensessel, darauf kaufen und natürlich eine wunderschön gebogene Stehlampe an der Seite haben.

Meinem ersten Schritt zum Glück stehen die kniehohen Einzugskisten im Weg. Nach fast drei Jahren, nein vier Jahren – wow, so lange bin ich schon in dieser Wohnung –, wird es Zeit, diese Kisten wegzuräumen. Und dann passiert mir das!

Kaum, dass ich die erste Kiste beiseite ziehe, entdeckte ich eine bräunliche Verfärbung der Tapete – eine nasse Wand!

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Die Dunkelheit und das Leuchten im Bad

Dienstag, 17.03.20. Bielefeld.

Mein Bad ist ein dunkler Ort.

Nein, nicht, weil dort schmutzige Sachen passieren – die Umkehrung dessen ist bekanntlich auch eine wichtige Funktion –, sondern weil es klein ist und es zusätzlich mit einem kleinen, schicken Fenster gesegnet wurde, das sich aus dem Licht aus einer Häuserschlucht speist, die zwei eng aneinandergrenzende Häuser bilden, welche sich trotz allem nicht zu nahe kommen möchten.

Das Licht aus diesem Häuserspalt ist häufig knapp und daher brauche ich zusätzliches Licht.

An diesem Ort also passiert mir etwas, das man sonst aus Blondinenwitzen mit Glühbirnen kennt. Denn die Lichter an meinem Badezimmerspiegel geben einer nach dem anderen den Geist auf und so muss ich zumindest eine austauschen.

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