Total Recall für Muskeln

Montag, 11.05.20. Bielefeld.

Muskeln haben ein Gedächtnis und beweisen somit mehr Intelligenz als einige ihrer Träger. Das nennt sich Memory Effekt. Dieses Muskelgedächtnis verhilft dem regelmäßig Trainierenden nach einer längeren Pause wieder schnell zu seiner alten Muskelform.

Die jüngere Version von mir erinnert sich daran. Und jetzt hat dieses Muskelgedächtnis leider Gedächtnisschwund in allen Muskelpartien (und liegt damit auf einer Welle mit dem, was sich mein Kopf alles nicht mehr merken kann). Das Timing hätte nicht besser sein können, jetzt, wo das Fitness-Studio endlich wieder geöffnet hat!

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Abrechnungstag oder Was am Ende des Monats übrigblieb

Montag, 04.05.20. Bielefeld.

Wie jede:r Kollege:in fragte ich mich, wie viel ich am Ende mit Kurzarbeit verdienen werde. Die Antwort habe ich jetzt einen Monat später bekommen und es ist… überraschend.

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Irgendwann, sagte ich mir, werde ich kürzertreten. Was keine Anspielung auf meine Beinlänge ist, die für meinen Geschmack zu kurz und zu dünn sind, sondern es betrifft die Arbeit. Also weniger arbeiten. Das Pendel schlug allzu oft zugunsten der Arbeit aus. Schwang aber kaum zurück. Also die Work-Life-Balance in Richtung Life kippen, weg von der Arbeit, hin zu mehr Leben – wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich zu wenig Leben hatte (habe?) wegen der Arbeit oder mehr Arbeit, weil es in meinem Leben zu wenig Leben gab und ich es mit Arbeit ausfüllte (oder noch ausfülle…?).

Natürlich habe ich keine Antworten auf meine weltbewegenden Fragen, aber ich konnte im letzten Monat herausfinden, wie es sich anfühlt, weniger zu arbeiten: 6 Tage frei für den Abbau von Überstunden, 5 Tage Kurzarbeit und 2 Feiertage. Für einem Monat mit 20 Arbeitstagen bedeutet dies, arbeiten an nur 9 Tagen im Home Office.

Die Rechnung dafür traf heute in meinem Briefkasten in Form meiner Gehaltsabrechnung für April ein. Kurzarbeit bedeutet ja in meinem Fall, 80% vom Gehalt für die Tage mit Kurzarbeit. Daher bin ich gespannt, wie stark sich die Gehaltsreduktion auf mein monatliches Einkommen auswirkt.

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Auf meinen Charakter reduziert

Donnerstag, 30.04.20. Bielefeld.

Elf Tage ist es her, da nahm ich mir vor, diesen Monat meine 200km zu laufen. Und heute, am letzten Tag dieses Monats, habe ich es tatsächlich geschafft (ich drück mich)!

Um genau zu sein, es sind 202.5 km an insgesamt 24 Tagen mit durchschnittlichem Tempo von 06:29 min/km. Das ist fast 30 Sekunden langsamer als meine Durchschnittszeit im letzten Monat. Das ist halt der Preis.

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Erste Male in meinem Leben…

Sonntag, 19.04.20. Bielefeld.

Kurzes Vorspiel: Es geht hier nicht um Sex! Und das Wort Sex erwähne ich auch nur, damit die Suchmaschinen diesen Artikel besser finden. Fertig.

Je älter ich werde, desto mehr nehmen die ersten Male ab, an denen ich etwas noch nie im Leben zuvor Getanes erlebe oder schaffe, vor allem, was die positiven Dinge betrifft. Bis zum 20sten Lebensjahr ändert man sich selbst ständig und die Welt um einen herum mit (oder man blickt anders auf die gleichbleibende Welt). Ab 30 sind es weniger Änderungen. Spätestens ab 40 merkt man, wie Änderungen in eine andere Richtung absinken. Und jenseits der 60, was erwartet man da? Den ersten Herzinfarkt?

Bevor meine Stimmung ins Negative umzukippen droht…, heute gab es zwei erste Male, die mich freuen! Das Eine hinterlässt einen faden Beigeschmack aufgrund einer Erkenntnis, daher bin ich mir nicht so sicher, wie es bewerten soll.

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Eine nasse Wand – Ich habe einen Wasserschaden im Bad

Donnerstag, 19.03.20. Bielefeld.

Mir stehen zwei freie Tage bevor. Eigentlich ein guter Anlass, um in meiner Wohnung etwas aufzuräumen. Für mein Arbeitszimmer plane ich seit Längerem ein weiteres Bücherregal. Dann hätte ich zwei Wände voller Bücher. Dazu möchte ich einen kleinen Teppichausläufer mit einem kuscheligen Lesesessel, genauer einem Ohrensessel, darauf kaufen und natürlich eine wunderschön gebogene Stehlampe an der Seite haben.

Meinem ersten Schritt zum Glück stehen die kniehohen Einzugskisten im Weg. Nach fast drei Jahren, nein vier Jahren – wow, so lange bin ich schon in dieser Wohnung –, wird es Zeit, diese Kisten wegzuräumen. Und dann passiert mir das!

Kaum, dass ich die erste Kiste beiseite ziehe, entdeckte ich eine bräunliche Verfärbung der Tapete – eine nasse Wand!

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