Der Albtraum und die Schlaf App

Wie ein Mensch zu dir steht, erkennt man daran – so heißt es –, wie er in einer Extremsituation gegenüber dir reagiert. Wenn das wahr ist, gilt es vielleicht auch für unsere Apps auf unseren Smartphones, die uns täglich, stündlich, jede Minute auf Schritt und Tritt bis in den Schlaf begleiten.

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Nackt vor dem Spiegel

Montag, 20.02.2017. Bielefeld.

Eine Warnung vorweg: Es wird nicht erotisch!

Vor dem Duschen bin ich nackt. Das lässt sich nicht vermeiden. Und da ich nackt bin und einen Spiegel im Bad habe, riskiere ich auch mal einen Blick auf mich. Eigentlich kein Drama, das tue ich häufiger, aber das Volumen, das mein Bauch gerade einnimmt, beeindruckt mich gewaltig. Leider steht mir dieser Bauch nicht, und er fühlt sich auch noch wie tote Masse an, die ich vor mir hertrage. Die meisten sehen ihn nicht (hoffe ich doch!). Nur wenn ich sitze, kontrahiert er sich wahrnehmbar wie ein Bizeps zu einer kleinen festen Kugel, die bei meinen Hemden die unteren Knöpfe unter Spannung setzt.

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Ans Bett gefesselt

Mittwoch, 12.06.19. Bielefeld.

Ich werde alt – ach, wem mache ich etwas vor: Ich bin alt! Seit gestern Morgen ist es jetzt offiziell. Es geschah im Bett, dem Ort, wo die Nacht, mein Schlaf und ich aufeinandertreffen. Wir drei waren noch nie wirklich Freunde, deshalb fühle ich mich häufig nach dem Aufwachen so, als wäre eine Horde wildgewordener Affen boxend durch mein Gesicht getrampelt und hätte eine kaputte Landschaft hinterlassen.

Dann stehe auf wie ein Untoter und ich weiß nie, ob die Dielen unter mir krächzen oder ich unter meinem Körper. Doch als ich gestern mich im Bett aufrichtete, um aufzustehen, schossen hunderte kleiner heißer Nadeln in den unteren und mittleren Bereich meines Rückens.

Ein lautes »Woooohau!« und eine gehörige Portion Adrenalin hätten mich fast aus dem Bett katapultiert, so plötzlich und stark kam der Schmerz. Der Schmerz bremste mich jedoch abrupt ab und die Schwerkraft zog mich hinab. Für einen kurzen Moment fühlte ich mich nicht in der Lage, mich weiter aufzurichten und drohte, wieder zurück ins Bett zu fallen.

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Woher meine Photoshop-Skills kommen

Sonntag, 09.06.19. Bielefeld.

Ich wurde zu einer Zeit geboren, da gab es kein Facebook, WhatsApp, Instagram, Twitter, Snapchat etc. Also wurde ich auch nicht mit dem nötigen Aussehen oder Body ausgestattet – über die Tippfinger verfüge ich auch nicht, ich treffe häufig den Buchstaben daneben. Daher beneide ich die gutaussehenden, sportlichen Menschen beispielsweise auf Instagram. Gab es jemals zuvor so viele schöne, durchtrainierte und sich gesund ernährende Menschen?

Bei mir ist es leider so: Egal, was ich mache, ich sehe nur in einem bestimmten Winkel gut aus und dieser wird von Jahr zu Jahr immer kleiner bis irgendwann vermutlich nur ein Spalt übrigbleibt. Mein Gesicht, mein Körper (und einige meinen, in meinem Kopf) ist voller Schönheitsfehler.

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Wieder ein Paar beim Fitness

Sonntag, 14.04.19. Bielefeld.

Ich weiß nicht, ob es an meinem gestrigen Artikel über Paare beim Fitness liegt oder der Art, wie sich der junge, schlaksige Kerl dem Nebenraum beim Fitness annähert. Zaghaft wie ein scheues Reh, das bereit ist, sofort die Flucht zu ergreifen, blickt er in diesen Raum hinein, das vorwiegend für das Training der Beine benutzt wird. Squats bis zum Erbrechen.

Ich hingegen bin an der Flachbank und rudere gerade mit den Armen in der Luft durch den Raum. Aufwärmen fürs Brusttraining. Dann sehe ich, wie er erfreut jemanden entdeckt und einen Moment zögert, bevor er losgeht.

Obwohl ich wieder keine Brille trage, nehme ich zu viel wahr – oder bilde es mir ein. Eine junge Frau hält eine mit großen Gewichten bestückte Langhantel vor sich und macht Kreuzheben. Auf sie geht er zu.

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