Wie ein Hörbuch mein Leben rettet

Donnerstag, 28.02.19. Auf der Fahrt nach Willingen irgendwo vor Brilon.

Wieder viel zu früh wach und doch kein Grund zum Jammern. Draußen angenehmes Wetter. Drinnen im Auto läuft das Hörbuch »10 Milliarden« (Amazon Werbelink) von Stephen Emmott. Informativ und stellenweise überraschend, auch wenn man es schon glaubte zu kennen. Die Mengen an Wasser beispielsweise, die zur Herstellung von »einfachen Dingen« wie Burger verschwenden werden, ist atemberaubend – es sind 3.000 Liter.

Während ich einem Argument nach dem anderen folge, frage ich mich, ob dem Autor klar ist, dass er selbst genügend Gründe nennt, warum die Menschheit niemals auf 10 Milliarden anwachsen wird. Folgt man dem Buch, dann wird weit vor dem Ende dieses Jahrhunderts – also dem Punkt, an dem die Menschheit die 10 Milliarden Marke erreichen soll – das Ökosystem Erde an irgendeinem Punkt kippen und nicht mehr genügend Nahrung (u.a. Wasser) zur Verfügung stellen.

Als der Gedanke verblasst und neue Worte zu mir durchdringen, sehe ich vor mir diese weiße Rückwand eines LKWs, dem ich schon zu lange folge. Ich schaue nach links, sehe eine leere, linke Überholspur. Ich könnte doch rüberziehen und kurzerhand den LKW überholen?

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Mein Start in den Tag oder Verunstaltungsorte: mein Gesicht und das Bad

Freitag, 22.02.19. Bielefeld

Eigentlich wollte ich meine Zeit beim Duschen stoppen und dann rutsche ich in diesen Artikel ab. Und der beginnt mit einem gefrorenen Hühnchen – nein, eigentlich mit der Vermeidung des Bilds vom besagten Hühnchen, denn morgens bin ich so geschmeidig wie ein tiefgefrorenes

Daher eine Warnung vorweg: Der Text enthält verstörende Bilder und handelt von einem nackten Männerkörper!

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Alte Hunde in Frührente oder Nichts mit Blockchain

Mittwoch, 20.02.19. Bielefeld.

Dogs of Berlin. Eine atemlose deutsche Netflix Serie. Man erkennt sofort den Netflix-Style, als gäbe es eine Schablone dafür oder Filter oder eine bestimmte Software. Kräftige, satte Farben. Cyan. Blau. Rot. Bunte, künstliche Lichter, die künstlerisch auf den Gesichtern aufleuchten. Beeindruckende, fast schwerelose, Kameraführung. Zwei Cops, die unfreiwillig als Team arbeiten müssen. Flotte Sprüche. Dicke Hose. Und Gangsta, aber kein Digga und knapp unter der Übertreibung. Also gar nicht so schlecht gemacht.

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Kranke Straße

Dienstag, 19.02.19. Bielefeld.

Ich bin heute ein wenig früher von der Arbeit nach Hause gefahren als normalerweise. Nicht so früh wie an den Tagen zuvor. An sich auch eine gute Idee, gäbe es da nicht ein Problem, denn dieses ein weniger früher ist an Werktagen dann doch keine so gute Idee.

Die Zeit, die ich früher zu Hause ankam, hätte ich mir sparen können, denn ich nutzte sie für die Parkplatzsuche. Wäre ich später gekommen, hätte ich dann früher einen Parkplatz gefunden? Stoßstange an Stoßstange eng geparkt. Wie schaffen es die Fahrer, so zu parken und wie werden sie dort wieder herauskommen? Ich hatte vergessen, wie voll die Straße vor meiner Haustür ist, wenn noch kein Feierabend ist (oder Schulschluss). Große Autos. Kleine Bullis. Wagen von Handwerkern, die an den Fassaden und im Innenleben der Häuser arbeiten. Kleine Baustellen. Kleine Absperrungen mit Bauschuttcontainern. Oh, ein greller Postwagen, vollbeladen mit Paketen, gezwängt in die Lücke, die eine Ausfahrt ist. Leute von überall und sonstwoher kommend. Es scheint mehr Autos als Wohnungen in dieser Straße zu geben!

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Keine zwei Euro.

Montag, 18.02.19. Bielefeld.

16,5 Grad mit Sonne. Wunderbar mild. Ich bin wieder früher aus der Arbeit zurück und laufe los. Das überrascht meinen Körper. Der befindet sich noch im Büro-Arbeitsmodus – oder heißt es Winterschlaf?!

Die Sonnenstrahlen funkeln mir etwas auf dem Asphalt entgegen.

Ich werde langsamer und beuge mich hinunter zu dem kleinen, runden Ding. Beim Joggen trage ich nämlich keine Brille, das schützt mich vor Ablenkungen und macht die Welt ein wenig schöner. Meine Kurzsichtigkeit ist wie ein Gaußscher Weichzeichner (oder Schöntrinken), der alles in meinem Sichtfeld miteinander unscharf vermischt und ein attraktives Durchschnittsbild schafft.

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