Küchengespräche oder Alles nur eine Frage der Perspektive

Mittwoch, 13.11.19. Gütersloh.

Zwei Blondinen und ein Südländer in der Küche. Das hat eigentlich keine Relevanz für diese Erzählung, aber das Auge liest ja bekanntlich mit.

Normallerweise ist die Küche auf der Arbeit so früh am Morgen menschenleer und nur ein abgestandener Geruch wartet auf Erfrischung. Das stört mich eigentlich nicht, sofern ich nicht Menschen begegne. Das ist eigentlich das, was ich an dem Morgen so schätze: die Ruhe und Abwesenheit von anderen. Die beiden Kolleginnen, die jetzt vor mir in der Küche sind und sich miteinander unterhalten, stören mich jedoch nicht (genau genommen würde ich sie stören). Ich schätze sie nicht nur wegen ihres fachlichen Wissens, nein, sie sind auch für jeden Quatsch zu haben, also ist ein Aufeinandertreffen mit ihnen häufig aufheiternd und amüsant.

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Rufbereitschaft – Nachspiel

Montag, 11.11.19. Gütersloh.

Wenn man etwas erwartet, dann trifft es auch nicht ein. So einfach ist das. Aber das weiß man vorher nicht, denn so funktioniert es nicht. So bekam ich gestern nach meinem gestrigen Blogeintrag keinen weiteren Anruf in meiner verbleibenden Rufbereitschaft. Es gab also vor meinem Schlaf kein aufregendes Ereignis und dennoch schlafe ich nicht gut.

Ich drücke an der Seite meiner Smartwatch, den ich beim Schlafen immer am Handgelenk trage, den Knopf, um das Display aufleuchten zu lassen. 2:30. Puh.

Irgendwie schaffe ich es, einzuschlafen und genau fünf Minuten bevor mein Wecker klingelt, aufzuwachen. Zu meiner Überraschung fühle ich mich nicht zermürbt, müde oder sonst etwas in der Art wie als wäre eine Herde wildgewordener Affen durch mein Gesicht getrampelt und hätte meinen Körper zerschlissen.

Vermutlich ist es die Neugier. Mich interessiert natürlich, was gestern im Produktiv-System schiefgelaufen ist und wodurch es verursacht wurde. Es muss schon etwas Kniffliges gewesen sein, an das keiner gedacht und unsere Qualitätsmaßnahmen „ausgetrickst“ hat.

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Rufbereitschaft – 2ter Teil

Sonntag, 10.11.19. Bielefeld.

Mit der Hoffnung ist es ja immer so einer Sache und seitdem ich gestern in meiner Rufbereitschaft (also Teil 1 dieser Geschichte) wegen einer Banalität angerufen wurde, hegte ich begründete Hoffnung, dass es heute zu keinem Problem kommen würde.

Doch für jemanden, der mal auf Twitter mit düster Vorahnung  schrieb „Hoffnung ist ein Ort in Sehnsucht gleich links neben den Träumen“, ist das seltsam, denn er – also in diesem Fall ich – hätte es besser wissen müssen.

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Heute ist der Wurm drin

Samstag, 09.11.19. Bielefeld.

Du beißt in einen Apfel und schmeckst gleich mit dem ersten Bissen, dass du beim Waschen des Apfels diese kleine faule Stelle übersehen hast und der dich dann penetrant durch den ganzen Tag begleitet. So ein Tag ist heute.

Gleich morgens begrüßt mich, als wollte es mir etwas mitteilen, ein ekliger Schmerz, der sich durch einen Zahn nach links oben durch meinen Kiefer in meine Augenhöhle arbeitet und auf meine Schläfe ausstrahlt. Ich bin wach und der Tag kotzt mich bereits wunderbar an!

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Wenn dir mal das nötige Kleingeld fehlt

Dienstag, 21.10.19. Gütersloh.

Ein Morgen, an dem man um 4 Uhr aufwacht, kann nicht schön sein. Was aber ist mit dem Tag, der daraufhin folgt, also dem Rest des Tages? Mein Kopf fühlt sich jedenfalls wie dieser Morgen an: leicht benebelt. Und irgendwo unter dem Nebel lauert vage eine Andeutung auf Kopfschmerzen.

So stehen die Zeichen heute nicht gut. Und ich versuche diese Vorzeichen irgendwie zu deuten. Es fühlt sich an wie Lesen im Kaffeesatz, dem Rorschach-Test für Hobbytrinker. Amüsanterweise bin ich Naturwissenschaftler und glaube an diesen Humbug nicht, aber ganz im abgewandelt-negativen Sinne der Anekdote über Niels Bohr und seinem Hufeisen über seinem Eingang*: Auch wenn ich daran nicht glaube, könnte es sich negativ auf mich auswirken – unschwer zu erkennen, ich bin der negative Typ.

Das ist das, was mir sofort durch den Kopf geht, als ich auf meinem Handy-Display die Nummer meiner Mutter aufleuchten sehe.

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