Heute ist der Wurm drin

Samstag, 09.11.19. Bielefeld.

Du beißt in einen Apfel und schmeckst gleich mit dem ersten Bissen, dass du beim Waschen des Apfels diese kleine faule Stelle übersehen hast und der dich dann penetrant durch den ganzen Tag begleitet. So ein Tag ist heute.

Gleich morgens begrüßt mich, als wollte es mir etwas mitteilen, ein ekliger Schmerz, der sich durch einen Zahn nach links oben durch meinen Kiefer in meine Augenhöhle arbeitet und auf meine Schläfe ausstrahlt. Ich bin wach und der Tag kotzt mich bereits wunderbar an!

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Wenn dir mal das nötige Kleingeld fehlt

Dienstag, 21.10.19. Gütersloh.

Ein Morgen, an dem man um 4 Uhr aufwacht, kann nicht schön sein. Was aber ist mit dem Tag, der daraufhin folgt, also dem Rest des Tages? Mein Kopf fühlt sich jedenfalls wie dieser Morgen an: leicht benebelt. Und irgendwo unter dem Nebel lauert vage eine Andeutung auf Kopfschmerzen.

So stehen die Zeichen heute nicht gut. Und ich versuche diese Vorzeichen irgendwie zu deuten. Es fühlt sich an wie Lesen im Kaffeesatz, dem Rorschach-Test für Hobbytrinker. Amüsanterweise bin ich Naturwissenschaftler und glaube an diesen Humbug nicht, aber ganz im abgewandelt-negativen Sinne der Anekdote über Niels Bohr und seinem Hufeisen über seinem Eingang*: Auch wenn ich daran nicht glaube, könnte es sich negativ auf mich auswirken – unschwer zu erkennen, ich bin der negative Typ.

Das ist das, was mir sofort durch den Kopf geht, als ich auf meinem Handy-Display die Nummer meiner Mutter aufleuchten sehe.

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Mein Wecker kennt keine Feiertage

„Früher“, werden die Maschinen eines Tages sagen, „gab es Menschen. Aber wofür wir sie gebraucht haben, wissen wir heute nicht mehr.“
Twitter

Donnerstag, 03.10.19. Bielefeld.

Die Technologie ist so weit fortgeschritten, dass ich ihr manchmal nicht folgen kann. Technisch ist bekanntlich alles möglich, aber anscheinend gehen die banalsten Dinge dennoch nicht.

Heute ist nämlich ein Feiertag.

Endlich ausschlafen, dachte ich gestern noch, aber vergaß etwas Wichtiges: den Wecker auf meinem nicht so smarten Phone. Der weckte mich heute Morgen pünktlich um 6 Uhr auf und ich bin sofort wach, weil ich sauer bin auf die dämliche App, die sich Wecker nennt. Wieso eigentlich kennt der Wecker keine Feiertage?!

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Was geht im Kopf eines Programmierers vor, wenn er Coding von anderen liest?

Mittwoch, 02.10.19. Gütersloh.

Junge Kollegin mit charmantem Lächeln. Um den Hals ein Schal, der mehr modisch wirkt als dem milden Herbst geschuldet zu sein.

„Als Kind“, sagt sie mir, während sich langsam ein Lächeln auf ihrem Mund abzeichnet, „hast du bestimmt einen Steckwürfel gehabt, bei dem du die Förmchen in die passenden Öffnungen gesteckt hast.“

Jetzt lächelt sie frech, als freue sie sich über ihren Einfall mit dem Babyspielzeug oder – wir Männer sind ja schlecht in Gesichter lesen – sie stellt sich Baby Hakan beim Spielen vor. Ach, wie süß!

Eigentlich arbeite ich gern mit ihr, denn normalerweise ist sie nett, aber heute zeigt sie eine neue Seite an sich. Und vielleicht freut sie sich gerade darüber. Menschen finden es ja bekanntlich toll, wenn sie andere (noch) überraschen können. Warum auch nicht.

Es herrscht eine provokant kurze Pause, bei dem die Blicke standhalten und in der sich ihr Lächeln zu dehnen versucht, aber sie subtil gegensteuert. Gleichzeitig senkt sich ihr Kopf in Zeitlupe nur wenige Millimeter in den Schal.

Ich lächle zurück.

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How to become international

Dienstag, 01.10.19. Gütersloh.

Wenn der Morgen den Tag macht, dann bin ich echt am Arsch!

Auf dem Display leuchtet heute Nacht eine drei auf, als ich wachgeworden darauf schaue. Von da an suche ich den Schlaf, aber der behandelt mich wie einen Ausgestoßenen, um mich kurz vor dem Wecker doch noch ins gelobte Land hineinzulassen.

Ich fahre wie ein Besoffener, also mit halbem Hirn, zur Arbeit. Das System da oben fährt morgens nicht richtig hoch bzw. fahren Teile meines Hirns in unterschiedlichen Geschwindigkeiten ihre Aktivitäten hoch. Alle so langsam wie möglich, als wetteiferten sie miteinander um das langsamste Tempo. Mit diesem Kopf, der vorzüglich ein paar ausgekotzte Wortbrocken mit lallender Sprache zu drapieren weiß, muss ich heute auch noch englisch sprechen, denn ab heute heißt es bei uns in der Abteilung »in english, please!«

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