Selfies@2019

Texte sind Selfies von der Seele.

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Bilder geben dem eigenen Blog eine persönlichere Note. Ich würde daher, ohne dabei zu selbstverliebt zu klingen, mehr eigene Bilder zu meinen Artikeln posten. Das schaffe ich auch ab und zu, nur leider bin ich eine Photoshop-Schönheit. Meine eigentliche Schönheit, also mein bezauberndes Wesen, lässt sich nicht durchs Fotografieren einfangen und auf einem Bild festhalten. Daher helfe ich durch digitale Bildbearbeitung nach. Das ist quasi mein Make-Up. Hin und wieder gibt es dann Bilder von mir, die mir gefallen. Diese schaffen es, das Licht der Welt zu erblicken, doch zumeist nur auf meinem Instagram-Account. Einige davon haben es bis hierher geschafft.

Ein Beraterwitz am Kaffeevollautomaten

Donnerstag, 14.11.19. Gütersloh.

Es ist viel zu früh, als ich morgens mein Büro betrete. Muss kurz nach 6 Uhr sein. Die gefühlte Raumtemperatur liegt weit darunter. Ich könnte schwören, ich habe eben meinen Atem gesehen. Um diese Uhrzeit in dieser Jahreszeit fühlt sich alles viel kälter an, vor allem ohne Sitzheizung am Hintern.

Ich drehe beide Heizungen auf. Viel hilft es nicht, dazu sitze ich zu weit weg von den Heizkörpern. Ich sitze zwischen zwei Türen und wenn eine davon geöffnet wird, schleicht sich ein kalter Wind durch die Tür und krabbelt unter meinen Tisch und schmieg sich um meine Beine.

Also stehe ich heute häufiger an meinem Wasserkocher in unserer Kaffeeecke.

Beim dritten Mal kommt mein Kollege MG mit, um sich einen Kaffee zu machen, unser Kaffeevollautomat steht nämlich links von meinem Wasserkocher.

Ich mag diesen Kaffeeautomaten nicht; nicht, weil sie wieder Aufmerksamkeit braucht oder weil sie trotz intensiver Reinigung immer noch etwas versifft wirkt (sie leckt), nein, der Kaffee schmeckt mir nicht. Für die obere Preisklasse ist das geschmackliche Ergebnis eher ernüchternd. Aber auch so hat diese Maschine divenhafte und beinahe schon tyrannische Züge. Man muss sich schon den Kaffee verdienen – Pardon – erarbeiten!

Im Vergleich zu der Diva erscheint mein Wasserkocher nahezu schlicht und bescheiden. Wasser füllen, einschalten, warten. Ab und an eine Entkalkungstabelle. Das war’s dann auch.

Aber MG führt die notwenigen und sich alle drei bis fünf Tassen wiederholden Handgriffe stoisch und routiniert durch.

So spielt jeder an seinem Automaten und wartet auf seinen Gewinn: ein heißes Getränk. Und hier beginnt auch der Witz. Während des Wartens fällt nämlich mein Blick auf den Zettel zwischen beiden Geräten.

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Küchengespräche oder Alles nur eine Frage der Perspektive

Mittwoch, 13.11.19. Gütersloh.

Zwei Blondinen und ein Südländer in der Küche. Das hat eigentlich keine Relevanz für diese Erzählung, aber das Auge liest ja bekanntlich mit.

Normallerweise ist die Küche auf der Arbeit so früh am Morgen menschenleer und nur ein abgestandener Geruch wartet auf Erfrischung. Das stört mich eigentlich nicht, sofern ich nicht Menschen begegne. Das ist eigentlich das, was ich an dem Morgen so schätze: die Ruhe und Abwesenheit von anderen. Die beiden Kolleginnen, die jetzt vor mir in der Küche sind und sich miteinander unterhalten, stören mich jedoch nicht (genau genommen würde ich sie stören). Ich schätze sie nicht nur wegen ihres fachlichen Wissens, nein, sie sind auch für jeden Quatsch zu haben, also ist ein Aufeinandertreffen mit ihnen häufig aufheiternd und amüsant.

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Rufbereitschaft – Nachspiel

Montag, 11.11.19. Gütersloh.

Wenn man etwas erwartet, dann trifft es auch nicht ein. So einfach ist das. Aber das weiß man vorher nicht, denn so funktioniert es nicht. So bekam ich gestern nach meinem gestrigen Blogeintrag keinen weiteren Anruf in meiner verbleibenden Rufbereitschaft. Es gab also vor meinem Schlaf kein aufregendes Ereignis und dennoch schlafe ich nicht gut.

Ich drücke an der Seite meiner Smartwatch, den ich beim Schlafen immer am Handgelenk trage, den Knopf, um das Display aufleuchten zu lassen. 2:30. Puh.

Irgendwie schaffe ich es, einzuschlafen und genau fünf Minuten bevor mein Wecker klingelt, aufzuwachen. Zu meiner Überraschung fühle ich mich nicht zermürbt, müde oder sonst etwas in der Art wie als wäre eine Herde wildgewordener Affen durch mein Gesicht getrampelt und hätte meinen Körper zerschlissen.

Vermutlich ist es die Neugier. Mich interessiert natürlich, was gestern im Produktiv-System schiefgelaufen ist und wodurch es verursacht wurde. Es muss schon etwas Kniffliges gewesen sein, an das keiner gedacht und unsere Qualitätsmaßnahmen „ausgetrickst“ hat.

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Rufbereitschaft – 2ter Teil

Sonntag, 10.11.19. Bielefeld.

Mit der Hoffnung ist es ja immer so einer Sache und seitdem ich gestern in meiner Rufbereitschaft (also Teil 1 dieser Geschichte) wegen einer Banalität angerufen wurde, hegte ich begründete Hoffnung, dass es heute zu keinem Problem kommen würde.

Doch für jemanden, der mal auf Twitter mit düster Vorahnung  schrieb „Hoffnung ist ein Ort in Sehnsucht gleich links neben den Träumen“, ist das seltsam, denn er – also in diesem Fall ich – hätte es besser wissen müssen.

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