Reichtum, Vermögen, Job, Karriere und Luxus

Freitag, 17.01.20. Gütersloh.

Die meisten Menschen denken bei Reichtum oder Luxus sofort an Geld, an viel Geld, an sehr viel Geld. Ich verstehe das. Aber Geld war für mich noch nie wirklich wichtig. Ich hatte bisher das Glück, immer genug davon oder bescheidenere Ansprüche zu haben, um mir ein gutes Leben zu machen und wundere mich noch immer, warum Menschen glauben, dass sie mit Geld glücklich(er) werden können. Vor allem, wenn sie sich mit dem Mehr-Geld-Verdienen sich von dem entfernen, was sie einst glücklich machte.

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Wie viele Zeilen hast du schon im Leben programmiert?

Mittwoch, 15.01.20. Bielefeld.

Der Titel klingt philosophischer als mein Text ist. Aber ich mag es, wenn ein Text eine ungeplante Interpretationsebene erlaubt: Das Leben operationalisiert und auf Zahlen heruntergebrochen. Vielleicht sind es lediglich diese Daten, die uns überdauern und lange bestehen bleiben, wenn wir längst nicht mehr da sind. Je nach Laune finde ich diesen Gedanken amüsant oder tröstlich.

Was meinen unsterblichen Code betrifft: Zeilen von mir sind immer noch in der SAP CRM Standardsoftware, ich glaube, ab der Version 3.1 bis zum CRM 7.x. Doch irgendwann wird dieses CRM von der neuen Lösung C/HANA abgelöst werden und dann ist auch das weg. So viel zur Unsterblichkeit. Ok, zurück zum Profanen und dem eigentlichen Inhalt.

Ich programmiere sehr gerne und das seit meinem 13ten Lebensjahr. Seitdem habe ich gefühlt Millionen von Zeilen programmiert. Das meiste davon dürfte mit der Software und/oder dem Unternehmen verloren gegangen sein oder veraltet und damit auch absehbar verloren. Wie viel von all dem übrig bleibt weiß ich nicht. Ich weiß nicht einmal, wie viel dieses »Wie viel« aus meinem vorherigen Satz ist.

In meiner gesamten Zeit des Programmierens, angefangen mit Babyschritten auf dem C64er und dann später als externer SAP Berater, habe ich mich jedoch nie gefragt, wie viele Zeilen Code ich programmiert habe. Erst ein Blogeintrag auf »fortlaufend« von André Spiegel brachte mich auf die Idee. Darin erwähnte er, 300 Zeilen Code geschrieben zu haben, was für ihn so viel wie nie zuvor war (leider finde ich den Artikel nicht mehr).

Dreihundert?, dachte ich. Das ist doch etwas, was ich täglich locker programmiere, wann immer mir außerhalb der Meetings und meiner Teilprojektleitung noch Zeit übrigblieb. Zumindest könnte ich die Anzahl meiner Programmierzeilen für mein aktuelles und fast abgeschlossenes Teilprojekt ermitteln.

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Kleine süße Aufmerksamkeit

Montag, 13.01.20. Gütersloh.

Heute Morgen wieder ein Meeting, genauer: ein Cross-Stream-Meeting, eher etwas für die Fachbereiche. Ich schaue düster in die Gesichter und kann mich nicht entscheiden. Freudlos wie ein Schwarm Hornissen, wie es so schön im Distelfink heißt – oder doch nur Projektionsflächen?

Ja, ich bin gemein und unfair. Mein Mimimi: Ich habe heute wieder schlecht geschlafen und mein Gesicht fühlt sich an, als hätten auf ihm Tausende besoffener Affen einen Faustkampf auf Leben und Tod in der Nacht ausgetragen und einer blieb mit einem Löffeln hinter meinem linken Auge hängen. Und dann wartet da ein Berg voller Sisyphus Arbeit auf mich. Als IT-Teilprojektleiter muss ich eigentlich nicht hier sein, soll aber dennoch anwesend sein. Also bin ich anwesend und habe mich trotzdem vorbereitet.

Und zwar habe ich mich vorab mit ein paar Duplos eingedeckt, um der langen Sitzung eine süße Note mitzugeben. Schokolade hilft immer! Oder Kaffee. Es sind wieder welche, auf denen Sprüche bedruckt sind wie Du Bist Klasse, Mit Dir Egal Wohin oder Willst Du Mit Mir Fahren? Ja, Nein, Vielleicht. Diesmal achte ich darauf. Diesmal achte ich darauf, denn es könnte sein, dass ich teilen muss. Irgendjemandem fällt immer auf, dass du naschst und will mitmachen. Der falsche Spruch bei der falschen Person und dann hast du mehr als nur die längste Praline in der Hand und stehst dumm da.

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Gefangen im Körper eines Frühaufstehers

Montag, 06.01.20. Bielefeld.

Weiß du, was schlimmer ist als zu früh zu kommen? Zu früh aufwachen!

Gut, das Erstere kenne ich nur aus Film & Fernsehen. Das Letztere erlebe ich häufig im Bett.

Obwohl ich meinen Wecker auf eine ungewohnte Zeit gestellt habe, wache ich wieder kurz vor dem Klingeln auf. Jetzt ist es offiziell: Mein Urlaub ist heute vorbei und ich bin eine verfluchte Schweizer Uhr.

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Böse vor acht

Sonntag, 05.01.20. Bielefeld.

Das alte Jahr ist hinüber und das Neue hat begonnen. Applaus. Und wie jedes Jahr um diese Zeit denke ich über mein Leben mit all seinen Verwirrungen, Verwerfungen und Wendungen nach. Ist mein Leben gut und bin ich gut zu meinem Leben? Was ist der Sinn und was soll der Scheiß?

Also jene tiefgreifenden, sinngebenden Fragen, die an der Oberfläche kratzen und niemals bedrohlich werden, aber mein Leben dennoch bedeutungsvoll erscheinen lassen und mir das Gefühl von Tiefe geben.

Kurzum, es ist wieder die Zeit, in der hoffnungsvolle Vorsätze reifen und das schlechte Gewissen betüddeln. Denn, seien wir ehrlich, zu mehr reicht es nicht und – Denkpause – was bliebe, würde der Vorsatz tatsächlich umgesetzt werden? Genau, man verlöre den liebgewonnenen Vorsatz, der einen all die Jahre hindurch treu begleitet hat.

Ich finde es ohnehin seltsam, dass Menschen mit ihren Vorsätzen bis zum Jahresende bzw. -beginn warten. Wenn es einen Zeitpunkt gibt, in der Geduld völlig unangebracht ist, dann dieser.

Und, warum müssen diese Vorsätze gut sein? Warum also nicht böse?

Bevor ich Beifall aus der falschen Ecke bekomme, ich meine nicht »böse« im kriminellen Sinne!

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