Gefangen im Körper eines Frühaufstehers

Montag, 06.01.20. Bielefeld.

Weiß du, was schlimmer ist als zu früh zu kommen? Zu früh aufwachen!

Gut, das Erstere kenne ich nur aus Film & Fernsehen. Das Letztere erlebe ich häufig im Bett.

Obwohl ich meinen Wecker auf eine ungewohnte Zeit gestellt habe, wache ich wieder kurz vor dem Klingeln auf. Jetzt ist es offiziell: Mein Urlaub ist heute vorbei und ich bin eine verfluchte Schweizer Uhr.

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Böse vor acht

Sonntag, 05.01.20. Bielefeld.

Das alte Jahr ist hinüber und das Neue hat begonnen. Applaus. Und wie jedes Jahr um diese Zeit denke ich über mein Leben mit all seinen Verwirrungen, Verwerfungen und Wendungen nach. Ist mein Leben gut und bin ich gut zu meinem Leben? Was ist der Sinn und was soll der Scheiß?

Also jene tiefgreifenden, sinngebenden Fragen, die an der Oberfläche kratzen und niemals bedrohlich werden, aber mein Leben dennoch bedeutungsvoll erscheinen lassen und mir das Gefühl von Tiefe geben.

Kurzum, es ist wieder die Zeit, in der hoffnungsvolle Vorsätze reifen und das schlechte Gewissen betüddeln. Denn, seien wir ehrlich, zu mehr reicht es nicht und – Denkpause – was bliebe, würde der Vorsatz tatsächlich umgesetzt werden? Genau, man verlöre den liebgewonnenen Vorsatz, der einen all die Jahre hindurch treu begleitet hat.

Ich finde es ohnehin seltsam, dass Menschen mit ihren Vorsätzen bis zum Jahresende bzw. -beginn warten. Wenn es einen Zeitpunkt gibt, in der Geduld völlig unangebracht ist, dann dieser.

Und, warum müssen diese Vorsätze gut sein? Warum also nicht böse?

Bevor ich Beifall aus der falschen Ecke bekomme, ich meine nicht »böse« im kriminellen Sinne!

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Selfies@2019

Texte sind Selfies von der Seele.

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Bilder geben dem eigenen Blog eine persönlichere Note. Ich würde daher, ohne dabei zu selbstverliebt zu klingen, mehr eigene Bilder zu meinen Artikeln posten. Das schaffe ich auch ab und zu, nur leider bin ich eine Photoshop-Schönheit. Meine eigentliche Schönheit, also mein bezauberndes Wesen, lässt sich nicht durchs Fotografieren einfangen und auf einem Bild festhalten. Daher helfe ich durch digitale Bildbearbeitung nach. Das ist quasi mein Make-Up. Hin und wieder gibt es dann Bilder von mir, die mir gefallen. Diese schaffen es, das Licht der Welt zu erblicken, doch zumeist nur auf meinem Instagram-Account. Einige davon haben es bis hierher geschafft.

Ein Beraterwitz am Kaffeevollautomaten

Donnerstag, 14.11.19. Gütersloh.

Es ist viel zu früh, als ich morgens mein Büro betrete. Muss kurz nach 6 Uhr sein. Die gefühlte Raumtemperatur liegt weit darunter. Ich könnte schwören, ich habe eben meinen Atem gesehen. Um diese Uhrzeit in dieser Jahreszeit fühlt sich alles viel kälter an, vor allem ohne Sitzheizung am Hintern.

Ich drehe beide Heizungen auf. Viel hilft es nicht, dazu sitze ich zu weit weg von den Heizkörpern. Ich sitze zwischen zwei Türen und wenn eine davon geöffnet wird, schleicht sich ein kalter Wind durch die Tür und krabbelt unter meinen Tisch und schmieg sich um meine Beine.

Also stehe ich heute häufiger an meinem Wasserkocher in unserer Kaffeeecke.

Beim dritten Mal kommt mein Kollege MG mit, um sich einen Kaffee zu machen, unser Kaffeevollautomat steht nämlich links von meinem Wasserkocher.

Ich mag diesen Kaffeeautomaten nicht; nicht, weil sie wieder Aufmerksamkeit braucht oder weil sie trotz intensiver Reinigung immer noch etwas versifft wirkt (sie leckt), nein, der Kaffee schmeckt mir nicht. Für die obere Preisklasse ist das geschmackliche Ergebnis eher ernüchternd. Aber auch so hat diese Maschine divenhafte und beinahe schon tyrannische Züge. Man muss sich schon den Kaffee verdienen – Pardon – erarbeiten!

Im Vergleich zu der Diva erscheint mein Wasserkocher nahezu schlicht und bescheiden. Wasser füllen, einschalten, warten. Ab und an eine Entkalkungstabelle. Das war’s dann auch.

Aber MG führt die notwendigen und sich alle drei bis fünf Tassen wiederholenden Handgriffe stoisch und routiniert durch.

So spielt jeder an seinem Automaten und wartet auf seinen Gewinn: ein heißes Getränk. Und hier beginnt auch der Witz. Während des Wartens fällt nämlich mein Blick auf den Zettel zwischen beiden Geräten.

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