Donnerstag, 14.11.19.
Gütersloh.
Es ist viel zu früh, als
ich morgens mein Büro betrete. Muss kurz nach 6 Uhr sein. Die gefühlte Raumtemperatur
liegt weit darunter. Ich könnte schwören, ich habe eben meinen Atem gesehen. Um
diese Uhrzeit in dieser Jahreszeit fühlt sich alles viel kälter an, vor allem
ohne Sitzheizung am Hintern.
Ich drehe beide Heizungen
auf. Viel hilft es nicht, dazu sitze ich zu weit weg von den Heizkörpern. Ich
sitze zwischen zwei Türen und wenn eine davon geöffnet wird, schleicht sich ein
kalter Wind durch die Tür und krabbelt unter meinen Tisch und schmieg sich um
meine Beine.
Also stehe ich heute häufiger
an meinem Wasserkocher in unserer Kaffeeecke.
Beim dritten Mal kommt mein Kollege MG mit, um sich einen Kaffee zu machen, unser Kaffeevollautomat steht nämlich links von meinem Wasserkocher.
Ich mag diesen Kaffeeautomaten nicht; nicht, weil sie wieder Aufmerksamkeit braucht oder weil sie trotz intensiver Reinigung immer noch etwas versifft wirkt (sie leckt), nein, der Kaffee schmeckt mir nicht. Für die obere Preisklasse ist das geschmackliche Ergebnis eher ernüchternd. Aber auch so hat diese Maschine divenhafte und beinahe schon tyrannische Züge. Man muss sich schon den Kaffee verdienen – Pardon – erarbeiten!
Im Vergleich zu der Diva
erscheint mein Wasserkocher nahezu schlicht und bescheiden. Wasser füllen,
einschalten, warten. Ab und an eine Entkalkungstabelle. Das war’s dann auch.
Aber MG führt die notwendigen und sich alle drei bis fünf Tassen wiederholenden Handgriffe stoisch und routiniert durch.
So spielt jeder an seinem
Automaten und wartet auf seinen Gewinn: ein heißes Getränk. Und hier beginnt auch
der Witz. Während des Wartens fällt nämlich mein Blick auf den Zettel zwischen
beiden Geräten.
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