Weitere KollegInnen mit Corona…?

Mittwoch, 11.11.20. Erst gestern erfuhren wir im Projekt, dass ein Kollege aus unserem Projektteam in Österreich positiv auf Corona getestet wurde. Heute erfahren wir von weiteren KollegInnen, die sich nicht wohl fühlen. Eine Kollegin hat sich für heute krankgemeldet. Alle befinden sich im Homeoffice.

Sind sie alle durch das Coronavirus bedroht? Oder ist eine gewisse »Ausfallrate« in einem Projektteam mit mehr als 100 Personen normal? Vor allem zum Winter hin nach langer stressiger Phase? Und will ich mich mit diesen Gedanken selbst beruhigen? Während einer Pandemie schaut man bei jeder Krankmeldung bange auf die KollegInnen. Was auch immer es ist, man muss abwarten und auf das Beste hoffen…

Ein Arbeitskollege hat Corona

Dienstag, 10.11.20. Montage sind schwer, besonders wenn sie sich bis zum Dienstag hinziehen. Als ich meine Augen wieder schließe, leuchtet eine Eins Doppelpunkt Null Acht viel zu rot auf meiner Netzhaut nach. Heute wache ich zwei Stunden früher als gestern auf. Ich sollte nicht auf meine Smartwatch schielen, um diesen Moment noch exakt zu bestimmen. Diese Aktion hilft mir nicht. Es ist zu spät. Der Schlaf und ich führen eine schwierige Beziehung.

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Der heimliche Traum von einer Badewanne

Dienstag, 23.06.20. Bielefeld. An die schönen Dinge, sagte ich einmal einer Ex, gewöhnt man sich schnell und fühlte mich wie ein unentdeckter Poet. Das war als Kompliment gedacht und zugleich eine Warnung. Denn hat man sich an etwas gewöhnt, dann taucht es allmählich aber sicher in die Welt des Selbstverständlichen hinab und man schätzt es nicht mehr, was zum Ausgleich ungewollte Konflikte zutage fördert.

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Leben ohne Dusche

»Wenn sie keine Dusche haben,
dann sollen sie doch baden gehen!«
Marie A.

Mittwoch, 06.05.20. Bielefeld. Da, wo sich gestern noch mein Bad befand, schwebt verloren wie der Thron eines gefallenen Königs die Kloschlüssel über aufgerissenem Boden. Heute wurde mein Bad wegen des Wasserschadens demontiert und mit ihr ging meine Dusche. Ab heute kann ich mich mindestens für vier Wochen nicht mehr zu Hause waschen. Ohne die funktionierende Kloschlüssel wäre meine Wohnung nicht mehr bewohnbar. Immerhin etwas.

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Abrechnungstag oder Was am Ende des Monats übrigblieb

Montag, 04.05.20. Bielefeld.

Wie jede:r Kollege:in fragte ich mich, wie viel ich am Ende mit Kurzarbeit verdienen werde. Die Antwort habe ich jetzt einen Monat später bekommen und es ist… überraschend.

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Irgendwann, sagte ich mir, werde ich kürzertreten. Was keine Anspielung auf meine Beinlänge ist, die für meinen Geschmack zu kurz und zu dünn sind, sondern es betrifft die Arbeit. Also weniger arbeiten. Das Pendel schlug allzu oft zugunsten der Arbeit aus. Schwang aber kaum zurück. Also die Work-Life-Balance in Richtung Life kippen, weg von der Arbeit, hin zu mehr Leben – wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich zu wenig Leben hatte (habe?) wegen der Arbeit oder mehr Arbeit, weil es in meinem Leben zu wenig Leben gab und ich es mit Arbeit ausfüllte (oder noch ausfülle…?).

Natürlich habe ich keine Antworten auf meine weltbewegenden Fragen, aber ich konnte im letzten Monat herausfinden, wie es sich anfühlt, weniger zu arbeiten: 6 Tage frei für den Abbau von Überstunden, 5 Tage Kurzarbeit und 2 Feiertage. Für einem Monat mit 20 Arbeitstagen bedeutet dies, arbeiten an nur 9 Tagen im Home Office.

Die Rechnung dafür traf heute in meinem Briefkasten in Form meiner Gehaltsabrechnung für April ein. Kurzarbeit bedeutet ja in meinem Fall, 80% vom Gehalt für die Tage mit Kurzarbeit. Daher bin ich gespannt, wie stark sich die Gehaltsreduktion auf mein monatliches Einkommen auswirkt.

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