Eine nasse Wand – Ich habe einen Wasserschaden im Bad

Donnerstag, 19.03.20. Bielefeld.

Mir stehen zwei freie Tage bevor. Eigentlich ein guter Anlass, um in meiner Wohnung etwas aufzuräumen. Für mein Arbeitszimmer plane ich seit Längerem ein weiteres Bücherregal. Dann hätte ich zwei Wände voller Bücher. Dazu möchte ich einen kleinen Teppichausläufer mit einem kuscheligen Lesesessel, genauer einem Ohrensessel, darauf kaufen und natürlich eine wunderschön gebogene Stehlampe an der Seite haben.

Meinem ersten Schritt zum Glück stehen die kniehohen Einzugskisten im Weg. Nach fast drei Jahren, nein vier Jahren – wow, so lange bin ich schon in dieser Wohnung –, wird es Zeit, diese Kisten wegzuräumen. Und dann passiert mir das!

Kaum, dass ich die erste Kiste beiseite ziehe, entdeckte ich eine bräunliche Verfärbung der Tapete – eine nasse Wand!

Nasse Wand (Wasserschaden)

Scheiße! Wieso passiert mir so etwas?!

Im ersten Moment bin ich schockiert und kann es kaum glauben. Ich schaue die Wand an und hoffe, dass mich meine Augen täuschen. Aber das Starren auf die Wand ändert nichts.

Als mir das klar wird, entferne ich die anderen Kisten, um zu sehen, wie groß das Ausmaß der Feuchtigkeit ist.

Ok, ok, beruhige ich mich. Das sieht nicht nach viel aus. Die Stelle links reicht am weitesten nach oben. Das kann ich erklären. Dort lehnte etwas an der Wand, so dass es den Effekt verstärkte.

Nach einem Moment des Nachdenkens rufe ich meinen Vermieter an.

Er kommt sofort vorbei. Schaut aber besorgter als ich. Er scheint etwas zu ahnen.

Er geht ins Bad, denn das ist die Wand zu meinem Badezimmer.

Währenddessen fällt mir ein, dass ich bereits im Dezember ein Bücherregal kaufen und aufstellen wollte. Hätte ich den Schaden an der Wand drei Monate früher entdeckt oder erst Jahre später, wenn die Wand wegen Feuchtigkeit und Schimmel zu riechen begonnen hätte?

Ich hänge noch meinen Gedanken nach, da geht mein Vermieter in den Keller – ich wohne im Erdgeschoß. Ich gehe mit runter.

Unten direkt unter meinem Arbeitszimmer und Bad befinden sich zwei Kellerräume und in beiden sieht man die Feuchtigkeit von oben herunterkommen. Das ist jetzt richtige Scheiße, denn um so eine Nässe an den Wänden zu verursachen, muss eine Menge Wasser fließen!

Daher nimmt mein Vermieter einen Riss bzw. ein Leck im Wasserrohr der Dusche an.

Das Dumme an Rissen an Rohren ist, dass sich die Rohre in der Wand befinden vor dem meine Duschwanne steht. Es gibt also keine Möglichkeit, einfach nachzusehen. Doch mein Vermieter hat ein Manometer – ein Druckmessgerät, das er holt und anschließt.

Wenn ein Leck in einem der Rohre im Bad ist, dann kommt es zu einem Druckabfall, wenn Wasser aus der Leitung tropft. Dazu wird die Wasserzufuhr abgedreht, damit kein Wasser nachfließt. Da wir nicht die Menge bzw. die Größe des Lecks kennen, kann die Menge des auslaufenden Wassers sehr gering sein und der Druckabfall im ungünstigsten Fall kaum bzw. erst über einen sehr langen Zeitraum messbar werden.

Daher werden wird über Nacht messen. Bis dahin heißt es für mich, keine Nutzung des Bads. Das Klo darf ich verwenden, aber nicht spülen. Und für die nächsten Tage werde ich die Leitung für das Wasser immer abdrehen und nur kurz für die Nutzung wieder aufdrehen.

Stellt sich heraus, dass es ein Leck ist, dann muss die komplette Dusche raus und die Wand geöffnet werden.

»Dann kann ich ja gar nicht mehr duschen«, sage ich, als mir eine andere Frage einfällt, die mir größere Sorgen macht.

Wer zahlt bei einem Wasserschaden

»Wer bezahlt das?«

Mein Vermieter schaut mich an und sagt, dass bei Leckschäden die Versicherung zahlt.

»Und was ist, wenn es kein Versicherungsschaden ist?«

Er schaut mich wieder an, ein weniger ernster und sagt: »Dann übernehme ich das als Vermieter.«

Puh, ich bin erleichtert. Ich werde das später googeln und dieses Ergebnis bekommen (Quelle: CosmosDirekt):

  • Einen Wasserschaden am beweglichen Mobiliar und Hausrat ersetzt die Hausratversicherung des Bewohners.
  • Einen Wasserschaden an Wohnung oder Gebäude erstattet die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers.
  • Hat ein Nachbar den Wasserschaden verursacht, übernimmt dessen Privathaftpflichtversicherung die Kosten.

Am nächsten Tag werde ich ein paar Fliesen auf dem Boden um die Dusche entdecken, die hoch gegangen sind…

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