Netflix: viel Mittelmaß mit vereinzelten Perlen?

Sonntag, 28.04.19. Bielefeld.

Vogelperspektive. Ein Auto fährt auf einer einsamen Straße mitten durchs Nirgendwo.

Sofort denke ich an den Film »How It Ends«, den ich mir gestern auf Netflix angeschaut habe, als mir bewusst wird, dass gerade der Trailer zu »Chambers« läuft. Wieder ein langweiliges Werk mit kostengünstiger Kulisse, denke ich mir. Einfache Kulissen, idealerweise abgeschieden irgendwo im Wald oder im Nirgendwo, Hauptsache abseits der Zivilisation mit wenigen Menschen und kostengünstiger Umgebung – wobei die CGI Effekte in »How It Ends« wohl in die Millionen gingen, was man m.E. hätte sparen können. Ich fand es schon immer befremdlich, dass die Filme immer CGI lastiger werden (ebenso in 3D). Mir sind Handlung und Charaktere wichtiger. Da spart man an der falschen Stelle und könnte sich das Werk insgesamt ersparen. Mir scheint, dass etwas wie das Rätselhafte, Mysteriöse, Geheimnisvolle oder was auch immer am Ende die Ideenlosigkeit kaschiert.

Klingt alles uninspiriert. Das scheint sich in meinem Kopf festgesetzt zu haben und verstärkt sich durch weitere Serien oder Filme mit Endzeitszenarien bzw. einfacherKulisse. Eigentlich ist das keine richtige Kritik, denn viele gute Serien haben bei genauer Betrachtung im Wesentlichen kaum variierende Kulissen, doch wenn der Inhalt langweilt, dann rückt alles andere kritisch ins Blickfeld.

Seit Jahresanfang schaue ich regelmäßig Netflix und eine gewisse Monotonie und Langweile hat sich eingeschlichen. Vielleicht sind es auch Abnutzungserscheinungen. Nachdem ich meine guten Serien wie »House of Cards«, »SUITS«, »Narcos« etc. und kürzlich auch »The Good Wife« fertiggeschaut habe, verbringe ich mehr Zeit mit dem Suchen nach Ersatz als dem tatsächlichen Anschauen. Die Liste mit meinem Profil enthält mehr angefangene und mittendrin abgebrochene Serien und Filme als tatsächlich angeschaute. Zwischen den vereinzelten Perlen breitet sich im großen Umfang die Mittelmäßigkeit aus.

Natürlich muss immer für Nachschub gesorgt werden. Irgendwo findet sich auch immer jemand, dem etwas nicht gefällt. Und desto größer die Masse, desto wahrscheinlicher findet sich irgendjemand, dem oder der irgendetwas davon gefällt.

Mir nicht.

Wäre es nicht besser, einen Gang zurückzuschalten und dafür eine gute statt zwei oder drei schlechte Filme oder Serien zu machen? Ich bin erstaunt, wie viele Serien auf Netflix existieren, die nur eine Staffel haben. Oder die Kategorie »derzeit beliebt«, für mich macht die keinen Sinn. Ich finde darin nichts Sehenswertes. Ich habe den Verdacht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendwann jede Serie und jeder neue Film »beliebt« sein wird, weil man sich irgendwann alles mal angeschaut hat…?

Das ist nur ein Test!

Manchmal komme ich mir wie ein Testkaninchen vor, an dem ausprobiert wird, wie weit man es mit dem Zuschauer treiben kann. Vor allem, wenn ich höre, dass Netflix mit den Preisen herumexperimentiert. Ist ja auch ihr gutes Recht, ebenso meins, darüber mein persönliches Urteil zu fällen.

Mir fehlt – so genau kann ich es nicht bestimmen – etwas, irgendetwas wie Vielfalt, Unterscheidbarkeit, Abwechslung oder vielleicht etwas beständig Gutes. Daran bin ich nicht ganz unschuldig, wenn ich in kurzer Zeitspanne die guten Serien komplett mir anschaue.

Also warte ich, denn woanders ist es auch nicht besser (oder zu einem höheren Preis?). Vielleicht ist das auch nicht so schlecht. Wenn ich eine gute Serie finde, dann sitze ich länger und häufiger vor dem Fernseher als mir lieb ist. Also warten, bis die Fortsetzungen der guten Serien auf Netflix verfügbar sind.

In the meantime

In der Zwischenzeit schaue ich YouTube. Dort verfolge ich u.a. die Videos des Mediziners Dr. Mang. Er erklärt engagiert und hochmotiviert Medizinisches mit dem Schwerpunkt Pharmakologie so spannend und verständlich, dass ich aktuell bei Video »11.1 a) Der Septische Schock! Ein medizinischer Super-GAU! « angelangt bin.

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