Serial Glotzer mit Interruptus in Serie

Montag, 25.02.19. Bielefeld.

Netflix. Eine Erkältung versucht sich, mit meinem Körper zu paaren, aber ich bin nicht so leicht zu haben. Vor allem nicht, wenn diese polygam ist und mich nicht einmal zu Essen einlädt. Ich bin Old School!

Diese Erkältung – oder eine Verwandte von ihr – hat leider Freunde und Verwandte von mir angesteckt. So blieb mir unverhofft mehr Zeit als geplant am Wochenende. Also nutzte ich sie sinnvollerweise zum Ausruhen auf dem Sofa vor dem Fernseher und schaute ein paar (viele) Netflix Serien.

Ich fasse kurz zusammen: Ich klickte mich durch viele neue und bereits begonnene Serien und praktizierte sprichwörtlich den Series interruptus in Serie. Eine für beide Seiten unbefriedigende Angelegenheit. Hier ein Auszug meiner Abbrüche:

  • Altered Carbon
    Gute Idee, guter Hauptdarsteller, doch bleibt es unter dem, was die Geschichte eigentlich hergeben könnte.

  • Berlin Station
    Ähm, ja, hm.

  • Blacklist
    Ok, Das Schweigen der Lämmer ist einer meiner Lieblingsfilme, daher fällt es mir schwer, keine Vergleiche zu ziehen.

  • Designated Survivor
    Ich schrieb regte mich über die dämliche Produktplazierung auf. Seitdem schaue die Serie kaum noch. Ich versuche es immer wieder, weil mir die Dynamik und das Zusammenspiel der Figuren Aaron Shore, Emily Rhodes und Seth Wright gefällt.

  • Dogs of Berlin
    Hier hatte ich etwas dazu geschrieben. Mit jeder neuen Folge erinnert es mich zu sehr an einen Schimanski-Tatort. Ist nicht so mein Fall.

  • How to get away with Murder
    Ähnliches schon mehrfach gesehen. Einzelne Folgen finde ich viel zu kurz, so dass es abrupt aufhört und nicht der Geschichte den Raum gibt, die es zum Entfalten benötigt. Außerdem mag ich es nicht, wenn Personen eine Toughness spielen, die sie nicht überzeugend verkörpern. Toughness scheint das neue Schwarz zu sein.

  • Jessica Jones
    Eigentlich gefällt mir die Idee und die Umsetzung, dennoch bleibt es für mich manchmal unter seinem Potenzial und manchmal nicht nachvollziehbar.

  • Outlander
    Auch nicht wirklich schlecht. Ich fürchte, es läuft auf eine kitschige Liebesgeschichte hinaus. Ja, ich bin ein romantischer, zärtlicher und ausdauernder Liebhaber, aber…

  • The End of the F***ing World
    Coole Idee, aber irgendwie… lahm.

  • The Umbrella Academy
    Einige gute Figuren, aber sehr langatmig und ohne wirkliche Spannung für mich. Ist wie X-Men, aber ohne das X und stattdessen irgendein uncooler Buchstabe im Alphabet.

Das ist keine kurze Liste. Schockierend! Ich sollte nicht erwähnen, dass sie unvollständig ist.

Rückblickend sind es sehr wenige Serien, die bei mir einen guten, bleibenden Eindruck hinterlassen haben und mir gerade jetzt einfallen:

  • Elementary
    Tolle Serie. Solide, leise, intelligent und gute Ideen. Leider finde ich Lucy Liu immer noch nicht passend.

  • Mindhunter
    Interessant. Ich war neugierig und ein wenig hatte ich auf mehr gehofft. Dennoch spannend. Leider schon zu Ende geschaut.

  • Narcos
    Ich war positiv überrascht. Fesselnd und mitreißend. Leider schon zu Ende geschaut.

  • Narcos: Mexico
    Das ist der Nachfolger. Der Wechsel des Ich-Erzählers überraschte mich und rief unangenehme Erinnerung an den Wechsel bei Scrubs zu Scrubs – Med School wach. Aber nach kurzer Zeit vergaß ich es wieder. Spannend, aber leicht hinter dem Vorgänger. Leider schon zu Ende geschaut.

  • Punisher
    Spannend und überzeugende Schauspieler.
     
  • Sex Education
    Ist wie Blümchensex mit einer Hard-Rock-Platte, die im Hintergrund spielt. Lustig, menschlich und gut besetzt. Leider schon zu Ende geschaut.

  • Sherlock
    Muss ich dazu etwas sagen?!

  • Stranger Things
    Toll gemacht. Tolle Besetzung, gruselige Story und es erinnert mich an einen Mix aus Goonies mit Geschichten von Stephen King und 80er Sci-Fi.

Bestimmt habe ich ein paar vergessen, denn mein Gedächtnis ist alt nicht auf das sich merken von angeschauten Serien trainiert.

Erstaunlich ist es schon, das Missverhältnis zwischen Serien, die ich schaue und gut finde vs. die ich schau und mir nicht gefallen.

Vielleicht sollte ich den anderen Serien mehr Zeit zugestehen, jedoch halte ich meine Zeit für kostbar, auch wenn es so aussieht, als verschwendete ich sie vor der Glotze. Ich tat es auch nur, um meinen Körper zu schonen ;-=

Wenn eine Serie sich Zeit nimmt, dann sollte sie diese auch nutzen, um etwas zu entwickeln wie die Charaktere, und nicht so wirken, als strecke sie die Geschichte, um am Ende eine Staffel vollzubekommen.

Ich muss jetzt aufhören, meine Augen fühlen sich wie herausquellende Quadrate an. Hoffentlich habe ich mich nicht mit etwas anderem angesteckt!

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