Gedanken an den Enden herabhängender Augen

Einige Gedanken blieben in meinem Kopf unnötig lange und blähten sich zu Problemen auf. Es wäre für mich akzeptabel gewesen, wenn sie damit keinen Raum für andere, lästige Gedanken ließen. Doch wenn es um ungewollte Gedanken ging, dann schien das menschliche Gehirn grenzenlos zu sein.

Ich war schon einen Level weiter und machte mir Gedanken über meine Gedanken, anstatt etwas dagegen zu tun. Aber vielleicht war das die Art von Denken, mit der man sich selbst gefangen nahm, indem man sich in einer selbst erdachten Endlosschleife verfing und aus der man ohne Hilfe oder Zufall nicht herauskam.

Mit vollem Kopf und verschlossenem Gesicht – denn solche Gedanken nahmen mich völlig in Beschlag – eilte ich über den Gang, als plötzlich jemand vor mir auftauchte und meinen Weg versperrte. “Gedanken an den Enden herabhängender Augen” weiterlesen

Wie man IT-Projekte zum Scheitern bringt: Kommunikation

Ändies Augenlider schossen weit auseinander. Er schaute mich irritiert an, als ich ihn darauf ansprach. Er wurde meinem Team zugewiesen und sollte uns fachlich in Mexiko unterstützen.

Zufällig im Vorbeigehen am Kaffeevollautomaten erfuhr ich davon. Dem Ort, wo Gerüchte herumschwirrten und sich unheilvoll sammelten, um sich anschließend in den Gedanken eines Ahnungslosen zu verbreiten.
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Mein 3 Minuten Training oder Wie ich mich reanimierte

Eigentlich könnte ich jeden Tag eine Stunde länger schlafen, aber mein Körper ignoriert die Zeitumstellung, die arrogante Sau! Später schlafen zu gehen ist dabei völlig ok.

Ich schaute auf mein Smartphone: 3 Uhr 47. Gibt es etwas Schöneres als Frühes Aufstehen an einem freien Tag? Denn wann sonst hat man so viel Stunden ungenutzter Zeit vor sich! Also begann ich zu lesen (ich habe immer mindestens ein Buch griffbereit im Bett).

An sich bin ich morgens meistens recht fit, egal, wann ich unfreiwillig aufwache, solange ich nicht erneut einschlafe. Ich schlief dann ein und wachte als Untoter auf (immerhin nicht als Blödmann).

Es war, als sei ein Teil während dieser kurzen Zeitspanne des Schlafes kaputt gegangen oder nicht wiedergekehrt. Mein Kopf fühlte sich an, als hätte jemand damit Fußball gespielt. Mein Gesicht, als hätten sich Stollen ihren Weg darin gebahnt. Mein Körper wie ein Stück Boden auf dem eine Mannschaft seine letzte Schlacht geschlagen hatte, oder es war eine aufgescheuchte Elefantenhorde gewesen, die wild alles niedergemetzelt hatte.

Mit diesem geschundenen Körper und schweren Augenlidern, die bis zu meinen Kniekehlen reichten, stand ich trotzdem auf – man, war ich ein harter Kerl!!!

Etwas knarrrtschte und ich hoffte, es war das Bettgestell.

Wenn der Tag so begann, dann konnte ich mich für mehrere Stunden wegschmeißen. Irgendwo in die Ecke, um zu regenerieren, mich vom Schlaf zu erholen, die verlorengegangenen Stücke wieder zu finden und mich irgendwie zusammen zu setzen.

Aber – ich will nicht jammern und ständig von meinen körperlichen Leiden berichten. Das hier soll keine Chronik meines Verfalls sein und irgendwie wollte, musste ich richtig wach werden. Also begann ich den Morgen mit kurzem, heftigem Sport – kalt duschen war mir zu hart.

Vor wenigen Tagen entdeckte ich ein Video auf YouTube. Es trug den schlichten und doch ambitionierten Titel »3 minute Intensive Fat-loss routine 2017«.

3 Minuten? Für einen durchtrainierten Kerl wie mich mit unglaublichen physischen Fähigkeiten und einer unbeschreiblichen Kondition war das nichts, um es in bescheidenen Worten kurz zu umreißen.

Ich schaute mir das Video an:

Ein paar Liegestütze, ein paar Kniebeugen und wieder etwas mit Liegestützen. Das alles begleitet von motivierender Musik. Also ein Klacks (ich muss nicht erwähnen, dass der Typ im Video eine ähnliche Jogginghose wie ich trug).

Ich kniete mich hin, wir begannen.

Die Liegestütze mit den angezogenen Knien zu den Armen waren ungewohnter als gedacht. Meine Muskeln begannen überall leicht zu brennen. Das war nicht so schlimm. Was mir mehr zu schaffen machte, war die angespannte Dauerpose, die mir mit jeder Bewegung immer mehr den Atem raubte.

Zum Glück kam die nächste Übung dran – keine Sekunde zu früh! 10 Sekunden Pause.

Dann Hochspringen und in Kniebeuge einmal mit geschlossenen und offenen Beinen. Hier konnte ich mich ein wenig erholen. Doch nach spätestens 7 Sprüngen begannen meine Beine an den Oberschenkeln hinauf bis zur Leiste zu brennen. Die Übung davor war im Vergleich nur ein warmes Lüftchen. Im kämpfte, presse massiv Luft heraus als wollte ich das Feuer auspusten.

Pause. 3, 2, 1. Runter.

Auf den Unterarmen mit gespanntem Körper. Linker Arm hoch, rechter Arm hoch. Linker Arm runter. Rechter Arm runter. Linker Arm. Hoch. Rechter Arm. Hoch. Die angespannte Haltung wie ein hartes Brett raubte mir den Atem, und plötzlich klappte ich nach Luft ringend zusammen.

Ich lag tot am Boden.

10, 9, 8.

Es klang so als würde mich der Ringrichter auszählen.

6, 5, 4.

Ich entdeckte eine Steckdose in Reichweite.

3, 2.

Mit letzter Kraft robbte ich zur Wand und streckte meine Hand nach dem lebensrettenden Strom aus. Kurz bevor meine Atmung aussetzte und mein Herz zu schlagen aufhörte, steckte ich zwei Finger in die Dose und konnte mich wiederbeleben. 3x.

1.

Vom Schlag getroffen sprang ich auf und rette mich auf Sofa!

0. Go!

Heute machte ich die Übung zum 6ten Mal und halte bisher bis zum Ende durch. Es ist immer noch hart. Nach der Übung ringe ich immer noch mehrere Minuten nach Luft wie nach einem 400 Meter Sprint mit geschlossenem Mund. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen, denn was sind 3 Minuten?!

Ich bin gespannt, wie lange ich durchhalte…

Photo by Alexander Redl on Unsplash

NW-Online: Bielefeld wegen Überfüllung geschlossen

Bielefeld heute. Bekanntermaßen sollte man seine Liebe nicht an einen Brückentag hängen.

Aber meine Haare brauchten eine Frisur – eine Art Rettungsanker für mein Gesicht, daher hatte ich anderes im Kopf, außerdem war ich beim letzten Brückentag bei IKEA und nicht wie jetzt in der Bielefelder Innenstadt.

So lief ich mit dem Kopf in Gedanken durch die Stadt und erinnerte mich, dass wir jetzt wie jede große Allerweltsstadt ein Shoppingcenter haben: Das Loom.
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Abgelaufen und doch nicht vorbei

Über dem Eingangsbogen meiner Küche steht in geheimer Schrift »Ort der Verwesung«, gefolgt von dem an Dante angelehnten Satz:

»Ihr, die ihr hier Einkehr findet, lasst fahren alle Hoffnung auf Verspeisung.«

Für Lebensmittel ist mein Kühlschrank der Vorhof zum Mülleimer. Eine Station vor dem Lebensmittelalbtraum. Viel schlimmer trifft es meine Schränke, denn, was dort Einkehr findet, wird nahezu für immer weggeschlossen.
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