Wohlgefällige Ex Post Betrachtungen im Weihnachtsgetümmel

Weihnachtsgetümmel bei IKEA

Die Rückleuchten der Autos spiegeln sich wie Lichter einer Weihnachtskette auf dem dunklen Lack meines Wagens. Ich stehe unvorbereitet im Stau. Ok, wann ist man je auf einen Stau vorbereitet?! In meinem Blickfeld leuchten die vier gelben Buchstaben IKEA auf. Dort will ich gar nicht hin. Eigentlich weg. Doch egal, welche Richtung ich nehme würde, die Straßen in beide Richtung sind voll. Weihnachten scheint seinen Schatten vorauszuwerfen.

„Wohlgefällige Ex Post Betrachtungen im Weihnachtsgetümmel“ weiterlesen

Die Schönheit unter der Oberfläche

Dienstag, 27.11.18. Bielefeld. Hustend durch die Nacht. Der Morgen hat mich aus dem Bett gekotzt. Kein schöner Anblick. Brocken eines Körpers, der meiner ist, schwanken wie ein Besoffener zwischen krank und kränker. Taumeln im Dunkeln einem imaginierten Abgrund selbstmitleidig und genervt entgegen. Die Nacht und mein Schlaf waren noch nie Freunde und doch sehnt sich mein Körper an diese alten, schlechten Zeiten zurück. An meinem Nacken lauert die Furcht vor einer Verschlimmerung meiner Erkältung. Die sollte doch allmählich abklingen! Es sieht also nicht gut für heute aus als der Tag sich durch den kalten Morgennebel bricht. Ich lege mir meinen silbergrauen Baumwollschal um und fahre chic zur Arbeit.

***

Ich durfte heute einer meiner umfangreicheren SAP Entwicklungen vorstellen. Wichtige Kennzahlen mit buntem Hintergrund und wohlgeformten Kurven. Die Visualisierung gefällt mir selbst wirklich gut und macht auch einen Eindruck beim Kunden. So ist das halt. Die eigentliche Programmierung dahinter sieht keiner und kann sie nicht wirklich beurteilen.
„Die Schönheit unter der Oberfläche“ weiterlesen

Ich habe keine todbringende Männergrippe

Sonntag, 25.11.2018. Bielefeld. Draußen kalt und klar. Drinnen übertemperiert und wehleidig. Der Schmerz bohrt sich durch mein Gesicht. Einseitig. Meine rechte Gesichtshälfte erhitzt sich um die Wette mit meiner aufgedrehten Heizung. Der Schmerz strahlt heute zur Abwechslung von der rechten Seite aus. Sticht mit spitzer Nadel in mein rechtes Ohr. Durchbohrt auf seinem Weg meinen Oberkiefer, dass die Zähne darunter wimmern. Drückt wie ein angespannter Esslöffel hinter meinen Augapfel, als wollte es das Auge mit Gewalt herauskatapultieren, um sich dann an meiner Schläfe zu entladen. Ich glaube, ein ins Ohr gerammter Stift fühlt sich entspannter an (vielleicht hätte Van Gogh sich nicht das Ohr abschneiden müssen, sondern sich nur erkälten). Ein ekliger Schmerz einer ekligen Erkältung, der mich ganz in Beschlag nimmt.
„Ich habe keine todbringende Männergrippe“ weiterlesen

TRY. FAIL. REPEAT.

Mittwoch, 21.11.2018. Ich bin verstimmt wie ein Instrument und klinge nach Gejammer. Mein Körper brütet eine Anomalie in Form einer Erkältung aus. Und ein anderer flimmert auf meinem Monitor.

Manchmal kann Software so gemein sein und die Liebe, die man all die Jahre in sie hineingesteckt hat, nicht erwidern.

Gut, Software wird von Menschen gemacht.

Wie auch Fehler.

Menschen sind eh an allem schuld.

So, genug verbal gerotzt und das Hirn freigepustet als wäre sie eine verstopfte Nase voller trockenem Schleims.
„TRY. FAIL. REPEAT.“ weiterlesen

Das Programmieren und seine finsteren Seiten

Donnerstag, 15.11.2018. Ich bin ein Frühchen. Mit 13 Jahren begann ich zu programmieren. Seitdem habe ich im Grunde nie damit aufgehört, denn warum sollte ich mit etwas aufhören, das mir Spaß macht. Daher kann ich mir ein Leben ohne Programmieren schwer vorstellen. Das Doofe ist nur, ich werde nicht jünger.

Ich werde also gegen meinen ausdrücklichen Willen älter. Älter zu werden bedeutet nicht nur, dass man nicht mehr ins Bild des jungen, hippen Entwicklers passt, sondern auch immer »teurer« wird.

Dann gibt es noch den Trend Nearshoring, wo u.a. Teile eines Projekts wie die Umsetzung (oder auch alles) an ostdeutsche Unternehmen ausgelagert werden.

Entgegen dieser Trends nimmt mein Programmierumfang wie so ein Bauch bei meinen Kunden zu. Eigentlich finde ich das nicht so schlimm, nur bin ich Berater für IT Prozesse, spezialisiert auf SAP CRM. Je mehr ich beim Kunden umsetze, desto häufiger werde ich vom Kunden für weitere Implementierungen angesprochen. Ich bin also Opfer meines Erfolgs!

Es gibt aber eine Schattenseite bei der Implementierung, über die niemand offen spricht. In diesem Schatten lauern nämlich Dokumentation, Entwicklertests und in der finstersten Ecke die Bearbeitung von Fehlern auf dem Produktivsystem.

Schade, dass ich diese drei finsteren Gestalten nicht einfach auslagern kann!
„Das Programmieren und seine finsteren Seiten“ weiterlesen