Mit wie vielen Menschen redet man eigentlich auf der Arbeit?

Freitag, 18.01.19. Gütersloh.

Heute Morgen überrasche ich wieder meinen Wagen aus einem verträumten Winterschlaf als ich mit meiner Plastikkundenkarte unsanft – ich habe immer noch keinen Eiskratzer – die dünne, widerspenstige Eisschicht abkratze. Darauf waren wir beide nicht vorbereitet, denn ich habe mich entschlossen, heute zum Kunden zu fahren. Wir Berater sind freitags meistens nicht beim Kunden, sondern im Office bzw. Homeoffice (ja, wir leben den Traum!).

Ich würde auch lieber zu Hause bleiben, bin jedoch etwas im Verzug mit einem Arbeitspaket und will etwas Zeit gut machen, die ich diese Woche für zusätzliche Aufgaben verbraucht habe. Wir haben Tester im Haus, die die neueste Version der SAP CRM & ERP Software prüfen (nennt sich User Acceptance Test).

Beim Testen zu unterstützen ist ok. Was ich allerdings nicht mag, sind Defects. Also Fehler, deren Fehlerbeschreibung ich verstehen, dann analysieren und, wenn nötig, korrigieren muss. Jedes einzelne für sich eine Herausforderung. Das Bugfixing an sich ist besonders unangenehm, lästig und eine Art Beleidigung, als würde deine Mutter unangemeldet in dein Zimmer kommen und sagen, du musst aufräumen, obwohl dein Zimmer bereits unbeschreiblich ordentlich ist.

„Mit wie vielen Menschen redet man eigentlich auf der Arbeit?“ weiterlesen

Designed Survivor und eine unangenehme Produktplatzierung

Mittwoch, 16.01.19. Bielefeld.

Zu Hause verzehrt mein Trimmrad Stunden von Serienkilometern. Im Moment schaue ich mir auf Netflix »Designated Survivor« an. Bei einem Terroranschlag im Kapitol kommen die Mitglieder des Obersten Gerichtshofes, der Präsident und seine Kabinettsmitglieder ums Leben. Scheinbar überlebt keiner diesen Anschlag, bis auf den Notfallüberlebenden Thomas Kirkman, also den Designated Survivor, denn der muss sich an einem sicheren Ort entfernt vom Kapitol aufhalten. Kirkman wird als letztes überlebendes Kabinettsmitglied zum neuen Präsidenten vereidigt und damit beginnt diese Suche nach den Terroristen.

Die Serie ist nett, freundlich und durchaus spannend. Manchmal habe ich das Gefühl, das etwas zu konstruiert ist und mich nicht ganz überzeugt. Es liegt nicht nur daran, dass ich ein Fan von »House of Cards« bin, sondern an Kleinigkeiten, die mich immer ein wenig aus der Handlung herausreißen. Dann vergesse ich es, bis wieder eine Kleinigkeit mich irritiert und mich dann wieder an das Gefühl erinnert, dass da doch vorher schon etwas nicht passte. Es ist wie ein Stolpern, bei dem man aus dem Takt gerät, aber nicht hinfällt. Passiert es allzu häufig, dann bleibt man stehen und blickt auf den zurückgelegten Weg und fragt sich, was ist das los.

Dieses letzte Stolpern erlebe ich heute in der Episode 18 der ersten Staffel (1×18). Der Titel dieser Episode lautet »Lazarus«, was vermutlich eine biblische Anspielung auf Lazarus ist, der von den Toten auferweckt wurde und als Patron der Totengräber gilt. Das scheinbare Auferstehen von Totgeglaubten (könnte man als Lazarus-Phänomen bezeichnen) taucht mehrfach in der Serie auf. Anscheinend hat es auch bei mir einige Geister – kritische Geister – aufgeweckt, während ich gedankenfrei in die Pedalen meines Hometrainers trete und kein bisschen vorankomme.

„Designed Survivor und eine unangenehme Produktplatzierung“ weiterlesen

Netflix ist wie nach Hause kommen an einem verregneten Tag

Nach Hause fahren

Dienstag, 08.01.19. Gütersloh. Ich fahre nach Hause. Der Regen prasselt auf meine Windschutzscheibe, nachdem die Sonne schien, bevor es wieder regnete, nachdem wieder die Sonne freundlich vorbeischaute. Da oben, so scheint es, übt noch jemand und kann sich nicht entscheiden.

An anderer Stelle zeichnet sich für mich eine klare Tendenz ab.  Mein Artikel »Amazon Prime oder Netflix?« wurde kommentiert und diskutiert. Leider nicht hier auf meinem Blog, sondern in den Sozialen Medien, im Speziellen auf Facebook in einer geschlossenen Gruppe. WebMention funktioniert leider für Facebook nicht mehr, somit werden diese Kommentare aus Facebook nicht mehr in die Kommentare meines Blogartikels übernommen. Daher fasse ich die Diskussion und die Präferenzen hier zusammen. Moment! Weiter geht es erst nach der Werbung;-)

„Netflix ist wie nach Hause kommen an einem verregneten Tag“ weiterlesen

Mimikry

Es ist letzte Woche bei mir zu Hause. Ich sitze vor dem Fernseher und drücke die Pause-Taste. Es passiert nichts. Die Folge »Elementary« läuft unbeeindruckt weiter. Natürlich, es liegt nicht an dir, liebe Fernbedienung, sondern an mir. Wir alle haben unsere schwachen Momente und an deinem bin ich schuld! Trotzdem werde ich es im Moment nicht ändern, wieso auch. Also ziele ich mit der Fernbedienung genau auf den Fernseher und drücke diesmal mit konzentrierter Kraft. Obwohl mein Daumen eine übermenschliche Energie entwickelt, passiert wieder nichts. Ich schüttle die Fernbedienung als könnte ich mit dem Schütteln die kaum existente Energie potenzieren. Und drücke wieder.

Albert Einstein sagte einmal, es sei Wahnsinn, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Es wird noch schräger: Albert Einstein kann sich selbst nicht daran erinnern, dieses Zitat je gesagt zu haben!

„Mimikry“ weiterlesen

Mr. Präsident und sein Überraschungsei

Als Trump eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in einem fremden Raum als weltgrößter Präsident wieder. Es musste ein Irrtum sein oder seine Augen täuschten ihn. Er rubbelte sich die Augen, um die Tropfen der Nacht aus seinem verklärten Blick zu wringen, als seien seine Lider zwei nasse Lappen.

Er spürte die harte Stuhllehne am Rücken, als er seinen Kopf ein wenig hob. Das grelle Licht an der Decke flimmerte hilflos. Das ging zu weit nach oben. Aber zu weit oben, das war der Ort, wo ein Mann wie er hingehörte. Nur – er blinzelte den Schlaf noch immer aus den Augen und suchte nach Antworten. Doch davor musste er sich die Fragen auf diese Antworten ausdenken. Aber bevor ihm gelang, sich zu fragen, wie zum Teufel er hierher kam und warum, fiel sein Blick auf das kleine, verspielte Ei mitten auf dem glatten, sterilen Tisch vor dem er saß.

Was für ein komisches Ei, dachte er sich, und dann noch nur ein einziges Ei und das noch zum Frühstück! Wo waren der Speck, die Cornflakes, der Big Mac oder die Pommes?

»Wir haben ein Überraschungsei für Sie.«

„Mr. Präsident und sein Überraschungsei“ weiterlesen