Ein Text ohne Sinn

»Ich ging in einen Buchladen, um ein Buch zu kaufen und kam mit sechs Büchern heraus.
Jetzt weiß ich, wie Frauen sich in Schuhläden fühlen…«
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Sonntag, 16.06.19. Bielefeld. Gedämpfte Hitze. Die Sonne versucht, hinter den Wolken durchzubrechen und scheitert am Morgen an der zu dicken Wolkendecke. Es ist stickig und ich ein wenig stinkig.

Ohne Scheiß, ich sitze jeden Abend vor dem aufgeklappten Display meines Notebooks, der nach Texten hungert, aber dann passiert häufig – nichts; oder, wenn doch, dann kommt häufig ein Scheißtext dabei heraus.

Natürlich sollte ich meinen Text nicht mit einem Satz beginnen, in dem das Wort »Scheiße« gleich zwei Mal (und hiermit ein drittes Mal) auftaucht, denn wer liest so einen Text? Klingt doch wie die Einladung auf eine Party, die der Partygeber selbst für miserabel hält (warum schmeißt er dann überhaupt Partys?).

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Über das wir nicht schreiben

Donnerstag, 14.03.19. Bielefeld.

Heute wieder »Manhunt: Unabomber« auf Netflix weitergeschaut. In der Miniserie geht es unter anderem um den FBI Agenten Jim Fitzgerald, der anhand der Texte des Unabombers mittels forensischer Linguistik ein Profil von ihm erstellt. In Folge 5 der 1sten Staffel fragt sich Jim Fitzgerald sinngemäß:

Was sagt das über ihn aus, worüber er nicht schreibt?

Die Frage fand ich sehr interessant, so dass sich sie mir notierte. Ich mache mir überall und jederzeit Notizen, die kaum das Licht der Online-Welt erblicken, aber dieser eine Satz hat es geschafft.

Stell dir doch mal vor: Was für ein Bild hat jemand von dir, wenn er oder sie alles von dir liest?

Seit genau neun Jahren schreibe ich schon Artikel in meinem Blog.

Was also würde jemand über mich denken, der alle meine Artikel hintereinander liest?

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Ich kann noch hoffen oder Viagra für meinen Kopf

»Ich könnte Bestseller schreiben,
Meisterwerke malen,
Krebs heilen und die Welt retten,
aber mein Gehirn macht da einfach nicht mit.«
Ich

Ich will schreiben, warum auch immer – ehrlich, ich weiß es nicht. Vielleicht ist dieser Blog die Suche nach einer Antwort. Vielleicht sollte ich zum Arzt gehen:

»Herr Doktor, ich will unbedingt schreiben, bin aber nicht talentiert und ehrgeizig genug dafür. Können Sie mir etwas verschreiben?«

Sollte ich mal versuchen, nur um die Reaktion zu sehen oder doch, um eine Antwort zu erhalten, die ich dann bloggen kann. Aber, ich lenke mich wieder ab.

Seitdem dem ich mich letzte Woche mit WhatsApp und der Erweiterung für Chrome beschäftigt habe, habe ich jeden Abend nach neuen Anwendungsgebieten für Erweiterungen umgeschaut. Habe mehrere Stunden im Web Store gestöbert, dort Erweiterungen heruntergeladen und das Coding analysiert, um mich inspirieren zu lassen. Zugleich bei jeder bescheuerten Webseite das Entwicklertool mit F12 aufgerufen, um die Seite zu analysieren. Immer auf der Suche nach einer tollen Idee, einer sinnvollen Funktion oder just for fun!

Dabei wollte ich mich auf die Suche nach neuen Inhalten machen, um auch diese Woche einen umwerfenden Artikel zu schreiben.

Tatsächlich gab es ein paar Fragen von Lesern zu dem Punkt, ob man den Status »Online« bei WhatsApp nicht doch irgendwie unterdrücken könnte. Mir fiel nur eine einzige Variante ein: WhatsApp Nachrichten direkt auf dem Homescreen oder Lockscreen (Sperrbildschirm) zu beantworten.

Vermutlich würde WhatsApp dann nur noch »online« für einen sehr kurzen Zeitraum aufflackern lassen, in dem Moment, an dem die Nachricht von WhatsApp verschickt wird. Der Frage, ob mein automatisiertes Skript genau diesen Moment erfassen könnte, ging ich nicht nach, weil es mich schlicht und einfach nicht interessiert.

Es scheint so, dass mich mehr die Technik und deren Anwendungsmöglichkeiten interessieren als die Meta-Ebene der Kommunikation oder das Ausspionieren von Menschen.

Ich brauch das nicht – später vielleicht. Wenn ich kurz vor der Verzweiflung stehe (die Rache ist mein, sagt das Schicksal zum arroganten Ich). Weil eine die Angebetete nicht antwortet. Aber da verlasse ich mich auf meine Schusseligkeit. Manchmal bin ich so »zerstreut«, dass ich kurz vor der Verzweiflung falsch abbiege und sie verpasse. Und schon wieder lenke ich mich ab (sollte ich es vielleicht »frühzeitiges geistiges Abbiegen« nennen?).

Und während ich mich darüber ärgere, diese Woche zu viel Zeit mit den Chrome Extensions vertrödelt zu haben, ohne dass dabei etwas Brauchbares für meinen Blog herauskam (obwohl ich mehr über Erweiterungen lernte), erscheint mir heute eine Frage in fetter Leuchtschrift wie eine Eingebung.
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WhatsApp und die Meta-Ebene der emotionalen Kommunikation

Gleichsam wie durch einen Kuss aus ihrem Dornröschenschlaf aufgeweckt, bemerkten einige meiner »Kontakte« auf WhatsApp einen eingebildeten bitteren Geschmack in ihrem Mund. Vielleicht hätte ich zuerst eine Zahnbürste oder gleich eine Badewanne reichen sollen (was viel zu selten in Märchen geschah – es ist doch erstaunlich, wie bezaubernd die angehenden Prinzessinnen aus ihrem langen Schlaf erwachen). Aber das hier war kein Märchen, sondern die reale Welt, wo Menschen nicht gerne aufgeweckt werden (der Wecker singt jeden Arbeitstag sein Lied davon).

Der Weckruf erreichte einen Teil meiner »Kontakte« in Form eines überraschend verschwindenden Profilbilds. Mein charismatisches Gesicht wurde durch einen grauen Kreis mit weißem Kopf ersetzt. Ich hatte meine WhatsApp Einstellungen geändert und teilweise sie gelöscht. Im ersten Moment muss das ein Schock gewesen sein, sonst hätte ich nicht emotional aufgeladene Nachrichten bekommen. „WhatsApp und die Meta-Ebene der emotionalen Kommunikation“ weiterlesen