INSERT INTO SAP Cloud Platform VALUES (‚Hakan‘);

03. – 08.02.19. Walldorf.

Ich bin schon so lange SAP Berater, dass ich mich nicht mehr erinnere, wann ich zuletzt – oder überhaupt – auf einer SAP Schulung bei der SAP war. Daher wurde es endlich Zeit, etwas dazuzulernen, vor allem, wenn Kunden nach nachweisbarem Know-how fragen.

Das Thema Digitalisierung bzw. digitale Transformation gewinnt immer mehr Bedeutung bei allen unseren Kunden. Dabei spielt die Cloud eine wichtige Rolle (»Ohne Cloud keine Digitalisierung«). Also ab nach Walldorf zum SAP Training »CP 100 – SAP Cloud Platform«.

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Mit wie vielen Menschen redet man eigentlich auf der Arbeit?

Freitag, 18.01.19. Gütersloh.

Heute Morgen überrasche ich wieder meinen Wagen aus einem verträumten Winterschlaf als ich mit meiner Plastikkundenkarte unsanft – ich habe immer noch keinen Eiskratzer – die dünne, widerspenstige Eisschicht abkratze. Darauf waren wir beide nicht vorbereitet, denn ich habe mich entschlossen, heute zum Kunden zu fahren. Wir Berater sind freitags meistens nicht beim Kunden, sondern im Office bzw. Homeoffice (ja, wir leben den Traum!).

Ich würde auch lieber zu Hause bleiben, bin jedoch etwas im Verzug mit einem Arbeitspaket und will etwas Zeit gut machen, die ich diese Woche für zusätzliche Aufgaben verbraucht habe. Wir haben Tester im Haus, die die neueste Version der SAP CRM & ERP Software prüfen (nennt sich User Acceptance Test).

Beim Testen zu unterstützen ist ok. Was ich allerdings nicht mag, sind Defects. Also Fehler, deren Fehlerbeschreibung ich verstehen, dann analysieren und, wenn nötig, korrigieren muss. Jedes einzelne für sich eine Herausforderung. Das Bugfixing an sich ist besonders unangenehm, lästig und eine Art Beleidigung, als würde deine Mutter unangemeldet in dein Zimmer kommen und sagen, du musst aufräumen, obwohl dein Zimmer bereits unbeschreiblich ordentlich ist.

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Die Schönheit unter der Oberfläche

Dienstag, 27.11.18. Bielefeld. Hustend durch die Nacht. Der Morgen hat mich aus dem Bett gekotzt. Kein schöner Anblick. Brocken eines Körpers, der meiner ist, schwanken wie ein Besoffener zwischen krank und kränker. Taumeln im Dunkeln einem imaginierten Abgrund selbstmitleidig und genervt entgegen. Die Nacht und mein Schlaf waren noch nie Freunde und doch sehnt sich mein Körper an diese alten, schlechten Zeiten zurück. An meinem Nacken lauert die Furcht vor einer Verschlimmerung meiner Erkältung. Die sollte doch allmählich abklingen! Es sieht also nicht gut für heute aus als der Tag sich durch den kalten Morgennebel bricht. Ich lege mir meinen silbergrauen Baumwollschal um und fahre chic zur Arbeit.

***

Ich durfte heute einer meiner umfangreicheren SAP Entwicklungen vorstellen. Wichtige Kennzahlen mit buntem Hintergrund und wohlgeformten Kurven. Die Visualisierung gefällt mir selbst wirklich gut und macht auch einen Eindruck beim Kunden. So ist das halt. Die eigentliche Programmierung dahinter sieht keiner und kann sie nicht wirklich beurteilen.
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Das Programmieren und seine finsteren Seiten

Donnerstag, 15.11.2018. Ich bin ein Frühchen. Mit 13 Jahren begann ich zu programmieren. Seitdem habe ich im Grunde nie damit aufgehört, denn warum sollte ich mit etwas aufhören, das mir Spaß macht. Daher kann ich mir ein Leben ohne Programmieren schwer vorstellen. Das Doofe ist nur, ich werde nicht jünger.

Ich werde also gegen meinen ausdrücklichen Willen älter. Älter zu werden bedeutet nicht nur, dass man nicht mehr ins Bild des jungen, hippen Entwicklers passt, sondern auch immer »teurer« wird.

Dann gibt es noch den Trend Nearshoring, wo u.a. Teile eines Projekts wie die Umsetzung (oder auch alles) an ostdeutsche Unternehmen ausgelagert werden.

Entgegen dieser Trends nimmt mein Programmierumfang wie so ein Bauch bei meinen Kunden zu. Eigentlich finde ich das nicht so schlimm, nur bin ich Berater für IT Prozesse, spezialisiert auf SAP CRM. Je mehr ich beim Kunden umsetze, desto häufiger werde ich vom Kunden für weitere Implementierungen angesprochen. Ich bin also Opfer meines Erfolgs!

Es gibt aber eine Schattenseite bei der Implementierung, über die niemand offen spricht. In diesem Schatten lauern nämlich Dokumentation, Entwicklertests und in der finstersten Ecke die Bearbeitung von Fehlern auf dem Produktivsystem.

Schade, dass ich diese drei finsteren Gestalten nicht einfach auslagern kann!
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Eskalation oder Warum es besser ist, einen kühlen Kopf zu bewahren

»Gut, dass du da bist!« Er lacht dabei. Ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, wird sich in wenigen Minuten herausstellen. Seine Kollegen blicken kurz auf und schenken dem Raum ein Lächeln. Das könnte lustig werden.

Währenddessen versucht das Sonnenlicht durch die halb zugezogenen Jalousien in das Büro zu gelangen mit wenig Aussicht auf Erfolg. Ich sehe Andeutungen eines blauen Himmels. Für meinen Geschmack ist das Büro zu kühl. Immerhin frisch gelüftet.

»Eigentlich«, sage ich, »bin ich hier, um DIR eine Frage zu stellen.«

Manchmal nervt mich das schon, wenn ich jemanden eine Frage stellen möchte und dem Befragten, der er in diesem Moment noch nicht ist, einfällt, dass er mir ja auch eine Frage stellen könnte. Der Haufen, an dem ich arbeite, wächst mit jedem Schritt statt zu schrumpfen. Arbeit dehnt sich nicht nur in der ihr zur Verfügung stehenden Zeit aus, sondern sie nimmt (mit jeder Interaktion) zu. Gut, der Kunde ist König und hat Vorrang. So ist das nun einmal in der Beraterwelt.

»Ok, stell deine Frage.« Vielleicht habe ich Glück und kann es schnell abhaken. Immerhin wirkt er entspannt und amüsiert. Vielleicht lachen am Ende wir beide.

»Ich muss dir etwas zeigen.« Er lacht wieder. »Es gab ein Hin und Her und Eskalationen wegen dieses Fehlers.«

Oh wie schön! Genau das, was mir noch fehlt. Er schüttelt seinen Kopf und ich ahne, da steckt mehr dahinter. Das Wort »Eskalation« ist eigentlich nichts Schlimmes. Ein probates Mittel, wenn man nicht vorankommt. Doch die Art, wie er dieses reizende Wort betont, scheint zu sagen, dass da eine gewisse Bedrohung, ein Angriff lauert, das bzw. die er nicht ernst nehmen kann und damit ins Leere läuft. Irgendwann reagiert niemand mehr auf irgendeine Eskalation. Das ist wie mit Peter und dem Wolf.

Er klickt auf einen kleinen, unscheinbaren Knopf im Browser der SAP CRM Oberfläche für das Contact Center, der auf seinem großen Monitor noch unbedeutender erscheint. Ein neues, großes Browserfenster öffnet sich.

»Siehst du das?«
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