Meine Lesegeschwindigkeit für »Three Women – Drei Frauen«

Sonntag, 09.02.20. Bielefeld.

Das erste Buch, bei dem ich meine Lesegeschwindigkeit gestoppt habe, war Atwoods »Report der Magd«. Für das Lesen des Buchs benötigte ich mehr als 9 Stunden. Jetzt habe ich meine Lesezeit beim nächsten Buch gemessen. Es ist »Three Women – Drei Frauen« von Lisa Taddeo (Amazon Werbelink).

Meine Lesegeschwindigkeit

Ich las das Buch in 16 Tagen vom 25.01. – 09.02.20 und notierte mir im Buch meine Zeiten:

  • 01:56:13,83 auf Seite 100
  • 04:05:16,39 auf Seite 200
  • 06:08:19,12 auf Seite 300
  • 08:10:30,17 auf Seite 413

08:10:30,17

Vergleich zum vorherigen Buch

Im Vergleich zum Report der Magd bin ich bei diesem Buch eine Stunde früher mit dem Lesen fertig geworden. Weiterhin benötigte ich pro 100 Seiten knapp 20 Minuten weniger Lesezeit, daher erklärt sich auch die Differenz von einer Stunde in der Gesamtlesezeit.   

Keine Rezension

Rezensionen schreibe ich nicht so gerne, eigentlich gar nicht. Zum Lesen würde ich es weiterempfehlen, dennoch bin ich etwas enttäuscht von dem Buch gewesen.

Die Kritik lobte dieses Buch dermaßen mit Superlativen wie z. B. es gewähre einen Einblick in die Psychologie der weiblichen Sexualität oder hob die literarische Brillanz hervor oder decke auf, was Frauen wollen und begehren (Zitate auf dem Buchrücken).

Nun gut, und was habe ich für mich über die Frauen entdeckt?

Eigentlich gar nichts (Neues). Bestimmt, weil ich ein erfahrener Frauenkenner bin und bereits alles weiß;-) Aber im Ernst. Die Geschichten der Frauen erschienen für mich wie Geschichten über ihre Fixierung und Abhängigkeit zu einem Mann und ihr Scheitern damit. Erwartet hatte ich Geschichten von unabhängigen, starken Frauen, gelesen eher die – wie soll ich es bezeichnen? – des schwachen Geschlechts, von Opfern? Das irritierte mich stark.

Ebenso irritierend fand ich verschiedene Stellen im Buch, die mich aufhorchen und fragen ließen, wer spricht hier eigentlich? Ist es wirklich die Frau selbst oder nur die Autorin?

Woher kann ein(e) AutorIn wissen, was ein anderer Mensch gedacht, gefühlt, gefürchtet etc. hat? Woher kann diese Person genau das in Tiefe und Detail nachempfinden, was ein anderer Mensch just in dem Moment erlebt und empfunden hat?

Das kann niemand.

Damit legt die Autorin ihren Protagonistinnen die Worte in den Mund.

Jetzt kann man zu Recht sagen, die Autorin verleiht den Frauen eine Stimme und die Protagonistinnen haben vielleicht die Texte über sich gelesen und bestätigt.

Aber wenn etwas im Nachhinein geschrieben oder geschildert wird, also erinnert, bleibt es eine Rekonstruktion.

Und wer sich mit Menschen ernsthaft unterhalten hat – und dazu zähle ich mich auch – der merkt schnell, wie einfach man anderen Menschen etwas in den Mund legen kann, vor allem, wenn es ihnen schmeichelt oder ihre Welt erklärbar macht. Daher bin ich immer vorsichtig, wenn es um die Deutung des Innenlebens anderer Menschen geht. Sprachlich bedeutet es für mich, es muss erkennbar sein, dass ich hier etwas widergebe, wenn es von mir stammt. Wäre das Taddeos Buch ein Roman, hätte ich nicht diese Bauchschmerzen.

Vielleicht liegt es an mir bzw. an meinen zu hohen Erwartungen, weil das Buch für viel Aufsehen und Begeisterung sorgte.

Vielleicht bin ich durch andere Bücher vorbelastet, denn ich kenne ein anderes Buch mit dem Titel »Drei Frauen«. Es stammt von Robert Musil. Auch darin geht es um das Verhältnis zwischen Mann und Frau…

Link zum Buch

Meine Lesegeschwindigkeit für »Three Women – Drei Frauen«

»Three Women – Drei Frauen« von Lisa Taddeo (Amazon Werbelink).

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