Männer und die Unsicherheit

Frau unsicher
Jede Frau will einen Mann, der weiß, was er will. Der seine Gefühle zeigt. Der keine Spielchen spielt. Und wenn doch, dann nur mit offenen Karten. Der nett, zuvorkommend und höflich ist. Das klingt doch nach einem richtigen Mann. Einem Mann, der erfolgreich bei Frauen ist.

Pustekuchen! So ein Mann, der ist langweilig, weil vorhersagbar! Wollen wir nicht alle die Gefühlsachterbahn, weil das Leben viel mehr bieten muss?

Was sagt dir deine Erfahrung? Wie erfolgreich warst du, wenn du nett zu den Frauen warst? Wie erfolgreich warst du, wenn du dich wie ein »Arsch« benommen hast?

Wer zuerst Gefühle zeigt, hat verloren – Das Spiel

Im Laufe des Lebens machen wir alle unsere Erfahrung mit dem anderen Geschlecht. Wissen nicht, wie wir uns verhalten sollen. Sind eingeschüchtert, unsicher. Doch von alledem lassen wir unser Gegenüber nichts spüren.

Überspielen das eigentlich Gefühlte und geben uns uninteressiert und unbeeindruckt. Obwohl wir alle das gleiche wollen, spielen wir alle das falsche Spiel und wundern uns am Ende, warum wir nicht an unserem richtigen Ziel ankommen. Verschleiern und taktieren. Nur nicht zu viel verraten. Das gelingt uns natürlich nicht immer. Dann verhalten wir uns genau gegenteilig und stellen fest, das hat nicht geklappt. Wir denken uns, besser ein falsches Ziel erreichen als gar keins!

Wie wir uns auch immer verhalten, es scheint nicht richtig zu sein. Und dann klappt es plötzlich und keiner weiß warum. Daher bilden wir unsere eigenen kleinen Theorien, die funktionieren, da sie unwidersprochen bleiben oder gar von anderen bestätigt werden und die Realität bei ihrem Wirken nicht stören.

Frauen und die Arschlöcher

Diese Theorien nähren sich oft aus fragmentarischen Erinnerungen und sind höchst selektiv. In solchen Erinnerung bleiben uns meistens die emotionalsten, negativsten oder drastischsten Momente. Unwillkürlich kumulieren diese Erinnerungen in einem selbstgerechten Schmelztiegel zu einer Erkenntnis, die uns plötzlich selbst überrascht: Frauen stehen auf Arschlöcher!

Mit einem Mal glauben wir, Muster zu erkennen und Erklärungen dafür liefern zu können auch wenn wir selbst nie ein Arschloch waren. Dann formen die Gedanken Sätze wie diese, die durch ihre Einfachheit eine Wucht gewinnen, der du dich nicht entziehen kannst:

Behandelst du die Frauen gut, dann denken sie in Ruhe über dich nach und finden nur Fehler!
Behandelst du sie schlecht, dann denken sie unruhig darüber nach, was mit ihnen selbst nicht stimmt und wie sie DIR gefallen können.

Bestimmt ist der Rückblick ein wohlgefälliger und selbstgerechter Blick in die Vergangenheit, um sich die Welt verständlich und schön zu reden, sich selbst gegenüber zu rechtfertigen und für sich zu beschließen: ich habe alles richtig gemacht und der Fehler lag bei den anderen. So kann jeder getrost weiter nach vorn blicken und den bisher gegangenen Weg einfach und ohne Veränderung fortsetzen.

Bei dem »schlecht behandeln« von dem ich rede, geht es nicht um die Beschimpfung oder unverhältnismäßige Behandlung einer Frau! Das wäre das Falscheste, denn nur gestörte Menschen machen das! Es geht vielmehr darum, einfach mal eine Frau links liegen zu lassen. Sich nicht wegen ihr zu verbiegen und einfach mal du selbst zu sein, und ihr nicht ständig hinterher zu rennen, jeden Wunsch von ihren Augen ablesen zu wollen, sensibel und brutal aufmerksam sein zu müssen. Hierbei geht es also um die Aufmerksamkeitsökonomie! Was ist da geeigneter als Facebook, der Ort der simulierten Nähe, hochglanzpolierter Selbstbeweihräucherung und der Zerstreuung.

Er liebt mich, er liebt mich nicht – Eine Studie

Genau dort haben Wissenschaftler der Universität von Virginia eine Studie durchgeführt [1]. Erin Whitchurch und sein Team präsentierten Studentinnen die Facebook-Profile von vier männlichen Studenten. Dann erzählten sie dem einen Teil Frauen, dass die Männer sie sehr mochten. Dem anderen Teil sagten sie, die Männer fänden sie durchschnittlich gut. Dem Rest der Damen berichteten sie, dass die Männer sich nicht sicher seien, ob sie die Frauen sehr mögen würden oder nur gut fanden.

Nun ratet doch mal, welche Gruppe von Frauen das größte Interesse an den Männern hatte und am meisten über sie nachdachte…? Es war die letzte Gruppe von Frauen, bei denen die Wissenschaftler so taten, als seien die Männer unentschlossen. Die Gruppe der Männer, die die Frau auf Anhieb sehr mochten schnitten besser als die Männer ab, die die Frauen nur durchschnittlich gut fanden.

Bleib locker!

Zumindest während der Anbahnungsphase passt also eine gewisse Verschlossenheit und Zurückhaltung. In der Praxis bedeutet das, einfach mal locker bleiben und gelassen handeln und nicht sofort die Hosen herunterlassen! Naja, das ist immer leichter gesagt als getan – mein Blog spricht davon Bände…

photo credit: Hammonton Photography via photopin cc

Quellen & Links

[1] Erin R. Whitchurch et al. – “He Loves Me, He Loves Me Not…”
Uncertainty Can Increase Romantic Attraction
URL: pss.sagepub.com/content/22/2/172.abstract, Stand 09.03.2014

Studie gefunden über
Daniel Rettig – Happy Valentine – 50 psychologische Fakten über Flirts, Sex und Liebe
URL: http://www.alltagsforschung.de/happy-valentine-50-psychologische-fakten-uber-flirts-sex-und-liebe/, Stand 09.03.2014


4 Gedanken zu “Männer und die Unsicherheit

  1. Ich bin ja der Meinung, sowas zieht nur bei Flirts. Wenn es ernst wird und man jemand wirklich passendes trifft, dann brauch man das ganze „ich verstelle mich so oder ganz anders“ nicht mehr. Dann ist man einfach nur man selbst – und dann ist es richtig. 😉

    1. hi ninjaan,

      genau, es bezieht sich nur auf die anbahnungsphase, wo beide sich gegenseitig erst kennenlernen. in einer beziehung hat das m.e. nichst zu suchen. generell finde ich es immer besser, so zu sein, wie man wirklich ist und sich nicht zu verstellen. aber sollte nicht sofort alles von sich preis geben, um ein bisschen „geheimnisvoll“ zu bleiben:-D

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