Auf der Suche nach dem Prickeln in der Flasche

Ich gebe es zu, warum sollte ich auch jemandem etwas vormachen, ich kann Wasser ohne Kohlensäure nicht trinken. Klingt banal, aber wäre ich darauf angewiesen, würde ich nicht überleben, denn ich finde stilles Wasser so langweilig, dass ich beim ersten Schluck sofort einschlafen und am Ende verdursten würde.

Damit kommt das Trinken von Wasser aus der Leitung für mich nicht in Frage. Also blieb mir nichts anderes übrig, Mineralwasser in Flaschen zu kaufen.

Ich kaufte und kaufte und wurde zum Flaschensammler, bis ich mich eines Tages dazu durchringen musste, das gesammelte Pfand einzulösen. Was mich zu meinem nächsten Problem führte: den Automaten. Maschinen vor denen du dich einreihen und dich ihrem Willen unterwerfen musst. Und jedes Mal fragte ich mich, dient die Maschine mir oder bediene ich die Maschine?!

Das ständige Gejammer über die leeren Flaschen und dem anfallartigen Fluchen vor den Pfandautomat mit dem kaputten Prozess, dessen unfreiwilliger Teil ich wurde, ging mir irgendwann auf den Geist, weil es mein Problem nicht löste. Kurzerhand kaufte ich einen Wassersprudler von SodaStream. Endlich begann das Wasser bei mir zu Hause zu sprudeln und prickeln.

Und dann, nach langer Zeit, daher unerwartet, aber erwartbar, geschah Folgendes: Der Kohlensäure im CO2-Zylinder ging die Puste aus. Kein Blubbern, kein Zischen und Prickeln mehr.

Kein Problem! Ich nahm den Zylinder heraus und ging zum Real,-, also dorthin, wo ich den SodaStream gekauft hatte. Und dann passierte das Unerwartete – ich bekam keinen vollen Zylinder.

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Wenn dir mal das nötige Kleingeld fehlt

Dienstag, 21.10.19. Gütersloh.

Ein Morgen, an dem man um 4 Uhr aufwacht, kann nicht schön sein. Was aber ist mit dem Tag, der daraufhin folgt, also dem Rest des Tages? Mein Kopf fühlt sich jedenfalls wie dieser Morgen an: leicht benebelt. Und irgendwo unter dem Nebel lauert vage eine Andeutung auf Kopfschmerzen.

So stehen die Zeichen heute nicht gut. Und ich versuche diese Vorzeichen irgendwie zu deuten. Es fühlt sich an wie Lesen im Kaffeesatz, dem Rorschach-Test für Hobbytrinker. Amüsanterweise bin ich Naturwissenschaftler und glaube an diesen Humbug nicht, aber ganz im abgewandelt-negativen Sinne der Anekdote über Niels Bohr und seinem Hufeisen über seinem Eingang*: Auch wenn ich daran nicht glaube, könnte es sich negativ auf mich auswirken – unschwer zu erkennen, ich bin der negative Typ.

Das ist das, was mir sofort durch den Kopf geht, als ich auf meinem Handy-Display die Nummer meiner Mutter aufleuchten sehe.

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