Gefangen im Körper eines Frühaufstehers

Montag, 06.01.20. Bielefeld.

Weiß du, was schlimmer ist als zu früh zu kommen? Zu früh aufwachen!

Gut, das Erstere kenne ich nur aus Film & Fernsehen. Das Letztere erlebe ich häufig im Bett.

Obwohl ich meinen Wecker auf eine ungewohnte Zeit gestellt habe, wache ich wieder kurz vor dem Klingeln auf. Jetzt ist es offiziell: Mein Urlaub ist heute vorbei und ich bin eine verfluchte Schweizer Uhr.

Ehrlich, ich habe es versucht. Leichte Variationen in der Zeit, nur um meinen Körper auszutricksen. 6:00. 6:15. 5:30. 5:58. Oder wie heute: 6:20 Uhr. Egal, welche Uhrzeit ich auch einstelle, ich wache kurz davor auf. Dass ich müde bin, interessiert niemanden. An schlimmen Tagen denkt mein Körper immer noch, der Wecker würde weit vor 6 Uhr klingeln. Es ist wie ein Fluch.

Dabei bin ich auch noch nacht- bzw. abendaktiv. Ein merkwürdiger Zustand für einen Frühaufsteher. Vielleicht braucht mein Körper diese Zeit, um endlich hochzufahren. Von 0 auf 100 in nur 17 Stunden! Und dann kannst du nicht losfahren, weil wieder Schlafenszeit ist.

Ich glaube, mein Körper (oder mein Leben?) und ich leben in unterschiedlichen Zeitzonen.

Immerhin waren wir uns heute auf der Arbeit ungewollt einig: Trotz mehrerer Wochen Urlaub fühlte es sich so an, als wäre ich nie weggewesen. Wie schnell ich von Urlaub auf Arbeit umschalten kann, das ist atemberaubend. Umgekehrt, also von Arbeit auf Urlaub, brauche ich einige Tage. Früher wurde ich in dieser Phase des Übergangs krank. Das passierte, weil im Urlaub der Adrenalin-Pegel herunter ging und der Körper nicht mehr so widerstandsfähig war.

Glücklicherweise passiert mir das nicht mehr, weil ich auf mich achte. Leider, da bin ich nicht so achtsam, ist etwas anderes an dessen Stelle getreten. In meinem Urlaub wollte ich etwas für meine Figur tun. Ja, was soll ich sagen…, es ist mehr Bauch geworden.

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