Nackt vor dem Spiegel

Montag, 20.02.2017. Bielefeld.

Eine Warnung vorweg: Es wird nicht erotisch!

Vor dem Duschen bin ich nackt. Das lässt sich nicht vermeiden. Und da ich nackt bin und einen Spiegel im Bad habe, riskiere ich auch mal einen Blick auf mich. Eigentlich kein Drama, das tue ich häufiger, aber das Volumen, das mein Bauch gerade einnimmt, beeindruckt mich gewaltig. Leider steht mir dieser Bauch nicht, und er fühlt sich auch noch wie tote Masse an, die ich vor mir hertrage. Die meisten sehen ihn nicht (hoffe ich doch!). Nur wenn ich sitze, kontrahiert er sich wahrnehmbar wie ein Bizeps zu einer kleinen festen Kugel, die bei meinen Hemden die unteren Knöpfe unter Spannung setzt.

Ich vermute, es liegt am Krüger Kaffeepulver Cappuccino Caramel-Krokant, das ich becherweise neuerdings trinke. Es schmeckt halt so gut und wärmt mich innerlich auf. Seufz. Eine Art perverser Kaffee-Ersatz, wobei es sich bei mir eher um einen Süßigkeiten-Ersatz handelt. So viel zu meinem erfolgreichen Umstieg von zuckerhaltigen Getränken auf Mineralwasser. Bevor mich die Krüger Familie jetzt verklagt, die 300g M&M‘s Packung, die an diesem Wochenende innerhalb von zwei Tagen gefressen inhaliert habe, so schnell verschwand der Inhalt nach dem Öffnen, trugen höchstwahrscheinlich ihren Teil dazu bei. Und bevor mich jetzt die Firma Mars verklagt – das nimmt ja kein Ende mit den Klagen –, ja, es gab weitere leckere Sünden.

Also, ich bin schuld an allem! Vielleicht hätte ich stattdessen mehr Produkte von Nestlé essen sollen?!

Immerhin hat es mir einen Erkenntnisgewinn gebracht. Jetzt endlich verstehe ich den Sinn dieser schmalen, kurvenreichen Spiegel, auf denen man die Hälfte seines Körpers nicht sieht, und die ich auf Selfies häufig sah. Wenn ich mich bei so einem Wellen-Spiegel zur richtigen Seite drehe, dann habe ich keinen Bauch mehr und eine Hammer-Brust!

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