Nackt vor dem Spiegel

Montag, 20.02.2017. Bielefeld.

Eine Warnung vorweg: Es wird nicht erotisch!

Vor dem Duschen bin ich nackt. Das lässt sich nicht vermeiden. Und da ich nackt bin und einen Spiegel im Bad habe, riskiere ich auch mal einen Blick auf mich. Eigentlich kein Drama, das tue ich häufiger, aber das Volumen, das mein Bauch gerade einnimmt, beeindruckt mich gewaltig. Leider steht mir dieser Bauch nicht, und er fühlt sich auch noch wie tote Masse an, die ich vor mir hertrage. Die meisten sehen ihn nicht (hoffe ich doch!). Nur wenn ich sitze, kontrahiert er sich wahrnehmbar wie ein Bizeps zu einer kleinen festen Kugel, die bei meinen Hemden die unteren Knöpfe unter Spannung setzt.

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Essen im Übermaß oder Verfressene Weihnachten

Nach der Hektik der Vorweihnachtstage kehrt ein wenig Ruhe ein. An den besinnlichen Tagen, wenn die Menschen gemeinsam um den Weihnachtsbaum oder beim Essen sitzen, scheint sich die Welt langsamer und leiser zu drehen.

Als Kind mochte ich diese besondere Atmosphäre mit ihren funkelnden Lichtern in einer winterlichen Landschaft, in der sich Zimt mit frisch gebackenen Keksen vermischte, während im Fernsehen Klassiker liefen, zumeist schwarzweiß (vor allem Miss Marple). Meine Eltern stellten keinen Weihnachtsbaum auf oder feierten Weihnachten, doch um uns Kindern eine Freude zu machen, bekamen wir Geschenke. Noch heute respektiere ich diese Tradition und nehme gerne Geschenke an!

Weihnachten feiere ich heute nicht mehr aktiv. Es ist vielmehr ein heiteres Rauschen im Hintergrund wie angenehme Fahrstuhlmusik, das mich über die Tage begleitet und gute Laune verbreitet (solange nicht das zulässige Maximalgewicht annähernd erreicht oder gar überschritten wird). Über Geschenke freue ich mich immer noch. Nur als Erwachsener werde ich mehr und mehr zum (Ver-)Schenker als Beschenkten. Eine weitere merkwürdige Verschiebung findet satt: An die Stelle von Geschenken tritt übermäßiges Essen – oder kommt mir das nur so vor? Ich war auf jeden Fall dabei.
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