Hast du es geschafft, etwas zu schreiben, muss es gut sein.
Wenn es gut ist, bedeutet es im Internet nicht immer, auch gelesen zu werden.
Manchmal hilft es, wie ein Kind die Wohnungstür aufzureißen und gleich mit dem wichtigsten Ereignis herauszuplatzen, so wie mit dem Frosch, der tot ist, sprich: Beginne mit einem fesselnden Auftakt und töte den Frosch sofort am Anfang!
Der Frosch und der Tot
Es klingt wie der Beginn eines Krimis, und du und ich sind der ahnungslose Zuschauer bzw. Leser: Wir stehen da mit großem Fragezeichen über dem Kopf und wissen nichts: was ist passiert, wieso ist der Frosch tot und wer hat den Frosch getötet?
Bevor jemand jetzt losläuft und anfängt, wehrlose oder verwunschene Frösche zu töten, das ist nur ein Bild – ein sehr einprägsames Bild, wie ich finde.
Gestern habe ich vom Tod des Froschs auf dem Podcast »10 einfache Wege, um deinen Blogartikel mit einem „Bang“ zu beginnen« des sehr informativen Affenblogs gehört:
»Ein Junge kommt nach Hause gerannt […] und sagt Papa, Papa, der Frosch ist tot, der Frosch ist tot!«
Und der Vater sagt: »Ganz ruhig Junge, erzähl erstmal, was ist passiert.« Und dann fängt der Junge an, zu erzählen: »Ja, ich bin Fahrrad gefahren…«
Was können wir aus dieser kleinen Erzählung lernen?
Wir neigen dazu, wie der Vater zu reagieren und ebenso zu schreiben. Denn, wenn wir Geschichten hören, dann beginnen sie mit »Ich bin Fahrrad gefahren…« oder »Es war eine laue Sommernacht…«, also sie beginnen sozusagen von vorne und arbeiten sich Satz für Satz zu dem Ereignis vor, wo der Frosch stirbt.
Wer aber im Internet Texte veröffentlicht, dürfte mit dieser Erzählweise Schwierigkeiten haben, sofern er keine besondere Fangemeinde hat. Denn, die Aufmerksamkeitsspanne im Internet ist kürzer als die Lebensdauer von Fernsehprogrammen beim Durchzappen: Wer nicht schon im ersten Satz alle Leser verloren hat, dürfte spätestens nach dem zweiten oder dritten Satz die Leser gelangweilt haben.
Also wie beginnen?
Wer gleich wie ein Kind mit etwas Wichtigem oder Interessantem herausplatzt, weckt eher das Interesse seiner Leser. Dabei gilt: Erst zeigen und dann erklären, da die anschließende Erklärung ausführlicher und zeitraubender wird.
Was wir noch von Kindern lernen können
Das Kind in der kurzen Passage ist vor Aufregung kaum zu bremsen. Sein Erlebnis überwältigt ihn so sehr, dass er nicht anders kann, als die Geschichte mit dem Frosch sofort weiter zu erzählen. Das steckt an.
Nachspiel
Beim toten Frosch handelte es sich nicht um einen verzauberten Prinzen. Weiterhin kam kein einziger Frosch beim Schreiben dieses Textes zu Schaden!
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Quellen & Links
Affenblog.de: »10 einfache Wege, um deinen Blogartikel mit einem „Bang“ zu beginnen«
Der Artikel enthält neun weitere hörenswerte Tipps. Auch, wenn ich die meisten davon kannte, motivierte mich das Zuhören, so dass ich im Anschluss ein paar Texte von mir analysierte. Sagen wir es so, ich habe Potenzial…
URL: http://www.affenblog.de/10-wege-blogartikel-bang-beginnen/, Stand 29.06.16

2 responses to “»Der Frosch ist tot« oder Wie beginne ich einen Blogartikel”
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Angi Brinkmann
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