F. hielt sich selbst nicht für die hübscheste. Fand sich etwas zu dick. Sei auch zu alt. Ihre Ehe sei auch am Ende. Das wisse sie. Loslassen könne sie aber nicht so leicht.
„Sevmeyin mesleğini arıyorum“, sprach mich der Mann an.
Mein Türkisch war nicht sonderlich gut, aber ich wusste sofort, welches Buch er meinte – das Buch, das eine eigenartige Anziehung auf mich ausübte und an das ich mich nicht herantraute. Ich wusste selbst nicht, warum das so war. Ich kannte nichts aus dem Buch. Ich hatte es bei Gemini in Bielefeld entdeckt. Der Titel hatte mich sofort fasziniert. An mehr kann ich mich rückblickend nicht mehr erinnern. Ich weiß nicht, ob ich es damals geahnt hatte: das Buch wird mich verändern!
Penny ist eine sehr attraktive Frau und dem hochintelligenten Nerd Leonard in dieser Hinsicht haushoch überlegen. Genau das ist ihm bewusst. Er versucht, durch Anbiederung und Nettigkeit das auszugleichen. Statt sich auf seine besonderen und individuellen Stärken zu besinnen, fängt er immer wieder an, sich ihr anzubiedern. Er will unbedingt gefallen und gemocht werden. Verkennt aber, dass er damit jene elementare Spannung nimmt, die für Anziehungskraft unentbehrlich und das Lebenselixier eines jeden Flirts ist. Er verhindert damit das Interesse an seiner Person, da er sich selbst aufgibt und für sein Gegenüber nicht erkennbar bleibt. Penny muss sich nicht mit ihm als eigenständige Person beschäftigen, sich mit Ungewissem plagen oder an sich selbst zweifeln. Nein, sie kann sich einfach zurücklehnen und sich langweilen.
Doch diesmal dreht er ungewollt den Spieß um.



