Ich war eben in der Bielefelder Innenstadt. Meine Güte, wie voll das ist! Mildes Wetter gepaart mit Weihnachtseinkaufsstress. Überall drängende Menschenmassen. Kam nirgends durch. Musste mich in den Menschenstrom einreihen. Wurde entschleunigt. Und trotzdem suchte ich nach einer Lücke, um mich durchzuwurschteln, als plötzlich ein bestimmender und maßregelnder Ton mich ablenkte und meinen Blick auf eine Mutter lenkte.
Beim Durchzappen stolperte ich in einem winzig langen Moment über „Shopping Queen“ 1, so als hätte ich mich in einer Laufmasche verfangen. Einer Sendung, die ich nur aus wenigen Ausschnitten kannte. Ausschnitte, in denen ich Frauen ständig hektisch in Boutiquen hinein-, herum- und hinauslaufen sah.Und während ich einen kurzen Moment irritiert über den tieferen Sinn nachdachte, landete ich inmitten einer Klatschrunde von halbwegs attraktiven Damen, die über die Ankunft einer weiteren Dame aus München redeten. Sie hätte etwas mit Mode zu tun. Und aus irgendeinem mir unbekannten Grund weckte das mein Interesse. Vielleicht erwartete ich ein Zickenkrieg oder andere Einblicke. Auf jeden Fall konnte ich nicht mehr umschalten – ich musste diese Frau sehen.


