Bizarr verzerrte Gesichter, die sich mit Hundeschnauzen und Hasenohren bis ins Niedliche paaren. Menschliche Hybride an der Grenze zwischen Grusel und schlechtem Geschmack. Und das alles auf Deinem Handy oder genauer: in dem Abbild deines Gesichts!
Kategorie: Social Life
Der Frühling trägt seltene Blüte an einem Esstisch zu Mittag in einer Kantine beim Kunden. Das Grün einer Petersilie oder einer Brokkoli – so genau weiß ich es nicht mehr – schimmert die Illusion einer Lücke zwischen den beiden Vorderzähnen, während der Arbeitskollege mit seinem breitesten Grinsen uns anlächelt. Immer wieder lächelt er als wäre er stolz auf dieses zarte Pflänzchen, das dort dekorativ die einfallenden Sonnenstrahlen genießt. Irgendwann muss jeder dieses dunkle Grün auf seinen Zähnen gesehen haben. Aber jeder, mit dem er spricht oder die mit ihm sprechen, übergehen das wuchernde Grün.
Ich sitze am anderen Ende des runden Tisches, bis mir das Grün kotzend auf die Nerven geht – oder es ist diese Art, alles Störende oder nicht ins Bild passende einfach zu ignorieren, um so den Schein zu wahren. Man möchte doch nicht unhöflich sein!
In meinen wildesten Herbstträumen entblättern sich Menschen wie Bäume. Zurückspulen in der Zeit um einige Jahre… Abends an einem kalten Freitag. Die Sonne hat den Tag auf dieser Seite der Scheibe verlassen. Die Nacht wagt sich hinaus, während ich mit aufgedrehter Heizung alleine im Wohnzimmer sitze. Es ist trotzdem kalt. Das Telefon klingelt und ein kleiner Ruck geht durch meinen Körper – sie ist es nicht.
Ausdauer ist ein Wort, das ich häufig mit Sport assoziiere. Kondition ist ein anderes Wort dafür, über dessen fehlende Existenz bei mir ich mich häufiger beschwert habe.
Ich bin heute bei strahlendem Sonnenschein und klarer Luft laufen gegangen. Wieder war ich nicht sehr erfolgreich. Denn ich habe die Eigenart, immer zu schnell zu laufen, vor allem, wenn Menschen vor mir auftauchen. Dann möchte ich sie überholen. Ist es Ungeduld oder ein innerer Ansporn? Was es auch ist, diese kurzen »Sprints« vermasseln mir meinen ganzen Lauf.
Dabei weiß ich es besser. Gestern hielt ich sogar meiner kleinen Schwester einen kleinen Vortrag darüber, über das Leben.
An das Schicksal glaube ich nicht. Alleine nur der Zufall kann es aber auch nicht sein. Denn jeder von uns lenkt sich zu einem gewissen Grad bewusst an jenen Ort zur jener Zeit an dem sich das ereignet, das beide Begriffe auf ihre Weise zu fassen versuchen. Und vielleicht geschieht dies häufiger nicht bewusst. Kleine, unbewusste Gesten. Ein Lächeln, ein Blick. Etwas, das einen Gedanken oder eine Situation ins Negative oder Positive kippen lässt und du plötzlich in einer dunklen Gosse oder erleuchteten Gasse landest.