Die Frage „Was schenke ich der Mutter meiner Patenkinder“ hatte ich zum Teil mit einem Kinobesuch beantwortet. Also stand ich vor der nächsten Frage – in welchen Film lade ich sie ein!
Es sollte etwas Humorvolles, Unterhaltsames und im besten Fall auch nicht zu oberflächliches Vergnügen sein. Als ich dann bei meiner Recherche auf den Film „Magic Mike“ stieß, musste ich bei dem Gedanken, ihr diesen Film vorzuschlagen, lachen. Ich wusste, sie würde sich darüber auch amüsieren, war mir aber nicht sicher, ob sie wirklich zusagen würde. Doch dann las ich etwas von „Drama-Komödie“. Das klang nach Tiefgang.
Departed – (c) copyright 2006 by Warner Bros. Pictures
Es sind Kleinigkeiten in unbedachten Momenten, in denen der Charakter eines Menschen sich uns für einen kurzen Augenblick zeigt. Diese Momente gewähren uns einen kleinen Einblick, wie dieser Mensch zu uns und zu sich selbst steht.
„Das bin ich“, antwortet sie zaghaft bevor er überhaupt eine Frage gestellt hat. Es ist ihr Bild, auf dem sie als kleines Kind dem Betrachter offen und unbeschwert entgegen lächelt. An der unscheinbaren Wand direkt neben dem Türrahmen und der Gardine hängt es vereinsamt herum. Es hängt unten. Weit unten, ungewöhnlich weit unten. Es hätte auch direkt auf der Kommode stehen können. Es fällt kaum auf. Doch Billy Costigan (Leonardo DiCaprio) entdeckt es, während er sich verlegen im Zimmer umschaut, denn eigentlich dürfte er nicht hier sein, eigentlich dürfte sie nicht hier mit ihm alleine sein.
Bevor ich letzte Woche „Hangover 2“ [1] mir angeschaut hatte, fragte ich eine Freundin wie sie den Film fand. Sie fand ihn lustig aber nicht so lustig wie Teil 1. Und dann erzählte sie mir von ihrer Verwunderung, wie klein doch der Penis des Asiaten gewesen sei und dabei war viel Mitleid aus ihrer Stimme herauszuhören. Penis? Was hatte das mit dem Film zu tun! Ich ignorierte diesen Teil ihrer „Filmkritik“. Doch nachdem ich den Film sah, fiel mir das wieder ein.
Gleich zu Anfang des Films finden die Akteure etwas Merkwürdiges auf dem Boden liegen. Etwas ziemlich Kleines, hautfarbenes ragt zwischen den Bettdecken aus etwas Schwarzem undefinierbar heraus. Ratlos wie Kleinkinder stehen sie drumherum und betrachten es. Spielen damit. Nach mehrmaligen Befummeln vermutet Alan, es handle sich dabei um einen Pilz. Also presst er es wieder zwischen Daumen und Zeigefinger, um dann an seinen beiden Fingern zu lecken. Schmecken kann er allerdings nichts. Bevor sie sich weitere Fragen stellen und weitere Untersuchungen durchführen können, springt mit einem Mal ein kleiner Asiate hoch. Er hatte bis eben noch nackt unter der Decke geschlafen, wurde aber gerade durch die unsanften Berührungen an seiner Eichel geweckt!
Das sollte nicht das einzige Mal sein, in dem ein Penis im Film auftauchen sollte. Der Untertitel des Films hätte auch „Große amerikanische Jungs spielen mit kleinen asiatischen Pimmeln“ lauten können und wäre eine wahre Fundgrube für Psychoanalytiker!
Über das Leben wird gemunkelt, es ergäbe einen Sinn im Rückblick, gelebt aber werden müsse es vorwärts. Im Unterschied zum Leben kann man einen Film „zurückspulen“. Wer den Film „Inception“ [1] gesehen hat, wird verstehen, was ich meine.
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