Böse vor acht

Sonntag, 05.01.20. Bielefeld.

Das alte Jahr ist hinüber und das Neue hat begonnen. Applaus. Und wie jedes Jahr um diese Zeit denke ich über mein Leben mit all seinen Verwirrungen, Verwerfungen und Wendungen nach. Ist mein Leben gut und bin ich gut zu meinem Leben? Was ist der Sinn und was soll der Scheiß?

Also jene tiefgreifenden, sinngebenden Fragen, die an der Oberfläche kratzen und niemals bedrohlich werden, aber mein Leben dennoch bedeutungsvoll erscheinen lassen und mir das Gefühl von Tiefe geben.

Kurzum, es ist wieder die Zeit, in der hoffnungsvolle Vorsätze reifen und das schlechte Gewissen betüddeln. Denn, seien wir ehrlich, zu mehr reicht es nicht und – Denkpause – was bliebe, würde der Vorsatz tatsächlich umgesetzt werden? Genau, man verlöre den liebgewonnenen Vorsatz, der einen all die Jahre hindurch treu begleitet hat.

Ich finde es ohnehin seltsam, dass Menschen mit ihren Vorsätzen bis zum Jahresende bzw. -beginn warten. Wenn es einen Zeitpunkt gibt, in der Geduld völlig unangebracht ist, dann dieser.

Und, warum müssen diese Vorsätze gut sein? Warum also nicht böse?

Bevor ich Beifall aus der falschen Ecke bekomme, ich meine nicht »böse« im kriminellen Sinne!

Quelle der Inspiration

Auf diesen Gedanken kam ich im letzten Jahr als ich zu früh auf das Erste umschaltete, um die Tagesschau zu sehen. Dort liefen verstörende Werbungen, zu deren Zielgruppe ich glücklicherweise noch nicht zähle. In Erinnerung sind mir Worte wie Reizdarm, Blähungen und Durchfall geblieben. Da ich so etwas nicht gewohnt war, dachte ich mir, woanders fürs Gesicht und hier für den Arsch.

Apropos. Der eigentliche Aufreger Die eigentliche Inspiration kam im Anschluss an die Werbung. Zwängte sich zwischen Werbung und Tagesschau: Die Sendung »Börse vor acht«.

Was soll diese Sendung mir sagen? Was ist der Sinn? Wenn sie wenigsten versuchen würden, die Menschen über Aktien aufzuklären, so eine Art Wissenssendung für angehende Anleger, dann würde ich es verstehen.

Diese Sendung irritierte mich dermaßen, dass ich sie kurzweilig als »Blöde vor acht« titulierte. Plötzlich kam mir die Idee, diesen Titel als neue Kategorie für meinen Blog zu nutzen. Doch ich fand ihn zu banal. Nach überhaupt nicht Nachdenken, fiel mir das Wort »böse« sein. Ja, »Böse vor acht« hat Potenzial!

Wozu soll das gut sein?

Unter »Böse vor acht« werde ich mir die Freiheit nehmen, ohne Blatt vor dem Mund, mich über irgendetwas, das mich aufregt, zu schreiben. Eine Art Wutschreiben. Es dient der psychischen Hygiene da oben.

Der eine oder der andere Leser (ich habe ja nur zwei) mag sich fragen, warum ich dafür eine neue Kategorie benötige und ob ich mich nicht schon frei äußere. Das stimmt. In dieser Kategorie jedoch stelle ich mir vor, Themen anzusprechen, die ich normalerweise nicht erwähnen würde, da ich sie – platt gesagt – zu blöd oder belanglos finde und mich auch sonst nicht so äußern würde (genauer gesagt sind es meine Gedanken zu etwas für nicht erwähnenswert halte).

Vor acht und nicht später

Die nächste Frage, die sich der geneigte Leser stellen könnte: Wieso vor acht?

Ganz einfach, weil die Artikel für diese Kategorie vor 20 Uhr erscheinen müssen. Denn ich bin impulsiv und emotional – also ein Südländer 😉 –, daher rege ich mich schnell auf. Meistens klingt dieser emotionale Zustand schnell ab, denn es geht nur darum, abzureagieren und mich damit nicht zu belasten. Es könnte durchaus auch passieren, dass dieser emotionale Zustand, besonders durch das Darüber-Schreiben, sich aufschaukelt und mich beim Einschlafen noch beschäftigt. Und das wäre kontraproduktiv zu meinem eigentlichen Ziel.

Also habe ich doch einen Vorsatz für dieses Jahr – hoffentlich gehen die dummen Themen dieses Jahr nicht unerwartet stark zurück!!1!

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