Wie ich fast zum Millionär wurde

Ich lese diese Nachrichten von erfolgreichen jungen Menschen mit sagenhaftem Vermögen. Im Internet. Dann rattern die Gedanken in meinem Kopf und stellen Unfug an. Wieso sie und nicht ich?!

Reich mit Snapchat

Evan Spiegel soll im letzten Jahr 638 Millionen Dollar verdient haben (Quelle: Reuters, Stand 25.02.18). Du fragst dich bestimmt auch, wer Evan Spiegel ist? Evans (wir duzen uns) ist der Gründer der Internet-Firma Snap.

Also der Mann, der Snapchat erfunden hat. Snapchat, die App mit dem Gespenst vor gelbem Hintergrund, der mich stark an die Geister bei Pacman erinnert. Snapchat, eine App, mit der ich nichts anfangen kann und die ich nicht verstehe (bitte nicht erklären!).

Zu verdanken hat er diese sagenhafte Summe dem Börsengang im Jahr 2017. Eine Aktie seines Unternehmens sollte damals 17 Dollar kosten, was einem Unternehmenswert von 24 Milliarden Dollar entsprach. Wie generiert man mit einer App so hohe Einnahmen, dass dieser absurd hohe Unternehmenswert gerechtfertigt ist? Vor allem, wenn sie mit Facebook, Instagram, Twitter etc. konkurrieren muss.

Hätte ich eine Antwort auf diese Frage, wäre ich höchstwahrscheinlich Multimillionär – wenn es soweit ist, feiern wir gemeinsam eine Party! Versprochen.

Wie ich reich werden könnte

Seien wir ehrlich, zum Multimillionär fehlen mir die Millionen. Und es sieht auch nicht so aus, als würde sich in nächster Zeit etwas daran ändern. Außer, ich gewinne im Lotto. Dazu müsste ich allerdings Lotto spielen.

Reich heiraten wäre auch eine tolle Lösung. Leider ist der Zug für mich abgefahren, denn dazu hätte ich jung und knackig sein müssen (ich bin eher welk, aber dufte noch gut).

Erben, ja, das wäre es, denn das meiste Vermögen wird vererbt und nicht erarbeitet (Quelle: Zeit-Online, Stand 25.02.18). Meine Eltern haben über die Jahre Millionen in türkischen Lira angehäuft – leider in der alten Währung. Oder – meine Eltern hätten nach Kalifornien auswandern sollen. Dort wäre ich bestimmt reich geworden!

Millionäre in Bielefeld

Aber so wuchs ich in Bielefeld auf.

Stellt euch doch mal vor, der Evans würde wie ich in Bielefeld aufwachsen und studieren. Hätte er dann die App Snapchat entwickelt und wäre Milliardär?

Ich sehe ihn, wie er in der Höhle der Löwen seine App perfekt pitscht und auf ratlose Gesichter stößt, die ohne Filter verzerrt dreinblicken. Linsen für Hundegesichter? Ist das Hundefutter oder eine Gesichtscreme?!

Oder Mark Zuckerberg, der auf dem Campus der Uni Bielefeld für sein Gesichtsbuch wirbt. Facebook? Ich bin bei studiVZ!

Oder was hätte ein Steve Jobs in Bielefeld gemacht? Produktdesign an der FH studiert oder auswandern.

Sie alle wären hier nur arme Millionäre.

Und umgekehrt, was hätte alles aus mir werden können, wäre ich im sonnigen Kalifornien aufgewachsen?

Dazu musst du Folgendes wissen.

Wie ich reich geworden wäre

Im zarten Alter von 13 Jahren kauften mir meine Eltern einen C64’er. Mit 14 hatte ich mir das Programmieren selbst beigebracht. Belegte dann Informatik als Leistungskurs und später als Studiengang an der Universität Bielefeld. Alles Zutaten für ein erfolgreiches Gericht.

Wäre ich im Silicon Valley aufgewachsen, so mein fester Glaube, wäre ich in irgendeinem erfolgreichen Unternehmen irgendwann zum Millionär geworden. Eine Art Sogwirkung im Strudel von anderen Reichen. Reich durch Unfall – Pardon, Zufall! Ein Kollateralschaden.

Dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgangen sein, dass ich nicht als Unternehmensgründer, sondern als Mitarbeiter den Weg zum Millionär begehen würde. Also nicht als Steve Jobs, sondern einer seiner Mitarbeiter (und bei meinem Glück auch noch der, der keine Aktienoptionen erhält).

Zur Wahrheit gehört, dass es eine Reihe von Erfolgsfaktoren gibt, die außerhalb der Kontrolle einer Person liegen. Aber wenn du selbst nicht etwas schaffst und handelst, dann gibst du den Faktoren wie Glück oder Zufall keine Chance.

Und wenn du doch noch eine tolle Idee hast und ein außergewöhnlich erfolgreiches Unternehmen gründest, dann gibt es weitere Fallstricke, die verhindern, sehr reich zu werden.

photo by Austin Chan on Unsplash

4 Gedanken zu “Wie ich fast zum Millionär wurde

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