Möchten Sie Facebook wirklich löschen?

Interessiert es dich, dass ■■■■■■■■ sich am Sack Reis gekratzt hat, während er umfiel? Oder dass ■■■■■■■ in der Nase purpelt, allerdings nur im linken Nasenloch? Oder dass Fönfris■■■0815 deine Haare gefallen? Oder wieso du einen Freundschaftsvorschlag von »GeileS■■■■■■■69« hast, weil du dir nicht erklären kannst, welchen Zusammenhang der Facebook-Algorithmus zwischen ihr und dir gefunden hat?

Letzte Anmeldung auf Facebook

Nein? Mich auch nicht.

Facebook ist wie ein kleines, quengelndes Kind, dass immer lauter schreit, je weniger Aufmerksamkeit es bekommt. Und je länger ich nicht auf Facebook bin, desto absurder erscheinen mir dessen Mitteilungen (Notifications). Es scheint, als versuche Facebook mich mit allen Mitteln auf die blaue Seite ziehen zu wollen. Je verzweifelter es wird, so scheint es, desto mehr und sinnbefreiter werden Facebooks Mitteilungen.

Aber vielleicht ist gerade das gut so. Vielleicht ist die Absurdität dessen, was mir mitgeteilt wird, ein Symptom für den Verfall Facebooks (nicht, dass ich am Ende ein Mysterium für den Facebook-Algorithmus bin und damit nicht zu greifen!).

Wo bleibt der Mehrwert für mich?

Ich habe die Facebook-App schon lange gelöscht, weil sie mich irgendwann einfach nur nervte. Jetzt scheint das Problem auf die Webseite verlagert worden zu sein.

Es schien, als füllte Facebook die Lücken der ausgeschalteten Mitteilungen mit denen der aktiven, aus denen ich auch nichts Sinnvolles für mich gewinnen konnte. Irgendwann schaltete ich alle Benachrichtigungen ab (Ausnahme: »Aktivitäten, die dich betreffen«) und beschloss, auch die App nicht mehr weiter zu nutzen (es gibt noch Kommentare, die Seite für meinen Blog etc., die Benachrichtigungen erzeugen). Es machte keinen Sinn mehr für mich. Ich habe jetzt eine Art Facebook-Zeit am Schreibtisch zu Hause.

Dort ignoriere ich alles – so gut es geht.

Ich benutzte Facebook ausschließlich, um meinen Blog zu promoten. Die Reichweite von Facebook ist beeindruckend!!! Dafür eignet es sich hervorragend.

Aber für alles andere nutze ich es lange nicht mehr.

Das bedeutet, dass ich seit langem dort kaum mehr etwas aktualisiere, sprich keine neuen Bilder poste, keine privaten Posts veröffentliche, keine bzw. kaum Likes verteile oder Kommentare schreibe. Und wenn ich doch etwas tue, dann nur Inhalte, die ich auch so ins Internet stellen würde. Niemals etwas, das nur privat sein soll.

Seit langem nutze ich Facebook nicht mehr als soziale Plattform – und ich frage mich häufiger: war Facebook je sozial?!

Wer echte soziale Beziehungen pflegt, der kann meiner Ansicht Facebook wenig abgewinnen.

Ich kenne niemanden aus meinem engeren Freundes- bzw. Bekanntenkreis, der Facebook wirklich noch nutzt. Wenn ich eine nicht repräsentative Umfrage starte, lauten die Antworten vorwiegend: um zu spionieren oder andere zu stalken.

Nicht sozial

Felix Schwenzel zitiert auf seinem Blog »wirres.net« John Gruber mit den Worten: »Facebook ist ein krimineller Konzern«. Das klingt gar nicht sozial und vertrauenswürdig.

Wieso sollte es auch? Facebook ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, dass alles tut, um seine Gewinne zu erhöhen und je schlechter dies funktioniert, desto mehr wird zu »unschönen« Mitteln gegriffen.

Einige dieser unschönen Mittel listet Henning Uhle in seinem Artikel über Facebook auf und misstraut Facebooks Ankündigungen, sich zu bessern:

Das gesamte Facebook-Konstrukt wird immer wieder von Lügen und gebrochenen Versprechen begleitet. […] unterm Strich, dass dem Betreiber die eigenen Versprechungen vollkommen egal sind.

Und genau deshalb darf man getrost skeptisch sein, was die neuen Facebook-Spielregeln betrifft. Facebook tut zwar so, als sei es auf dem besten Weg, das heimelig anmutende Internet-Wohnzimmer zu werden. Am Ende bleibt es ja doch ein börsennotierter Konzern mit einem höchst fragwürdigen Geschäftsmodell.

Henning Uhle schließt seinen Artikel mit dem Satz ab, dass Facebook auf gar keinen Fall sozial sei und verlinkt den Artikel auf Basic Thinking, der seine These bestätigt – und damit wohl auch meine.

Reanimation of the Living Dead

Für mich ist Facebook ein veraltetes Konstrukt, ein Zombie, der sich durch Instagram und WhatsApp künstlich am Leben hält. Mal schauen, wie lange noch, denn Totgesagte leben bekanntlich länger als erwartet.

Und vielleicht habe ich mich jetzt bei Facebook unbeliebt gemacht und ich oder meine Seite kommt auf eine Blacklist. Das wäre dann meine zweite Bestrafung durch Facebook (hier meine erste). Allemal besser als das, was ein Facebook-Mitarbeiter berichtet:

Wenn jemand aus der Reihe tanzt, wird er zerquetscht wie einen Käfer.

Nachtrag 11.03.19. Zu meinem Artikel gab es einen Kommentar auf Facebook, den ich hier aufgegriffen haben.

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