Tagebuchbloggen

Montag, 24.12.18. Bielefeld. Banges Warten und besinnliche Stille. Nur auf meinem Fenstersims tanzen Regentropfen zu fernen Glockenklängen, während ich den heutigen Artikel übers Tagebuchbloggen von Christian Fischer alias »jawls« lese.

Ich bin auf seinen Blog über die diesjährigen Goldenen Blogger aufmerksam geworden. Dort ist sein Blog »HMBL« in der Kategorie »Beste Tagebuchblog des Jahres« nominiert worden. Ich stöberte in seinem Blog, weil es mir so gut gefiel und entdeckte etwas zum Thema Tagebuchbloggen. Ich versuche ja selbst, seit Längerem hier eine Art Tagebuchblog zu machen, was mir nicht so ganz gelingt.

Daher fragte ich ihn in einem Kommentar genauer nach diesem Thema:

Wie schaffst Du es, täglich zu schreiben? Wie organisierst Du Deine Texte, sprich, machst Du über den Tag Notizen, wann schreibst Du? Etc.

Doch statt mir im Kommentar zu antworten, schrieb er gleich am nächsten Tag einen ganzen, lesenswerten Artikel.

Ich hätte Tage, Monate oder Jahre gebraucht, um keine Antwort zustande zu bringen.

Schreiben ist für mich häufig ein Kampf zwischen nicht wollen, nicht können und doch wollen und müssen. Zu verdanken habe ich dieses Spannungsfeld dem Zensor in meinem Kopf, dem Schöpfer der Kluft zwischen Wollen und Können. Diese Diskrepanz ist manchmal wie ein unüberwindlicher Abgrund und das Schreiben gleicht einem Balancieren auf einem Seil, aufgespannt über diesem Abgrund.

Erstaunlicherweise kann ich in dem Text von jawl vieles von mir wiederfinden. Vielleicht bin ich auf dem richtigen Weg. Und vielleicht muss ich manchmal einfach nur »scheiß drauf« sagen und den Knopf zum Veröffentlichen drücken. Wie jetzt! Also, in diesem Sinne wünsche ich dir eine schöne Bescherung.

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