25.05.18 Die DSGVO und der Verlust der Unschuld

Ich bin heute Mittag im Regen gejoggt, um meine Tränen zu verstecken *snief*. Kleine erfrischende Tropfen, die auf mich niederfielen und mich ein wenig trösteten. Es war wie ein kleiner Abschied.

Ab heute verlieren wir unsere Unschuld.
Ab heute sind wir, die einen Blog führen, gefühlt ein wenig »krimineller«.

Unfreiwillig.

Gut, ich übertreibe und bin polemisch und ein wenig unfair. Doch ich habe so viele Tage an meiner Seite gearbeitet, diverse Plugins analysiert und abgeschaltet (dazu später mehr im Text), so viel Text zum Datenschutz gelesen, und dann den sehr hilfreichen Datenschutz-Generator von Herrn Dr. Schwenke benutzt und ergänzt – und doch fühle ich mich nicht fit, eher müde wie nach einem anstrengenden Lauf. Irgendwo im Schatten lauert der böse Geist einer Abmahnung.

Dabei wollten wir doch nur ein Stück vom Glück und etwas Freiheit.

Ein wenig Ruhm und Unabhängigkeit.

Und vielleicht ein kleines Zubrot hinzu verdienen.

Die Wagemutigen unter uns träumten vom ganz großen Glück.

Ob im Großen oder im Kleinen, egal.

Wer sich fragt, warum es nicht hier und dort drüben über den großen Teich die Startups erfolgreicher sprießen, findet vielleicht heute eine Antwort darauf.

Der Datenschutz ist wichtig, nur der eingeschlagene Weg könnte ein besserer sein. Der Wirtschaftsflügel der Union hat das auch erkannt und forderte vor der Zielgeraden einen Schutz vor Abmahnungen. Beeindruckend wie schnell sie das erkannt haben und aktiv wurden. Aber so schließen Blogger unnötigerweise ihre Blogs. Kaum aus den Startlöchern bleiben sie einfach stehen, verlassen die Strecke. Ab heute geschlossen. Statt Schutz gibt es Abschottung, und damit mehr Platz für die wenigen Großen. Klingt nach »Alternativlos«.

No Cookies!

Wer von euch je eine Seite wegen Cookies verlassen hat, der werfe den ersten Keks! Manchmal klingt es schon absurd. Jedes Mal kommt der Cookie-Banner hoch, wenn man eine Seite wieder neu besucht und den Browser z.B. neu gestartet hatte. Eigentlich müsste man die Information, dass der Besucher keine Cookies möchte, in einem Cookie ablegen.

Es ist wichtig, dass niemand Cookies setzt, um uns permanent über alle Internetseiten zu tracken, aber für den eigenen Blog, um ein paar anonyme Statistiken zu erfassen…? Woher sollen wir sonst wissen, was gelesen wird und was beim Besucher ankommt. Ohne Statistiken oder anderem Feedback von unseren Lesern wären wir blind und wie ein Supermarktverkäufer, der immer die gleiche ungewollte Ware in die Regale stellt und sich wundert, warum die Kunden ausbleiben – nein falsch, der Supermarktverkäufer wüsste gar nicht, ob die Ware in den Regalen steht oder nicht und ob der Kunde ausbleibt oder nicht. Eigentlich wüsste er nichts.

DSGVO Umstellung für meines WordPress

So, genug gemeckert und gejammert. Es hilft nichts, und ich werde weiterhin daran arbeiten. Ich habe eine Reihe von Plugins, Funktionen etc. deaktiviert und teilweise durch andere ersetzt. Hier eine Auflistung meiner Aktivitäten, von denen ich glaube, sie könnten dich auch interessieren. Meine Zielsetzung war/ist, so wenig Daten zu sammeln und an Dritte zu senden bzw. Inhalte aus Quellen von Dritten zu beziehen.

Cookie-Hinweis

Ich habe meinen Text beim Plugin Cookie Law Info abgeändert.

Statistiken

 

Matomo (ehem. Piwik)

Ich nutze weiterhin Matomo, das früher Piwik hieß. Matomo anonymisiert die IP-Adresse. Das geht über »Einstellungen > Privatsphäre > Daten anonymisieren«. Dort stehen auch umfangreiche Optionen zur Archivierung und Löschung von bestehenden Daten zur Verfügung.

Der Opt-out aus der Matomo Erfassung ist durch das Aktivieren der Do-Not-Track-Einstellung im Browser (beim Firefox ist Do-Not-Track z.B. im Privaten Modus immer aktiviert) möglich oder durch das Einbinden eines von Matomo zur Verfügung gestellten iFrames, worin sich ein Hinweistext mit Checkbox befindet.

Slimstat Analytics

Das Plugin Slimstat Analytics habe ich deinstalliert. Es ist laut Angaben der Entwickler datenschutzkonform und unterstützt die Verschleierung der IP. Ich nutze andere Tools, daher macht es keinen Sinn.

Jetpacks WordPress Stats

Nutze ich weiter, Details dazu folgend im Abschnitt »Jetpack > Traffic«.

Google Analytics

Habe ich abgeschaltet, Details dazu folgend im Abschnitt »Google > Analytics«.

Antispam

 

Antispam Bee

Beim Plugin Antispam Bee habe ich die Optionen:

  • »Kommentatoren mit Gravatar vertrauen«
  • »Kommentare aus bestimmten Ländern blockieren oder zulassen«
  • »Kommentare nur in einer bestimmten Sprache zulassen«

deaktiviert, weil sie Daten an Dritte übermitteln.

Das Plugin WP Statistics erlaubt zwar das Opt-outen und Anonymisieren von IP-Adressen, jedoch kollidiert das Opt-out Banner mit meinem Cookie-Hinweis. Daher habe ich es deaktiviert.

Akismet Anti-Spam

Akismet Anti-Spam habe ich noch nie benutzt.

Jetpack

 

Share-Button

Teilen: »Teilen-Buttons« übernimmt bei mir der Shariff-Wrapper.

Like-Button

Teilen: Die »Gefällt mir-Buttons« habe ich deaktiviert. Sie holen die Anzahl der Likes und die Bilder aus WordPress.com.

Kommentare

Diskussion: Die Kommentarfunktionen habe ich auch ausgeschaltet, weil sie die Email- und die IP-Adresse des Nutzer speichern. Das Deaktivieren ging sehr einfach:

  • »Besuchern erlauben, neue Beiträge zu kommentieren« deaktiviert
  • »Kommentare zu Beiträgen, die älter als „1“ Tage sind schließen« aktiviert (hiermit werden auch die bestehenden Kommentare in den Artikeln nicht angezeigt)

Damit werden auch die folgenden Optionen unnötig:

  • »Aktiviere Popup-Visitenkarten über den Gravataren von Kommentatoren (holen nämlich Bilder aus den Seiten von Dritten)«
  • »Enable comment likes«

Auch ein Opt-in und -out der beim Kommentieren entfällt. Ich muss also keine Kommentare mehr löschen bzw. die IP-Adressen. Da ich keine Kommentare mehr annehme, können nur noch die Besucher Auskunft und Löschung verlangen, die bereits kommentiert haben.

Abonnieren: Wo keine Kommentare möglich sind, kann niemand einen Kommentar abonnieren. Auch hier wäre ein Plugin notwendig, das ein Opt-in und -out für das Abo zur Verfügung stellt.

WordPress Stats

Traffic: Website-Statistiken mit WordPress Stats habe ich drin gelassen, weil ich es sehr hilfreich und informativ finde. Da diese Statistik-Funktion über kein Opt-out verfügt, habe ich die Do-Not-Track Funktion eingebaut. Wenn diese Funktion im Browser aktiv ist, wie z.B. beim Privatmodus bei Firefox, erfasst WordPress Stats keine Daten des Besuchers. Die Schritte werden hier beschrieben.

Traffic: Die »Ähnliche(n) Beiträge« fand ich recht hübsch und hilfreich für den Leser, doch meine Leser nutzen sie kaum. Das diese Funktion auf WordPress.com zugreift, habe ich sie ausgeschaltet.

Videos einbinden

 

YouTube

Um Videos von YouTube datenschutzkonform einzubinden, habe ich das Plugin WP YouTube Lyte installiert. Das Plugin erzeugt mit seiner Caching-Option das Erstellen eines Bilds vom Video, das lokal bei meinem WordPress gespeichert wird. Das Video wird erst mit dem Klick des Nutzers von YouTube abgerufen, d.h. solange der Nutzer nicht das Bild anklickt, werden keine Daten an YouTube übermittelt.

Vimeo

Für Vimeo habe noch keine ähnliche Funktion gefunden. Für den Fall, dass ich es nutzen möchte, habe ich einen Hinweis in meinem Datenschutz auf Vimeo.

Google

 

Google Analytics

Google Analytics fand ich sehr spannend, aber wirklich viel haben mir die Statistiken nicht gebracht. Daher habe ich die Verbindung meines Blogs mit Google Analytics wieder aufgehoben. Dazu habe ich diese drei Plugins deaktiviert:

Damit sind auch die Cookies, die mit »_ga« beginnen, weg.

AdSense

Ich habe die Werbung mit Google AdSense über das Plugin WP QUADS abgeschaltet. Bisher habe ich keinerlei Einnahmen damit erzielt.

Google Fonts

Normalerweise nutzt WordPress Google Fonts, die von der Googles Seite eingebunden werden. Das hat Vorteile, weil die Schriftarten viel schneller von Googles Seite geladen werden und damit meine Seite entlasten und natürlich schneller mache.

Doch ich mag es nicht, wenn Daten von anderen Seiten abgerufen werden, daher habe ich die Google Fonts auf meinen Server abgelegt in eingebunden. Mit dem Plugin Webcraftic Clearfy habe ich den Abruf von Google Fonts unterbunden. Meine Schriftarten inklusive CSS konnte ich von Googles Seite Webfonts-Helper herunterladen.

Die WP-Ninjas haben eine gute Schritt-Für-Schritt Anleitung.

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