Ein Text ohne Sinn

»Ich ging in einen Buchladen, um ein Buch zu kaufen und kam mit sechs Büchern heraus.
Jetzt weiß ich, wie Frauen sich in Schuhläden fühlen…«
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Sonntag, 16.06.19. Bielefeld. Gedämpfte Hitze. Die Sonne versucht, hinter den Wolken durchzubrechen und scheitert am Morgen an der zu dicken Wolkendecke. Es ist stickig und ich ein wenig stinkig.

Ohne Scheiß, ich sitze jeden Abend vor dem aufgeklappten Display meines Notebooks, der nach Texten hungert, aber dann passiert häufig – nichts; oder, wenn doch, dann kommt häufig ein Scheißtext dabei heraus.

Natürlich sollte ich meinen Text nicht mit einem Satz beginnen, in dem das Wort »Scheiße« gleich zwei Mal (und hiermit ein drittes Mal) auftaucht, denn wer liest so einen Text? Klingt doch wie die Einladung auf eine Party, die der Partygeber selbst für miserabel hält (warum schmeißt er dann überhaupt Partys?).

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Mach mir den Ted Mosby!

Wenn ich gemein bin – und in Gedanken bin ich es häufiger, weil ich mich dann über mich und meinen Gedanken amüsiere – dann presse ich zufällige Geschichten so lange aus, bis alles Unnötige herausgequetscht ist und nur noch der Kern, also die Essenz dessen übrig bleibt. Als sich heute eine Folge von »How I Met Your Mother« auf meinem Fernseher verlief, war ich überrascht, das Folgen noch laufen können und sich nicht längst verrannt hatten bzw. Ted Mosbys Geschichte keinen Sinn mehr macht, nachdem er seine Traumfrau gefunden und glücklich am Ende der Serie lebte. Aber die Logik des Fernsehens folgt niemals meiner, daher – und ein wenig unter der Nachwirkung meiner Erinnerung über die Simulation von Romantik – folge ich meiner eigenen und verkürze die Geschichte des Ted Mosby zu einer eines erfolgreichen Frauenaufreißers (vielleicht gab es deshalb einen Barney Stinson, um das zu verdecken).

Zählt man über alle neun Staffeln und 208 Folgen seine Eroberungen (ich hab’s nicht getan), dann hat der sensible Ted mehrere Duzend Frauen vernascht, um es deutlicher zu sagen: flachgelegt, genauer: seriell flachgelegt (noch nie fand ich das Wort »seriell« passender als an dieser Stelle).
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