Was geht im Kopf eines Programmierers vor, wenn er Coding von anderen liest?

Mittwoch, 02.10.19. Gütersloh.

Junge Kollegin mit charmantem Lächeln. Um den Hals ein Schal, der mehr modisch wirkt als dem milden Herbst geschuldet zu sein.

„Als Kind“, sagt sie mir, während sich langsam ein Lächeln auf ihrem Mund abzeichnet, „hast du bestimmt einen Steckwürfel gehabt, bei dem du die Förmchen in die passenden Öffnungen gesteckt hast.“

Jetzt lächelt sie frech, als freue sie sich über ihren Einfall mit dem Babyspielzeug oder – wir Männer sind ja schlecht in Gesichter lesen – sie stellt sich Baby Hakan beim Spielen vor. Ach, wie süß!

Eigentlich arbeite ich gern mit ihr, denn normalerweise ist sie nett, aber heute zeigt sie eine neue Seite an sich. Und vielleicht freut sie sich gerade darüber. Menschen finden es ja bekanntlich toll, wenn sie andere (noch) überraschen können. Warum auch nicht.

Es herrscht eine provokant kurze Pause, bei dem die Blicke standhalten und in der sich ihr Lächeln zu dehnen versucht, aber sie subtil gegensteuert. Gleichzeitig senkt sich ihr Kopf in Zeitlupe nur wenige Millimeter in den Schal.

Ich lächle zurück.

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