Das Placebo-Bier

Anhängern der Homöopathie dürfte der Effekt längst bekannt sein. Je stärker ein Mittel verdünnt wird, umso wirkungsvoller soll er sein. Jedoch im Zusammenhang mit Alkohol dürfte das nicht wie im Folgenden evaluiert worden sein. Wir waren jung. Uns schwebte damals alles andere vor als genau diesen Hauch von Nichts unfreiwillig auszuprobieren. Abgesehen davon, die Homöopathie war damals auch noch nicht in Mode.

Unberauscht

Wir liegen am Strand und bereiten uns auf den Abend vor. Trotz rauschendem Meer und knisterndem Lagerfeuer kommt irgendwie keine richtige Stimmung hoch. Nein, nicht weil wir Männer nicht solche Momente genießen könnten! Wir hatten ja alle zur Sicherheit ein kühles Sixpack dabei. Fürs Vorglühen und natürlich gegen die Hitze. Dennoch, der Funke wollte nicht so recht überspringen – oder waren wir von den Vortagen bereits ausgepowert? Wir waren schon ein paar Tage hier in Spanien. Heute wollten wir es deshalb etwas ruhiger angehen, aber so ruhig nun wieder auch nicht.

„Uahhhhh“, gluggert es plötzlich aus ihm heraus, während er wie eine Qualle ausgebreitet daliegt und wellenförmig zu zerfließen droht. „Oh man bin ich breit“, presst er noch mit letzter Kraft heraus und scheint in sich hinein zu plumpsen. Nur die Bierflasche ragt markant aus dieser gänzlich amorphen Masse heraus. Die hält er sicher in seiner rechten Hand hoch, voll umfasst und schüttelt sie immer wieder. Sein Kopf hebt sich wieder und seine zugespitzten Lippen suchen den Flaschenkopf, nur sein Körper scheint ihm nicht ganz folgen zu wollen. „Boah“, stößt er wieder aus, „bin ich besoffen!“

Jetzt fängt er aber an zu nerven. Aber – Moment mal, denke ich mir, während ich allmählich aus der Lethargie erwache. Ja, genau, das war es! Jetzt bin ich wach. Die ganze Zeit über passte hier doch etwas nicht!

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Gute Vorsätze und die Gewohnheit

Selbstportrait von 2007
Selbstportrait von 2007

Wir belagern uns schon nahezu fünf Tage lang. Bisher ging ich als Sieger hervor. Ok, ich gebe zu, schwache Momente hatte ich bereits. In köstlichen Farben malte ich mir aus, wie ich die großzügige Pappe, ein Meisterwerk der Verpackungskunst, langsam öffne. Durch die Folie glitzert es golden und die Halbkugeln aus Caramel, bedeckt mit einer dunkelbraunen Schokoladenschicht, lächeln mich verführerisch an! Wer die Folie öffnet, dem strömt eine leckere Duftmischung aus Caramel, Nugat und Haselnüssen entgegen. Das Wasser in meinem Mund bereitet sich auf den imaginären Moment vor, in dem die Köstlichkeit auf meiner Zunge zergeht. Ich bin kurz davor, nur einen davon zu essen. Kann denn nur eins oder vielleicht doch zwei Sünde sein?

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Von Tränen und Männern

Männer weinen nicht

Ich weinend
Tears in my Eyes

Als Baby habe ich immer geweint, wenn ich Hunger hatte oder mich nicht wohl fühlte. Als Kind weinte ich dann immer wenn ich Dinge tun musste, die ich nicht wollte, beispielsweise wenn ich mich fotografieren lassen musste (siehe Foto) oder zum Arzt gegen meinen Willen geschleppt wurde und dann noch eine Spritze bekam.

Irgendwann zwischen meinem 3ten und 4ten Lebensjahr fragte ich mich dann, warum ich weine und das ich damit eigentlich nichts verhindere, zudem empfand ich das Fotografieren und den Arztbesuch gar nicht so schlimm. Seitdem habe ich dann mit dem Tränenvergießen aufgehört. Wir Männer weinen nämlich nie! Schon gar nichts als Erwachsene! Und erst recht nicht in Gegenwart anderer! Nur nachts, heimlich in einer dunklen Ecke im Zimmer wo uns keiner sieht!

Wie riechen traurige Tränen

Vermutlich aus diesem Grund untersuchten israelische Wissenschaftler nur die Wirkung der Tränen von Frauen! Sie wollten herausfinden, was die Tränenflüssigkeit bei uns Männern bewirkt!
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