In düsteren Zukunftsvisionen werden Menschen von superintelligenten Maschinen versklavt oder kämpfen gegen sie. Das klingt viel spektakulärer als die Wirklichkeit, denn die Zukunft, die ist schon heute und viel banaler. Vor stupiden Maschinen reihen wir uns ein und unterwerfen uns freiwillig ihrem Diktat, die auf deterministischer Programmierung beruhen und keine Abweichung tolerieren. Wir bringen ihnen Opfergaben und unsere gute Laune und wertvolle Zeit sind ein Teil des Opfers. Wir dienen anstatt selbst bedient zu werden. So stand ich vor einem Getränkeautomaten und warf eine leere Plastikpfandflasche in dessen Schlund.
Kategorie: Social Life

6 Flaschen Mineralwasser medium. Eine Tafel Haselnussschokolade. 10 Scheiben dunkles Brot. Eine 10er Packung Scheibenkäse light. Ich schaute nochmals auf den Kassenbon. Irgendetwas schien mit dem Preis nicht zu stimmen. Zwar kannte ich nicht die genauen Preise für meine gekauften Produkte, entwickelte jedoch mit der Zeit ein Gefühl für die ungefähren Preise. Daher konnte ich aus der Quittung nichts Richtiges oder Falsches herauslesen und ging zum Informationsstand. Wartete, bis ich dran kam. Ich reichte der Dame meinen Kassenzettel und fragte. Plötzlich wurde es still um mich. Die Menschen blickten zu mir mit erstarrten Gesichtern als hätten sie eine Begegnung mit einem Außerirdischen.Ebenso faszinierend wie Frauen ist ihre Sprache. Zwar sprechen wir die Gleiche, aber mit unterschiedlichen Bedeutungen und Intentionen. So bedeutet ein Wort nicht immer das Wort selbst, sondern es füllt einen Raum voller interpretatorischer Möglichkeiten, die fein auf das Gegenüber abgestimmt wird. Der Mann hingegen öffnet die Tür des Raums wie einen Kühlschrank voller Bier und greift sich das Erstbeste heraus.
Auch wenn ich eine Ahnung davon habe, bleibt für mich schwierigste und kaum greifbarste Form dieses Ums-Thema-Herumschleichen, das Sich-Winden, das zarte Andeuten, das behutsame Winken – kurzum die indirekte Form der weiblichen Kommunikation.

Auf die Oberfläche ihres Gesichts schminkte sie immer ein Lächeln, und Menschen um sie herum hielten sie für heiter, unbeschwert und sogar glücklich. Allzu gerne ließen sie sich mit Oberflächlichkeit abspeisen. Tiefer wollten die wenigsten blicken. Wer genau hinschaute, konnte etwas anderes erkennen.
Manchmal schaue ich auf die glatte Oberfläche meines Smartphones. Drehe und wende es. Lasse das Sonnenlicht darin spielerisch brechen. Blicke dann in die Spiegelung meines fragenden Gesichts, als erwartete ich eine Antwort. Das Handy kann mir keine Antworten geben, es stecken keine Menschen darin, aber dahinter.Manchmal scheint es so schwierig, einfach mal mit jemanden zu telefonieren – besonders, wenn es sich um jemand Interessantes vom anderen Geschlecht handelt. Eine Nachricht zu schicken, das geht immer, überall und jederzeit.

