Das Leben frisst große Stücke

»Und wenn der Mann neben ihr kein Mann war, den sie sich früher ausgesucht hätte, was machte das schon?
Er hätte sie sich ja bestimmt auch nicht ausgesucht. Aber hier waren sie nun, und Olive musste an zwei zusammengeklappte Scheiben Schweizerkäse denken, solche Löcher brachten sie beide zu dieser Vereinigung mit – solche Stücke fraß das Leben aus einem heraus.«

Aus Elizabeth Strout: »Mit Blick aufs Meer« (Amazon Werbelink)

Die Butterblumen des Bösen

Herr Hanswurst zählte seine Schritte als er durch die sommerlichen Gärten schritt. Eins, zwei, drei… als ihn ein Summ, Summ, Summ aus den Takt brachte.

Er blickte sich um, und seine hellbraunen Augen bohrten sich tief in die Landschaft. Aber er sah nichts. Nur Wiesen mit gelb gesprenkelten Blumen, die sich sanft im Wind wogen.

Also von neuem. Ein, zwei, drei… – summ, summ, summ. Herr Hanswurst zuckte und hielt den Atem. Da war es wieder dieses störende Summen! Wieder blickte er um sich und während seine Augen sich verengten und den Horizont absuchten, ballten sich seine Fäuste. Trotzdem sah er wieder nichts. Was hätte er auch sehen sollen, denn er wusste nicht, wonach er suchen sollte.

Gut, sagte er sich und setzte seinen Marsch fort. Vier, fünf,… summ, suMM, SUMM und dann ein PENG! Etwas knallte gegen seinen Kopf.

Ich bin getroffen!
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Das eigene Leben als Vorwurf

Heute Morgen, 06 Uhr 06. Verrückte Zeit für einen Sonntag. In der Ferne haderte eine grau-schwarze Fliege auf brauner Masse mit den niederen Verwerfungen des Lebens, und hier drinnen schien auch keine Sonne.

Künstliches Licht. Ich war wach (warum eigentlich?) und mir war kalt, nicht nur an den Beinen. Ich saß mit schweren Lidern auf einer Kloschüssel, dessen Deckel nicht beheizt wurde. Meine Laune stieg hinab in die Kälte, dabei wusste ich nicht einmal warum.

Ein verschlagener Gedanke pöbelte in meinen Kopf. Mein Gesicht machte eine besorgte Miene zum dummen Spiel. Irgendeinen Grund für meine üble Laune musste es doch geben und vor allem: Irgendjemand musste schuld daran sein! So war es doch immer. „Das eigene Leben als Vorwurf“ weiterlesen