Ein Geschenk an die Mutter

Als wir Kinder waren, achteten unsere Eltern genau darauf, dass wir die richtigen Freunde hatten. Die Falschen würden einen schlechten Einfluss auf uns ausüben. Raul hatte nicht die falschen Freunde – er war der falsche Freund. In der Unterstufe bezeichnete ihn seine Lehrerin als »böses Kind«, während sie ihn aus dem Gymnasium schmissen.

Als das Wort »Schwul« den Mund eines Mitschülers verließ, machte sich dessen Schneidezahn auf denselben Weg nach draußen. So leicht ihm das eine Wort fiel, so schwer folgte ihm sein Zahn. Dabei hatte er doch nur das gesagt, was auch sein Vater immer wieder sagte: wer »Raul« heiße, der sei auch schwul oder werde es irgendwann. Weder er noch sein Vater mussten sich dafür rechtfertigen.

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Hirnlos

Einige Momente im Leben hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Momente, die den Blick auf sich selbst verändern und damit das eigene Leben. In dem Moment, an dem es passiert, ist das einem nicht immer bewusst. In dem Moment war ich nur eins – unglaublich sauer.

Man war ich sauer! Im Rückblick erinnere ich mich kaum als hätte ich einen Blackout gehabt. Kein Alkohol war im Spiel. Nur eine Frau. Eine Frau, die zu einem dicken Schädel, Kopfschmerzen und irreparablen Schäden hätte führen können. Von alledem bekam sie natürlich nichts mit. So sind die Frauen halt. Lassen uns leiden. Alleine. Am Ende sind wir auch noch selbst schuld!

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