Weglaufen ist etwas für Feiglinge.
Ich gehe erst gar nicht hin.
via Twitter
Weglaufen ist etwas für Feiglinge.
Ich gehe erst gar nicht hin.
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»Was für eine Scheiße ist das denn hier!« Der Mann führte kein Gespräch mit irgendjemanden, sondern gegen irgendetwas. Er brüllte seine Worte verärgert in die anonyme Masse hinein, dessen Schicksal er gleich teilen würde.
Ich war gestern bei IKEA, an einem Montag, den 31.10. – ein Brückentag. Ich hielt es für eine gute Idee, morgens dorthin zu gehen. Eine Idee, die so gut war, dass andere sie mit mir teilten (manches klappt auch ohne soziale Netzwerke).
Ich bin ein Verfechter der Massage ohne Hintergedanken in Beziehungen, denn häufig neigen wir Männer dazu, nahezu jeden Austausch von Zärtlichkeiten als Vorspiel zum Sex aufzufassen oder auszunutzen. Aber ich greife vor.
Heute Morgen, 06 Uhr 06. Verrückte Zeit für einen Sonntag. In der Ferne haderte eine grau-schwarze Fliege auf brauner Masse mit den niederen Verwerfungen des Lebens, und hier drinnen schien auch keine Sonne.
Künstliches Licht. Ich war wach (warum eigentlich?) und mir war kalt, nicht nur an den Beinen. Ich saß mit schweren Lidern auf einer Kloschüssel, dessen Deckel nicht beheizt wurde. Meine Laune stieg hinab in die Kälte, dabei wusste ich nicht einmal warum.
Ein verschlagener Gedanke pöbelte in meinen Kopf. Mein Gesicht machte eine besorgte Miene zum dummen Spiel. Irgendeinen Grund für meine üble Laune musste es doch geben und vor allem: Irgendjemand musste schuld daran sein! So war es doch immer.
Heute hatte ich einen heftigen Flirt mit einem widerspenstigen Busch. Mehrere kurze Kratzer auf der Nase. Jeweils ein Langer entlang meiner Geheimratsecken. Links und rechts auf meinen Wangen wieder kurze Striche. Und als kleines Highlight eine lange, durchgezogene rote Linie prominent über meiner linken Augenbraue. Es klingt fast so, als würde mein Gesicht in Form eines geheimen Morsecodes ein Hilferuf aussenden oder als hätte ich eine Katze gewaltsam aus meinem Gesicht gerissen.
Ich bin nicht mehr der Jüngste und muss aufpassen, wenn ich mit meinen Neffen und meiner Nichte spiele. Aber, mein aktuelles Gesichtsdesign passt von der Stimmung her besser zu meinem heutigen Text als ein Makelloses. Sie handelt vom Abschied von vertrauten Serien oder Sendungen und der Traurigkeit.
Merkwürdig, was mich traurig stimmte.