FX Flowers

Wie geht es dir?

Da war sie wieder, diese nervige Frage »Wie geht es dir?«.

Kürzlich wurde ich in ein absurdes Gespräch verwickelt, das sich an der zeitlosen Höflichkeitsfloskel »Wie geht es dir« entzündete. Eine Frage, die ich unangenehm finde und auf die ich immer mit Verlegenheit reagiere, ohne es mir anmerken zu lassen, die mich aber zugleich immer wieder provokant reizt. Eine Frage, bei der ich nicht weiß, soll ich aus Höflichkeit »gut« antworten, um das Thema für beide Seite erfolgreich abzuschließen oder eher in wehleidig-langgezogenem Ton sagen, es ginge mir gaahaahaaanz (hohe Stimme mit Atemnot, am Ende kippend) schlecht!, nur um zu sehen, ob mein Gegenüber es ernst meint.

Ja, es reizt mich schon, mit eben jener Antwort mein Gegenüber ebenso in Verlegenheit zu bringen. Ich weiß, es kling asozial. Aber – bevor es mir von den Lippen böse in die Welt hinausspringt, lasse ich es lieber sein. Nicht, weil in mir das Menschliche wieder siegt. Nein! Denn alleine die Vorstellung, über dieses persönliche Thema länger mit jemandem zu sprechen, verdirbt mir die Freude daran. Und dann könnte ich erst recht sagen, es ginge mir schlecht und schuld daran sei diese dämliche Frage.