Die Statistik und der Selbstmord

Die Statistik und der Selbstmord„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ lauten die meisten Reaktionen auf Statistik. Ehrlich, ich finde diesen Ausspruch extrem dämlich. Denn die meisten Menschen haben nichts mehr als diesen Spruch zur Statistik zu bieten. Sie wissen einfach nichts darüber und kokettieren mit ihrem Unwissen, die einfach nur von Faulheit zeugt, in der sich viele einnisten und wohlfühlen. Dabei spielt die Statistik eine immense Rolle in unserem Leben. Ständig begründen Politiker, Wirtschaft und andere ihr Handeln mittels Daten, die sie präsentieren. Diese Daten sind jedoch nicht von vornherein falsch, sondern zeigen nur einen Ausschnitt, der demjenigen zugutekommt. Wählt man einen anderen Ausschnitt oder erweitert das Bild, so kann die Aussage komplett ins Umgekehrte umschlagen. Dabei kann jeder mit einfachen Mitteln den Wahrheitsgehalt einer Statistik überprüfen – mit Google[1]. Doch das erweist sich als tückisch.

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Das Placebo-Bier

Anhängern der Homöopathie dürfte der Effekt längst bekannt sein. Je stärker ein Mittel verdünnt wird, umso wirkungsvoller soll er sein. Jedoch im Zusammenhang mit Alkohol dürfte das nicht wie im Folgenden evaluiert worden sein. Wir waren jung. Uns schwebte damals alles andere vor als genau diesen Hauch von Nichts unfreiwillig auszuprobieren. Abgesehen davon, die Homöopathie war damals auch noch nicht in Mode.

Unberauscht

Wir liegen am Strand und bereiten uns auf den Abend vor. Trotz rauschendem Meer und knisterndem Lagerfeuer kommt irgendwie keine richtige Stimmung hoch. Nein, nicht weil wir Männer nicht solche Momente genießen könnten! Wir hatten ja alle zur Sicherheit ein kühles Sixpack dabei. Fürs Vorglühen und natürlich gegen die Hitze. Dennoch, der Funke wollte nicht so recht überspringen – oder waren wir von den Vortagen bereits ausgepowert? Wir waren schon ein paar Tage hier in Spanien. Heute wollten wir es deshalb etwas ruhiger angehen, aber so ruhig nun wieder auch nicht.

„Uahhhhh“, gluggert es plötzlich aus ihm heraus, während er wie eine Qualle ausgebreitet daliegt und wellenförmig zu zerfließen droht. „Oh man bin ich breit“, presst er noch mit letzter Kraft heraus und scheint in sich hinein zu plumpsen. Nur die Bierflasche ragt markant aus dieser gänzlich amorphen Masse heraus. Die hält er sicher in seiner rechten Hand hoch, voll umfasst und schüttelt sie immer wieder. Sein Kopf hebt sich wieder und seine zugespitzten Lippen suchen den Flaschenkopf, nur sein Körper scheint ihm nicht ganz folgen zu wollen. „Boah“, stößt er wieder aus, „bin ich besoffen!“

Jetzt fängt er aber an zu nerven. Aber – Moment mal, denke ich mir, während ich allmählich aus der Lethargie erwache. Ja, genau, das war es! Jetzt bin ich wach. Die ganze Zeit über passte hier doch etwas nicht!

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