Burnout mit WhatsApp

Entspannt sitzt Hagen Rether bei Freunden am Tisch als deren 14/15-jähriger Sohn mit dicken Ringen unter den Augen hereinkommt und für Erstaunen und Entsetzen sorgt. Der junge Mann hatte einen Fehler begangen: Während seines Sports hatte er »für zwei Stunden sein Smartphone ausgehabt. Jetzt hat er es wieder angemacht und hat 250 WhatsApp Mails.«

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Dich entschlüsseln

Deine Nachricht öffnen. Wieder.

Lesen und leise verzweifeln.

Und das Smartphone verärgert wieder weglegen.

Und es trotzdem nicht loslassen können.

Dann wieder danach greifen, als würde es mich hinüber zu dir retten.

Wieder deine Nachricht öffnen und im hellen Schein des Displays die Worte eingehend studieren.

Zwischen deinen Textzeilen die eigenen Wünsche und Hoffnungen hineinlesen (und die Angst auslassen).

Das Smartphone wieder weglegen, aber diesmal energisch, als wollte ich dem Smartphone etwas beweisen.

Und wieder deinen Text lesen und den Worten eine neue Wendung geben (nein, das passt auch nicht).

Das Gerät weglegen, um sofort wieder danach zu greifen, als hielte es mein Herz am Leben (und doch bringst du es aus dem Takt).

Ich lese wieder deine Nachricht – eigentlich kann ich sie schon auswendig, und doch schwebt auf dem Display die vage Hoffnung, dass sich hinter deinem Text eine verborgene Botschaft verbirgt (für mich). Es ist, als enthielten die leuchtenden Buchstaben deiner Worte den Schlüssel zu einem geheimen Code, der sich unbewusst in deinen Text hineingeschlichen hat und dich entschlüsselt. Doch du bleibst mir ein Rätsel.

Das Display geht aus.

Doch ich schaue immer noch auf die Stelle, wo das Licht einst war, während die Worte auf meiner Netzhaut nachleuchten. Und dann wird es dunkel. Ich starre in die Dunkelheit. Dort lauert etwas… Als plötzlich das Display mit seinem Aufleuchten und Vibrieren mich aufschrecken lässt – eine Nachricht von dir.
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Die Kunst, per WhatsApp cool zu schreiben

Wenn ich einer tollen Frau schreibe, dann entwickle ich mich zurück zum pubertierenden Teenager. Mir wachsen dann Pickel voller eitriger Zweifel, in die sich Unsicherheit und Ungeduld mischen und sich mit meinen Gedanken ungünstig paaren. Und dann stehe ich da, mit all meinen kleinen Selbstzweifeln, die ich durch meine Coolness abzudecken versuche. Das gelingt mir kaum. Aber hätte ich nicht meine kleinen Tricks für eine formvollendete Kommunikation, dann würde ich bereits mit meiner ersten Nachricht scheitern. “Die Kunst, per WhatsApp cool zu schreiben” weiterlesen