Das Leben kommt morgen


Kennst du das? Du willst dich mit einem Menschen auf einen Kaffee treffen. Draußen die ersten warmen Sonnenstrahlen auf deinem Gesicht fühlen. Das bunte Treiben in der Stadt auf dich einwirken lassen. Dich genüsslich in einem Holzstuhl mit geflochtenem Muster zurücklehnen. Du freust dich auf den Moment, wo du langsam den Zucker in deinem Kaffee umrührst und dich auf den ersten Schluck vorbereitest. Und dann kommt dieser Mensch zu spät. Viel zu spät.
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Frauenlogik – Jenseits von Raum und Zeit

Auch Einsteins Relativitätstheorie hat seine Grenzen. Sie versagt dort, wo Raum und Zeit nicht existieren. Vielleicht reagiere ich etwas übertrieben und es gilt vielmehr: alles ist relativ. Zwar umkreisten sie und ich beide die gleiche Sonne, aber anscheinend lebten wir auf zwei verschiedenen Planeten mit unterschiedlichen Zeitzonen und Realitäten. Vielleicht gelang es ihr, ihre Raumzeit so zu krümmen, dass die Wahrheit in ihre eigene Form gepresst wurde, eine Art »Reality Distortion Field« des berühmten Steve Jobs.

Jene verwirrende Realität traf in Form einer simplen Mail in meiner ein.

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Das Geschenk oder die Mechanik im Kopf

Betrübt blickte ich aus dem Fenster des ersten Stocks auf das bunte Treiben der Läden, die unten in der Straße mit Lichterketten und Rabattschildern um die Gunst der Menschen warben. Ich saß im Café Knigge, inmitten von Düften aus frisch-gebackenen Waffeln und warmen Kaffees. Nichts davon interessierte mich. Ich lehnte meine Stirn gegen die kühle Scheibe. Sah ungeduldig hinüber zu Zara und konnte in den Glaskasten hineinschauen.

Die obere Etage war hell und klar. Die Mitarbeiterinnen darin gingen auf und ab. Ständig in Aktion. Keine Ruhe. Keine der Bewegungen und Handgriffe wirkten überflüssig. Sie schienen präzise und festgelegt zu sein. Schienen einer mir unbekannten Gesetzmäßigkeit zu folgen. Ab und an störten die Kunden diese Ordnung. Doch bevor das Chaos alles zu zerstören drohte, rückten die Mitarbeiterinnen ihre Ware zurecht und nichts deutete mehr auf das Vergangene hin.

Dort versuchte ich, sie zu entdecken. Fand sie aber nicht. Schaute herunter zum Eingang. Bahar müsste gleich Mittagspause haben und jeden Augenblick aus dem Laden herübereilen.

Ich wurde aus ihr nicht schlau! Was wollte sie von mir? Wollte sie überhaupt etwas – von mir? O. k., bei anderen Frauen erging es mir ähnlich, nur – das war mir herzlich egal. Wartete ich auf etwas? Vielleicht dachte sie das von mir. So’n Quatsch! Egal, für heute hatte ich mir etwas Besonderes ausgedacht.
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