Pokémon Go oder Auf der Jagd nach fiktiven Monstern

Kennt Ihr »Homo Faber« (Amazon Werbelink) von Max Frisch? Darin »erlebt« der Ingenieur Walter Faber die Welt indirekt durch seine Kamera, eine Art Mittel zur Objektivierung und Distanzierung von seinen Gefühlen und der Welt. Daran dachte ich, als ich neulich über Pokémon Go las oder sah. Ein Spiel, das die reale Welt zum Hintergrund degradiert und als Bühne für eine Fiktive dient. Pokémon Go zu übersehen bzw. überlesen ist auch gar nicht möglich. Wohin ich auch schaue, überall sehe und lese ich etwas über die Erfolgs-App Pokémon Go. Anscheinend ist das der Megatrend in diesem Sommer, der wie ein Fieber um sich greift und viele Menschen ansteckt – zum Glück bin ich geimpft. „Pokémon Go oder Auf der Jagd nach fiktiven Monstern“ weiterlesen

Kinderspielereien

Kindereien

„Bist du so süß!“
Ihre Lippen formten dabei ein Ü und dehnten es so ungenießbar lang und überzuckerten es, dass man allein vom Zuhören Karies davon bekam! Das klingt gemein und ich muss zu ihren Gunsten zugeben, als Kind war ich wirklich ungemein süß.
„Wen liebst du mehr? Deine Mutter oder deinen Vater?“ tapsten sogleich die Worte einzeln aus ihrem zugespitzten Mund heraus und ein triumphierendes Lachen lauert dahinter.

Na klasse. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Auch die meiner Eltern. Sie schauten alle so gespannt. Warteten auf den Moment meiner Antwort, damit sie in heiteres Lachen ausbrechen konnten, gefolgt von überfallartigem und gekünsteltem Massenniedlichkeitsbekundungen. Wie viele wehrlose Kinder hatte sie bereits mit diesen Worten in den Hinterhalt gelockt!

„Kinderspielereien“ weiterlesen