Ein Schrank voller ungelesener Bücher und ein Leben mangelnder Zeit

Jeden Abend gehe ich jetzt mit einem Buch ins Bett.
Schon seit ein paar Wochen mache ich das. Wieder.

Während meines Studiums las ich sehr viele Bücher. In einem Jahr zählte ich über 50 Bücher, darunter dicke Wälzer wie »Der Zauberberg« von Thomas Mann oder »Anna Karenina« von Tolstoi. Dazu kamen duzender Sekundärliteratur, weil ich verstehen wollte, wie die Autoren in der Lage waren, solche Bücher zu schreiben.

Heutzutage schaffe ich kaum noch die Hälfte. Daher beschloss ich, wieder mehr zu lesen. Doch wenn die Zeit fehlte, half ein Beschluss kaum. Also verlegte ich die Zeit des Lesens vermehrt auf die Schlafenszeit – meistens vor dem Einschlafen. „Ein Schrank voller ungelesener Bücher und ein Leben mangelnder Zeit“ weiterlesen


Das Prickeln und mein Unterwasserflirt

Meine Erinnerung ist eine undankbare Schlampe. Nie merkt sie sich das, was ich will und erinnert sich in den unmöglichsten Momenten an Ereignisse in den unpassendsten Situationen.

Heute Morgen weckte der Regen mich unsanft mit seinen lauten und stetigen Tropfen gegen meine Fensterscheibe. Haben wir nicht Sommer? Ok, die Witze über den Sommer sind so ausgelutscht wie der Sommer selbst. Doch ärgert es mich schon, dass ich an meinen Ausschlaftagen früher und leichter aufwache, als an meinen Arbeitstagen. Vielleicht versucht mein Körper mir unbewusst etwas mitzuteilen, etwas wie: Arbeit ist ungesund und widernatürlich oder arbeite nur an Wochenenden und nie in der Woche. Also eine reine und sehr vernünftige Schutzfunktion meines Körpers, tief verankert und daher leicht zu überhören.

Ich reiße die Gardinen auf und blicke hinaus durch eine mit Hunderten von Tropfen verwässerte Fensterscheibe in eine von Wellen verwirbelte Welt. Dann fällt mir die ältere Dame mit seltsam schwungvollem Gang und Haaren ein, die vor mir lief auf meinem Weg zur Arbeit diesen Montag.
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Zum Kuckuck mit dem Wecker oder wie man ihn im Schlaf überlistet

Kuckuck. Kuckuck. Kuckuck.

Eins, zwei (ich zählte im Halbschlaf mit), drei. Dann kam kein Laut mehr. Hoffentlich hatte ich den ersten Ruf des Kuckucks überhört, sonst wäre es 3 Uhr mitten in der Nacht gewesen.

Ich lag im Bett meiner Projektwohnung in Wolfsburg. Am Kopfende befand sich direkt die Wand, die ich mit der Wohnung meines Nachbars teilte. Dort hing die Uhr. Das war nicht schlimm. Ich mochte es, wenn ich sie ab und zu mal wahrnahm. Vielleicht eine schöne Kindheitserinnerung. Es gab eine Zeit, da kauften meine Eltern tatsächlich eine Kuckucksuhr. Wir Kinder warteten gespannt auf den Auftritt des kleinen Vogels, um ihn »Kuckuck« rufen zu hören, während sein kleiner Schnabel mechanisch auf und zu klappte.

Aber war es wirklich erst 3 Uhr? „Zum Kuckuck mit dem Wecker oder wie man ihn im Schlaf überlistet“ weiterlesen