Die Banalisierung der Blöden oder »Einfach krank!«

Der Winter ist plötzlich dem April gewichen und treibt seltsame Blüten. Es raschelt im Gebüsch. Ein Echo hallt dumpf durch den Blätterwald nach und verbreitet Empörungswellen. Das Gansta-Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang vollbrachte das schäbige Kunststück, den Körper der Holocaust-Opfer auf ein banales Fitness Attribut zu reduzieren (der Link führt zum gesamten Text des Lieds »0815«, den man gelesen haben sollte), um sich selbst groß hervor zu tun.

Seitdem schlägt das Ereignis Wellen. Sorgt für Proteststürme. Spült täglich irgendwelche Meldungen von Künstlern, die kritisieren, und manche gaben sogar ihre Echos zurück. Noch nie habe ich mich so viel mit einem Preis beschäftigt, der mich so wenig interessierte.

Bevor ich missverstanden werde: Der Vergleich war abgeschmackt. Die Proteste und die Distanzierung der Künstler und der Medien richtig und wichtig – nur stelle ich mir die Frage: Was hat es gebracht?
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Schulz & Böhmermann: Wie man einen bekannten Hochstapler entlarvt

Gleich in der Vorstellungsrunde fällt Gert Postel mit seiner patzigen Antwort auf. Er meint, Jan Böhmermann korrigieren zu müssen, weil dieser »ein komplexes Geschehen« zu sehr reduziere. Bereits hier gab er seinen beschönigenden Ton für die Sendung an, in dem er immer wieder das gleiche anklingen ließ und sich ins Abseits schoss: die nicht genügende Würdigung seines Betruges. Postel schaffte es ohne Abschlüsse und nur durch Betrug zum leitenden Oberarzt einer Psychiatrie. Interessant fand ich, wie Böhmermann ihn als jemanden entlarvte, der sich selbst täuschte. „Schulz & Böhmermann: Wie man einen bekannten Hochstapler entlarvt“ weiterlesen