Es stinkt zum Himmel

Bielefeld heute. Die Heizung blubbert dem Sommer ein Abschiedslied. Es klingt schief und schaurig, fast wie ein erstickter Hilferuf. Irgendwo verschwindet der Sommer still und leise mit einem wehmütigen »Ihr könnt mich mal!« auf den Lippen. Doch niemand hört es.

Heute Morgen fehlt mir die Muse zu irgendetwas. Die Nacht und ich werden keine Freunde. Ich gehe zum Auto. Gestern hatte ich es weiß und sauber abgestellt. In der Nacht jedoch, unter den hohen Bäumen, scheint es das Ziel von Vögeln mit nervösem Magen geworden zu sein. Monotone Kleckse in gebrochenem Weiß und schmutzigem Grau. „Es stinkt zum Himmel“ weiterlesen

Die Butterblumen des Bösen

Herr Hanswurst zählte seine Schritte als er durch die sommerlichen Gärten schritt. Eins, zwei, drei… als ihn ein Summ, Summ, Summ aus den Takt brachte.

Er blickte sich um, und seine hellbraunen Augen bohrten sich tief in die Landschaft. Aber er sah nichts. Nur Wiesen mit gelb gesprenkelten Blumen, die sich sanft im Wind wogen.

Also von neuem. Ein, zwei, drei… – summ, summ, summ. Herr Hanswurst zuckte und hielt den Atem. Da war es wieder dieses störende Summen! Wieder blickte er um sich und während seine Augen sich verengten und den Horizont absuchten, ballten sich seine Fäuste. Trotzdem sah er wieder nichts. Was hätte er auch sehen sollen, denn er wusste nicht, wonach er suchen sollte.

Gut, sagte er sich und setzte seinen Marsch fort. Vier, fünf,… summ, suMM, SUMM und dann ein PENG! Etwas knallte gegen seinen Kopf.

Ich bin getroffen!
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Menschliche Abgründe

Unsere größte Angst gilt nicht uns selbst, sondern den Menschen, die wir zu beschützen versuchen.

Dunkle Wolken verfinstern den Himmel, und tausende Regentropfen prasseln auf die Erde nieder. Aus unbekannter Ferne dringt ein bedrohliches Dröhnen durch den dichten Regenschleier. Seit Tagen regnet es in diesem Sommer immer wieder. Während ich aus dem Fenster schaue muss ich an die Mutter denken, in dessen Gesicht sich tiefe Trauer eingegraben hatte, als sie mir von der kleinen S. erzählte, die nach dem Schulschluss alleine im Regen stand und auf ihre Mutter wartete. „Menschliche Abgründe“ weiterlesen

Das hässliche Dorf

Einst gab es ein Dorf, das hässlich genannt wurde. Aber von wem, das wusste keiner. Ebenso wenig wusste man, ob das Dorf hässlich war. Eines war aber sicher: Dort lebten erstaunlich viele hässliche Menschen. Ob das eine Laune der Natur war oder eine Strafe Gottes oder die Einwohner selbst daran Schuld hatten, das konnte keiner sagen. Aber, es beschäftigte die Dorfbewohner nicht so sehr, wie es ein Außenstehender hätte annehmen können. Vielleicht wussten sie es nicht oder hielten sich doch für schön – bis eines Tages etwas geschah. „Das hässliche Dorf“ weiterlesen