Gedanken an den Enden herabhängender Augen

Einige Gedanken blieben in meinem Kopf unnötig lange und blähten sich zu Problemen auf. Es wäre für mich akzeptabel gewesen, wenn sie damit keinen Raum für andere, lästige Gedanken ließen. Doch wenn es um ungewollte Gedanken ging, dann schien das menschliche Gehirn grenzenlos zu sein.

Ich war schon einen Level weiter und machte mir Gedanken über meine Gedanken, anstatt etwas dagegen zu tun. Aber vielleicht war das die Art von Denken, mit der man sich selbst gefangen nahm, indem man sich in einer selbst erdachten Endlosschleife verfing und aus der man ohne Hilfe oder Zufall nicht herauskam.

Mit vollem Kopf und verschlossenem Gesicht – denn solche Gedanken nahmen mich völlig in Beschlag – eilte ich über den Gang, als plötzlich jemand vor mir auftauchte und meinen Weg versperrte. „Gedanken an den Enden herabhängender Augen“ weiterlesen


Bedient oder woran man seine Unattraktivität erkennt

Ich gehe ungern einkaufen. In einem Laden voller Kleidung komme ich mir überflüssig vor und weiß bis heute nicht, was ich mit mir dort anfangen soll. Aber heute musste ich mir eine neue Jogginghose kaufen und anschließend nahm ich unfreiwillig etwas mit, das ich nicht auf meiner Einkaufsliste aufgeführt hatte: ein schlechtes Gefühl. „Bedient oder woran man seine Unattraktivität erkennt“ weiterlesen

Ihr Kinderlein kommet, sitzt still und genießt das Fest!

Kinderhände flogen über die weißen und schwarzen Tasten. Entlockten dem Klavier Töne, die schief im Raum hingen. Töne, die langsam herunter purzelten und sich den Weg in die Herzen der Eltern bahnten. Die Herzen gerieten sofort aus dem Takt und verwandelten mit verändertem Herzschlag die angeschlagenen Töne in wohlklingende Melodien. Am Ende füllte sich das Herz mit sentimentalem Stolz und quoll bei einigen Eltern als Träne über.

Ich schloss die Augen, um so zu tun, als ob ich mich voll auf die Musik konzentrieren und sie genießen würde. In Wirklichkeit war ich so müde, dass ich jederzeit wegzunicken drohte und nicht mehr dagegen ankämpfen konnte. Also schloss ich meine Augen für einen Moment und nickte sofort weg. Glücklicherweise verspielte sich immer wieder ein Kind und riss mich aus meinem oberflächlichen Schlaf. „Ihr Kinderlein kommet, sitzt still und genießt das Fest!“ weiterlesen

Von Waffeln und Zombies


Nicht durchschlafen, dauermüde, schlecht gelaunt, verspannt und dann noch immer wieder leicht kränkelnd – nein, ich musste keine Kinder haben, um wie ein Untoter durch den Tag zu laufen, aber dann hätte ich wenigstens eine Ausrede. Vielleicht musste man Kinder haben, um die besonderen Kräfte aus sich selbst heraus zu schöpfen, denn ich glaube, jeder von uns wächst mit seinen Aufgaben.

Ich hingegen bin nur ein Patenonkel. Dabei gibt es bei uns Türken mit Religionshintergrund keine Taufe mit Patenkind und Patenonkel.
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