Mach mir den Ted Mosby!

Wenn ich gemein bin – und in Gedanken bin ich es häufiger, weil ich mich dann über mich und meinen Gedanken amüsiere – dann presse ich zufällige Geschichten so lange aus, bis alles Unnötige herausgequetscht ist und nur noch der Kern, also die Essenz dessen übrig bleibt. Als sich heute eine Folge von »How I Met Your Mother« auf meinem Fernseher verlief, war ich überrascht, das Folgen noch laufen können und sich nicht längst verrannt hatten bzw. Ted Mosbys Geschichte keinen Sinn mehr macht, nachdem er seine Traumfrau gefunden und glücklich am Ende der Serie lebte. Aber die Logik des Fernsehens folgt niemals meiner, daher – und ein wenig unter der Nachwirkung meiner Erinnerung über die Simulation von Romantik – folge ich meiner eigenen und verkürze die Geschichte des Ted Mosby zu einer eines erfolgreichen Frauenaufreißers (vielleicht gab es deshalb einen Barney Stinson, um das zu verdecken).

Zählt man über alle neun Staffeln und 208 Folgen seine Eroberungen (ich hab’s nicht getan), dann hat der sensible Ted mehrere Duzend Frauen vernascht, um es deutlicher zu sagen: flachgelegt, genauer: seriell flachgelegt (noch nie fand ich das Wort »seriell« passender als an dieser Stelle).
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