Mr. Romantik oder Was ist echt oder nur gespielt

Irgendwoher hatte der Typ aufgeschnappt, dass ich Ahnung von Frauen hatte und von Romantik – vermutlich bedingte das Eine das andere. Entweder verbreitete jemand gemeine Gerüchte über mich oder der Typ musste wirklich verzweifelt gewesen sein.

Das war damals, also zur guten, alten Zeit, als unsere Telefone nicht smarter als wir waren und das Internet nur in Form eines mechanisch kreischenden Modems konnektierbar war.

Also damals hatte der verzweifelte Typ ohne Facebook und WhatsApp mitbekommen, dass seine neue Flamme Anke voll auf Romantik stand. Vielleicht brauchte man nicht wirklich das Internet, um diese Banalität herauszufinden. Die Bedeutung von Romantik jedoch konnte er nicht googeln und in keinem Wikipedia Artikel nachlesen. Die Sendung mit der Maus beschäftigte sich auch nur mit anderen Themen, daher blieb ich als Informationsquelle übrig. Ja, schon damals nahm die eigene Realitätsblase bizarre Formen an. “Mr. Romantik oder Was ist echt oder nur gespielt” weiterlesen


Eine kleine Hoffnung mit großer Enttäuschung, bitte!

Wie jede unerfüllte Hoffnung endete meine als Enttäuschung und verblasste am Ende zu einer ernüchternden Realität, die schmerzhaft für mich war.

Die Hoffnung erinnerte mich an einen Anglerfisch, auf dessen Kopf ein Köder wunderschön wie ein Irrlicht leuchtete und die Sinne blendete. Das dicke Ende kam zum Schluss. An meiner hing noch eine weitere Überraschung: eine unerwartete Wendung. “Eine kleine Hoffnung mit großer Enttäuschung, bitte!” weiterlesen

Dich entschlüsseln

Deine Nachricht öffnen. Wieder.

Lesen und leise verzweifeln.

Und das Smartphone verärgert wieder weglegen.

Und es trotzdem nicht loslassen können.

Dann wieder danach greifen, als würde es mich hinüber zu dir retten.

Wieder deine Nachricht öffnen und im hellen Schein des Displays die Worte eingehend studieren.

Zwischen deinen Textzeilen die eigenen Wünsche und Hoffnungen hineinlesen (und die Angst auslassen).

Das Smartphone wieder weglegen, aber diesmal energisch, als wollte ich dem Smartphone etwas beweisen.

Und wieder deinen Text lesen und den Worten eine neue Wendung geben (nein, das passt auch nicht).

Das Gerät weglegen, um sofort wieder danach zu greifen, als hielte es mein Herz am Leben (und doch bringst du es aus dem Takt).

Ich lese wieder deine Nachricht – eigentlich kann ich sie schon auswendig, und doch schwebt auf dem Display die vage Hoffnung, dass sich hinter deinem Text eine verborgene Botschaft verbirgt (für mich). Es ist, als enthielten die leuchtenden Buchstaben deiner Worte den Schlüssel zu einem geheimen Code, der sich unbewusst in deinen Text hineingeschlichen hat und dich entschlüsselt. Doch du bleibst mir ein Rätsel.

Das Display geht aus.

Doch ich schaue immer noch auf die Stelle, wo das Licht einst war, während die Worte auf meiner Netzhaut nachleuchten. Und dann wird es dunkel. Ich starre in die Dunkelheit. Dort lauert etwas… Als plötzlich das Display mit seinem Aufleuchten und Vibrieren mich aufschrecken lässt – eine Nachricht von dir.
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