Ich will doch nur telefonieren!


Manchmal schaue ich auf die glatte Oberfläche meines Smartphones. Drehe und wende es. Lasse das Sonnenlicht darin spielerisch brechen. Blicke dann in die Spiegelung meines fragenden Gesichts, als erwartete ich eine Antwort. Das Handy kann mir keine Antworten geben, es stecken keine Menschen darin, aber dahinter.

Manchmal scheint es so schwierig, einfach mal mit jemanden zu telefonieren – besonders, wenn es sich um jemand Interessantes vom anderen Geschlecht handelt. Eine Nachricht zu schicken, das geht immer, überall und jederzeit.
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Abarbeitungsmodus.

In letzter Zeit stieg mein Emailaufkommen rapide an. Ich verlasse meinen Arbeitsplatz. Nur kurz. Ein Fehler. 20 neue Mails! Was ist passiert? Ist gerade die Welt untergegangen? Nein. Ein Kettenbrief mit Kettenreaktion. Normal. Die Mail sucht sich durch ein Gewirr von Menschen seinen Bestimmungsort. Bei mir wird er nicht heimisch.

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Schlaflos im Bett oder Email für mich

Email für dich

Als im Jahre 1998 Meg Ryan und Tom Hanks abends eine süße Stimme „Email für dich“ [1] aus ihrem PC ertönen hörten, waren sie in freudig-romantischer Erwartung. Damals war alles noch neu und frisch, Emails eine Seltenheit, abwechslungsreich und aufregend.

Weckruf

Heute sitzt noch kaum jemand vor dem PC und wartet auf eintreffende Nachrichten. Längst verfügt jeder über mobile Geräte, die von überall und zu jeder Zeit die Mails abrufen. Dabei handelt es sich nicht nur um private Mails, sondern betrifft ebenso oder vorwiegend den Job. Wenn mein MDA lautstark summt und brummt, greife ich reflexartig wie ein konditionierter Pawlowscher Hund zum Handy, um zu schauen, wer mir geschrieben hat und was mir geschrieben wurde. “Schlaflos im Bett oder Email für mich” weiterlesen