„Es gibt keine unattraktiven Frauen, nur schlecht geschminkte“


Ich schaute mir den Stapel Frauenfotos an, die mir der Bielefelder Starfriseur Michael Rosinski (er war der Udo Walz seiner Zeit) in die Hand drückte. Vereinzelt irritierende Bilder von werbeungeeigneten Gesichtern tauchten blass und dennoch aufmerksamkeitserregend zwischen Hochglanz-Schönheiten auf. Sollte ich sie per Photoshop korrigieren?

Als hätte er meine Frage gehört, sagte er, dass es bei den Fotos nicht um Frisuren ginge, sondern um das Make-Up. Jeweils zwei Fotos von einer Frau: vorher und nachher – ungeschminkt und geschminkt. Zwei Welten eines Gesichts, vereint auf einem Werbeflyer für seine Friseurläden in Bielefeld und Berlin.
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In der weiblichen Endlosschleife


Hilda! Klein. Dunkelblond. Wahnsinnig süß. Nicht dünn, aber auch nicht dick. Ich erinnere mich nicht, sie lächeln gesehen zu haben. Einmal vielleicht. Vielleicht lag das an ihren kleinen Zähnen, die ihr selbst nicht gefielen. Oder vielleicht lag es auch an mir. Vielleicht wollte sie genau das ausdrücken als sie mir ihre Telefonnummer gab und meinte, ich solle sie anrufen, wenn ich das nächste Mal ins Cafe Europa ginge. Oder wie soll ich sonst ihre Reaktion auf meinen Anruf bewerten? Vielleicht hätte ich es wissen müssen, als sie auf meine Nachrichten nicht reagierte. Ich rief sie dennoch an.

Das Telefon klingelte.
Einmal.
Zweimal.
Noch einmal.
Dann wieder.

Aha, dachte ich mir, sie wird nicht drangehen. Und dann ein „Hallo!“ Das klang wütend und gar nicht nach ihr.

Es war eine Männerstimme.
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